Suchen

Fit für die 5G-Ära Huawei-Produkte und -Dienste für Enterprises und Datacenter

| Autor: Ulrike Ostler

Auf seine „Digital Transformation Conference 2020“ hat Huawei unter anderem eine Reihe von Techniken für Enterprises und Rechenzentren vorgestellt – das Portfolio reicht von Unterbrechungsfreier Stromversorgung bis zu Connectivity und Interconnect sowie Storage.

Firmen zum Thema

Auf der „Digital Transformation Conference 2020“, di kürzlich in Shenzen stattfand, hat Huawei einige nue strategische Produkte für Enterprises und Datacenter vorgestellt.
Auf der „Digital Transformation Conference 2020“, di kürzlich in Shenzen stattfand, hat Huawei einige nue strategische Produkte für Enterprises und Datacenter vorgestellt.
(Bild: Huawei)

Als `intelligentes´ Gehirn digitaler Unternehmens werden fortschrittliche Datenzentren sehr gefragt sein, so die Prognose. Zu den Ankündigungen und Produktveröffentlichungen gehört der Service „Intelligent Datacenter Service Solution“. Die Komplettlösung aus Beratung und Design, Integrationsimplementierung, Betrieb und Wartung (O&M) soll Kunden dabei unterstützen, weltweit umweltfreundliche und intelligente Tier-4-Rechenzentren zu entwerfen, aufzubauen und zu betreiben. Künstlicher Intelligenz könne dabei helfen, die Power Usage Effectiveness (PUE) um 8 bis 15 Prozent zu reduzieren.

Hank Stokbroekx, Vice President of Enterprise Service, Huawei Enterprise BG, stellt den „Intelligent Datacenter Service" vor.
Hank Stokbroekx, Vice President of Enterprise Service, Huawei Enterprise BG, stellt den „Intelligent Datacenter Service" vor.
(Bild: Huawei)

Hank Stokbroekx, Vice President of Enterprise Service, Huawei Enterprise BG, der den Service vorgestellt hat, sagt: „Große Rechenzentren werden sowohl der Fokus als auch die Herausforderung der Zukunft sein. Ein supergroßes Rechenzentrum muss fünf Merkmale aufweisen: Ressourcenkonvergenz, hohe Energie-Effizienz, Geschäftskontinuität, technische Innovation und Intelligenz.

Dabei kann der Anbieter in puncto Erfahrung aus dem Vollem schöpfen: Bis 2019 hat das Unternehmen mit mehr als 500 Branchenexperten und mehr als 4.200 Partnern weltweit zusammengearbeitet und globale Unternehmen beim Bau von mehr als 1.000 Rechenzentren mit einer Gesamtfläche von mehr als 2,4 Millionen Quadratmetern unterstützt.

Beratungs- und Design-Dienste

Das Huawei-Angebot an Beratungs- und Design-Dienstleistungen sollen den Kunden bei der Überprüfung ihrer Geschäftsstrategie helfen, bei der Bewertung von Investitionen in das Rechenzentrum und bei der Kombination von Geschäfts- und IT-Strategien unter Bezugnahme auf Branchenstandards wie „TOGAF“ und „ADM“. Dabei sollen die Huawei-Experten mit IT-Managern in den Kundenunternehmen zusammenarbeiten, um KPIs zu entwickeln und die Anpassung ihrer IT-Investitionen an die sich ändernden Geschäftsanforderungen vereinfachen.

Weiterhin bietet Huawei eine Integrations- und Implementierungsdienst: Mit automatisierten und automatisierenden Tools wie „I-Designer“, einer Cloud-basierten Integrationsdesign-Plattform, können Unternehmen den Bau von Rechenzentren vorab testen und verifizieren. Unter anderem lassen sich dadurch Ressourcen in einem optimalen Verhältnis zuweisen, die Implementierung und Integration wird einfacher und die Bauzeit vor Ort lässt sich bis zu 50 Prozent reduzieren.

