Das Open-Source-Projekt hinter Red Hat Enterprise Virtualization

In 7 Schritten mit oVirt zur ersten VM

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Ulrike Ostler

Der Screenshot zeigt das Anlegen einer VM in der oVirt-Management-Oberfläche des Browser.
Der Screenshot zeigt das Anlegen einer VM in der oVirt-Management-Oberfläche des Browser. (Bild: Verlag für die Deutsche Wirtschaft/Drilling)

„Red Hat Enterprise Virtualization“ (RHEV) steht in Form des „oVirt“-Projekts auch als Open-Source-Software zur Verfügung. Damit können Administratoren eine mit RHEV-vergleichbare, Virtualisierungs-Management-Lösung eins zu eins nachbauen und nutzen. Ein Workshop:

Während Red Hat Enterprise Virtualization aktuell in Version 3.3 vorliegt, ist das oVirt-Projekt bereits bei Version 3.4 angelangt. Ähnlich wie bei Fedora und Red Hat Enterprise Linux (RHEL) nutzt Red Hat das Open-Source-Projekt zum Experimentieren mit jüngsten Technologien. Nutzer müssen aber keine Angst vor Instabilitäten haben, die oVirt-Pakete gibt es sowohl in einer Entwickler- als auch in einer stabilen Version.

oVirt bietet folgende Vorteile

  • oVirt ist eine echte Enterprise-Virtualisierungs-Software, die vertikal und horizontal gut skaliert.
  • Mit oVirt können auch große Unternehmen auf mehreren Hundert Nodes Tausende von virtuellen Maschinen ausrollen.
  • Zu Clustern zusammengefasste Nodes unterstützen auch Hochverfügbarkeit und durch das Anbinden nahezu beliebiger Speichertechnik wie iSCSI oder FC-SANs können Sie eine flexible und performante Storage-Infrastruktur integrieren.

Eine RHEV- oder oVirt-Umgebung besteht aus

  • einem oder mehreren Hypervisor-Host (Nodes), auf denen die VMs laufen,
  • einem Management-Host, der mit einem Stack aus „Apache Web-Server“ und dem Anwendungs-Server „JBoss“ die webbasierte Management-Oberfläche bereitstellt,
  • einem oder mehreren Storage-Systemen
  • und einem oder mehreren Linux- oder Windows-PCs, auf denen Sie als Administrator oder Nutzer die GUI-Oberfläche im Browser nutzen.

Die Voraussetzungen

Die oVirt-Entwickler empfehlen für das Management-System „Fedora 19“ als Distribution. Die Nodes sind lediglich Minimalsysteme mit einem kompakten Linux-Kernel, KVM, sowie einigen elementaren Tools und Libraries wie libvirt, VDSM oder SPICE.

Ergänzendes zum Thema
 
Das Fazit des Autors:

Red Hat stellt für das Hypervisor-Betriebssystem extra ein kompaktes Node-Image zur Verfügung. Auch oVirt stellt so ein Mini-ISO für Nodes bereit:

http://resources.ovirt.org/releases/stable/iso/

Das hat neben der Kompaktheit den Vorteil, dass die zum Betrieb benötigten Tools bereits installiert sind. Admins können zum Aufsetzen der Nodes aber ebenfalls Fedora 19 verwenden (ohne grafische Oberfläche). Sie müssen lediglich das Netzwerk samt Namensauflösung einrichten, damit die Node-Systeme vom Management-System aus erreichbar sind.

Alle weiteren Maßnahmen zum Aufsetzen eines oVirt-Nodes, wie das Installieren von libvirt, SPICE und VDSM, stoßen Sie aus dem Web-Interface heraus an. Das System erledigt dann alle dazu erforderlichen Schritte auf dem Node automatisch. Seit der Version 3.3 unterstützt oVirt auch die IaaS-Cloud-Lösung „OpenStack“ und „Gluster“, ein verteiltes Dateisystem, das Speicherelemente von mehreren Servern zu einer einheitlichen Sicht zusammenfasst.

Architektur und Funktion eines oVirt-Stack

Bei der Kommunikation zwischen den Nodes und dem Management-System spielt der Stack aus libvirt und VDSM eine wichtige Rolle. Mit den „oVirt Guest Agents“ (VDSM) informieren die Gastsysteme die oVirt-Engine auf dem Management-System unter anderem darüber, welche IP-Adresse sie haben, wie viel Speicher sie benötigen oder welche Anwendungen auf ihnen laufen.

Für ein einfaches Minimal-Setup benötigen Sie mindestens einen Management-Host, der zusätzlich auch eine ISO-Domäne als NFS-Share bereit stellt, einen Node als Hypervisor, der auch die Images-Dateien der einzelnen VMs in einem lokalen Speicher verwaltet, und einen Browser. Den können Sie auch auf dem Management-Host selbst ausführen.

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