Intelligentes Management von Rechenzentren

In vier Schritten zu mehr Energie-Effizienz im Datacenter

| Autor / Redakteur: Dirk Doormann / Ulrike Ostler

PUE? Kalt-oder Warmgang? Freie oder indirekte freie Kühlung? Im Prinzip gibt es nur vier Flügel, die ein Rechenzentrum im Bereich Energie-Effizienz landen lassen.
PUE? Kalt-oder Warmgang? Freie oder indirekte freie Kühlung? Im Prinzip gibt es nur vier Flügel, die ein Rechenzentrum im Bereich Energie-Effizienz landen lassen. (Bild: Frank Peters/Fotolia.com)

In vielen Rechenzentren steigt der Energieverbrauch seit Jahren.Dennoch wissen laut einer Umfrage der Experton-Group nur 7 Prozent der deutschen IT-Entscheider, wie hoch der Energiebedarf ihrer eigenen IT-Infrastruktur tatsächlich ist. Dabei lässt sich mit Energie-Management nicht nur die Umwelt schonen, sondern - und das ist bekannt - auch Kosten sparen.

Betrachtet man ein Datacenter als Ganzes, lässt sich feststellen, dass nur rund 50 Prozent des Energieverbrauchs auf die Rechner selbst entfallen. Wie eine Studie des Branchenverbands Bitkom herausgefunden hat, verschluckt die Infrastruktur darum herum die anderen 50 Prozent.

Hierbei spielen Faktoren wie die Klimatisierung, Beleuchtung oder Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) die größte Rolle. Soll ein Rechenzentrum also Energie-effizient arbeiten, gilt es, an diesen Stellschrauben anzusetzen. Folgende vier Punkte unterstützen eine erfolgreiche, schrittweise Umsetzung.

1. Den PUE-Wert im Blick behalten

Der erste Schritt zu einem Energie-effizienten Rechenzentrum ist das Erfassen und regelmäßige Monitoring des Energieverbrauchs. Damit überhaupt klar ist, wo sich im Rechenzentrum die Schwachstellen in puncto Stromverbrauch befinden, gilt es zunächst, den Energieverbrauch des Data Centers im Ganzen sowie seiner einzelnen Komponenten im Einzelnen zu berechnen.

Den besten Anhaltspunkt für die Energie-Effizienz liefert der PUE-Wert (PUE = Power Usage Effectivness). Er berechnet sich aus dem Verhältnis der eingesetzten Gesamtenergie im Rechenzentrum zum Energieverbrauch der einzelnen IT-Geräte. Liegt der PUE-Wert beispielsweise bei 3 bedeutet das, dass zwei Drittel der eingesetzten Leistung für die Infrastruktur verbraucht wird und nur ein Drittel der Energie von den Rechnern selbst. Sprich: Das Rechenzentrum arbeitet ineffektiv.

Je mehr sich der Wert der Zahl 1 annähert, umso effizienter arbeitet ein Rechenzentrum. Ab einem PUE-Wert von 1,4 gelten Rechenzentren bereits als besonders Energie-effizient. Die PUE Messung sollte über eine gewisse Zeit (1 Jahr) erfolgen und punktuelle Messungen vermieden werden.

Der PUE-Wert und wie man ihn misst

Als Bewertungskriterium entwickelt wurde der PUE-Wert von The Green Grid – einer Vereinigung von Supercomputer- und Chip-Herstellern. Das Konsortium hat es sich zum Ziel gesetzt, den Energieverbrauch in Rechenzentren zu senken und erarbeitet herstellerunabhängige Standards, Messverfahren und Prozesse zur Reduzierung des Energiebedarfs von Rechenzentren.

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Das Monitoring des PUE-Werts sollte regelmäßig und automatisch mit Hilfe einer DCIM-Software (DCIM = Data Center Infrastructure Management) erfolgen. Für ein zuverlässiges Messergebnis ist es zudem wichtig, alle Komponenten mit in die Messung einzubeziehen: sämtliche Racks, Monitore und Rechner. Nur so ist das Ergebnis belastbar.

Praktisch für die Messung sind etwa so genannte Metering-Steckdosenleisten. Sie verfügen über integrierte Mess- und Auswertungsmöglichkeiten für Energie, Strom und Spannung. Die Werte lassen sich über ein LCD-Panel einfach ablesen. Vor allem bei Veränderungen im Rechenzentrum, zum Beispiel durch den Aufbau neuer Rack-Reihen und den Austausch von Komponenten sollte der PUE-Wert im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, denn er gibt Auskunft darüber, wie effektiv und energiesparend die durchgeführten Maßnahmen wirklich sind.

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