Die geschickte Betriebsführung von Rechenzentren ist der Schlüssel zum kontinuierlichen Betrieb. Die intelligente O&M-Plattform von Huawei bietet etwas eine automatisierte Überwachung und die KI-aktivierte Fehlerprognosen. Mithilfe der Plattform können Mitarbeiter eine automatisierte Betriebsführung von Rechenzentren implementieren; Huawei gibt an, dass sich damit die O&M-Effizienz um 20 Prozent steigern lässt.

Unterstützung bei der Betriebsführung

Zudem hat Huawei einen unterstützenden Dienst entwickelt, der Kunden beim Betrieb von Rechenzentren unterstützt, einschließlich Überwachung, Vorhersage, Warnung, Koordination, Entscheidungsfindung und Steuerung. Mit diesem Service können Kunden, laut Anbieter, wiederholte Investitions- und Baukosten um 20 Prozent reduzieren und die Effizienz der gemeinsamen Nutzung von Daten erhöhen.

Nachhaltigkeit und Umweltschonende Technik sowie Services gewinnen im Rechenzentrumsmarkt schnell an Bedeutung. Sowohl die modulare Rechenzentrumslösung als auch die L1-L3-Ressourcenkonvergenz-Funktionen, tragen dazu bei, dass sich der physischen Platzbedarf erheblich reduzieren lässt. Der integrierte energiesparende KI-Algorithmus kann die PUE auf 1,2 reduzieren und damit ein branchenweit führendes Niveau erreichen.

3D-Modellierung und die CFD-Software (Control Flow Diagram) helfen Kunden bei der Simulation der Rechenzentrumskonstruktion. Das Tool „Smart IDC“ sammelt schnell Systeminformationen und generiert Berichte mit einem Klick, die genaue Eingaben für Planung und Design liefern. „I-Migrator“ generiert Lösungen und technische Verwaltungsdienste – mehr oder minder aus einem Guss, wodurch sich die Risiken des Rechenzentrumsbetriebs erheblich mindern lassen.

Mehr USV-Leistung im Rack

Ohne Strom, keine Rechenleistung. Auf der Industrial Digital Transformation Conference 2020 hat Huawei ein USV-Leistungsmodul für drei Höheneinheiten mit 100 Kilowatt vorgestellt. Das entspricht laut Hersteller dem Doppelten des jetzigen Industriestandards für Unterbrechungsfreie Stromversorgung.

„Fusion Power 2.0“, die Stromversorgungs- und -verteileinheit, die auf dem Modul basiert, erreicht damit die Formel „1 MW, 1 Rack“, was so viel bedeutet wie: ein einziges Standard-Rack kann für 1 Megawatt Leistung sorgen. Ein solch kompaktes System halbiert die Grundfläche, die ansonsten für eine derartige Versorgung notwendig wäre. Das wiederum erlaubt eine bessere Nutzung der vorhandenen Stellfläche.

Die neue USV-Generation von Huawei: SmartLi UPS Critical Power Supply Solution mit dem 100k/3U Power Module.
Die neue USV-Generation von Huawei: SmartLi UPS Critical Power Supply Solution mit dem 100k/3U Power Module.
(Bild: Huawei)

Denn mit KI, großen Datenmengen, Cloud-Computing und Internet der Dinge (IoT) sind die Anforderungen an Rechenzentren gestiegen. Mit Verbesserungen der CPU- und Serverleistung gewinnen Systeme mit hoher Dichte an Bedeutung. Die Stromversorgungs- und Verteilungssysteme in traditionellen großen Rechenzentren sind also mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert, darunter geringe Zuverlässigkeit, hoher Stromverbrauch, großer Platzbedarf und schwierige Betriebs- und Wartungsarbeiten.

SanJay Kumar Sainani, SVP & CTO von Huawei Global Datacenter Facility Business, sagt wohin sich die USV-Systeme entwickeln sollen: „Wir streben nach höherer Leistungsdichte und fortschrittlicheren Li-Ionen-Batterie-Energiespeichern in Rechenzentren, um die neuen Anforderungen an eine vereinfachte Architektur, hohe Zuverlässigkeit und vereinfachte Betriebs- und Wartungsfreundlichkeit für das Stromversorgungssystem von Cloud-Rechenzentren zu erfüllen und den Kunden zu helfen, die digitale Transformation zu beschleunigen.“

Datacenter Interconnect Netzwerke

Mit dem System „Optixtrans DC908“ lassen sich laut Huawei Netzwerke für das Datacenter Interconnect (DCI) mit extrem hoher Bandbreite bei gleichzeitig vereinfachter Architektur bauen. Es bietet pro Wellenlänge eine Kapazität von 800 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) und unterstützt eine flexible Konfiguration zwischen 100 G und 800 G sowie die Super C+L-Technologie zur Erreichung von 220 Wellenlängen.

Unternehmenskunden sollen so die Herausforderungen massiver Datenströme im Cloud-Zeitalter bewältigen können, zum Beispiel indem sie die Kosten pro Bit kontinuierlich senken, den Wert von Glasfasern maximieren und letztlich die Kapitalrendite verbessern. Ein einzelnes 2U-Gerät kann eine Integration mit bis zu 12,8 Terabit pro Sekunde (Tbit/s) unterstützen.

Optixtrans DC908 unterstützt sowohl die optische als auch die elektrische Integration und konvergiert fünf Arten von Platinen zu einer einzigen. Das reduziert die Grundfläche der Geräte. Dank des Web Graphical User Interface auf Netzwerkebene, neben der automatisierten Glasfasererkennung und Inbetriebnahme, ermöglicht den IT-Technikern, die Bereitstellung neuer Dienste mit einfachen Mausklicks innerhalb von acht Minuten. Eingebaut ist zudem eine Künstliche Intelligenz für Operations und Management (O&M), die unter anderem in mehr als 60 Prozent der Fälle mögliche Ausfälle vorhersieht und so Fehlalarme reduzieren kann.

Bis Ende 2019 war Huawei DC Optix bereits bei mehr als 120 Branchenkunden in mehr als 60 Ländern im Einsatz, darunter Baidu aus China im Bereich Internet-OTT, ISP-Kunden wie AMS-IX aus den Niederlanden und die griechische Nationalbank.

Oceanstor zum Aufbau einer Dateninfrastruktur der 5G-Ära

Das Storage-Produkt „Oceanstor 5G-Era“ soll Carrier und Unternehmen dabei helfen, das explosive Wachstum von Massendaten im 5G-Zeitalter zu bewältigen. Insofern adressiert Huawei damit die digitale Transformation in Dienstleistungsszenarien. Denn Herausforderungen wie hohe Speicherkosten und komplexes O&M sind für viele zum Hauptschmerzpunkt geworden.

Zusammen mit dem All-Flash-Speicher „Oceanstor Dorado“ und dem verteilten Speicher Oceanstor sowie dem Daten-Management-System (DMS) für den gesamten Datenlebenszyklus, zielt das jüngste System auf die Lösung dieser Probleme ab. Gegenwärtig werden die Speicherlösungen von Huawei Oceanstor von mehr als 10.000 Kunden in über 150 Ländern weltweit in zahlreichen Branchen eingesetzt, wie Speditionen, Finanzen, Behörden, Energie, Gesundheitswesen, Fertigung und Transport.

Dienste wie 4K/8K-Video und Virtual Reality/Artificial Reality entwickeln sich mit der 5G-Technologie rasch. Allerdings wird auch das Datenverarbeitungsvolumen der Abrechnungssysteme, der CRM-Systeme und der Netzwerk-O&M-Systeme der Netzbetreiber um ein Vielfaches steigen. Dazu kommt, dass auch auf dem Unternehmensmarkt 5G- und KI-Technologien die Entwicklung von neuen Unternehmensdiensten fördern, wie intelligente Fertigung, intelligente Gesundheitsfürsorge, Ferninspektion und intelligenter Sicherheitsschutz. 5G für Unternehmens-IT-Systeme wird sich von den Unterstützungswerkzeugen zu Service-Innovationsplattformen wandeln, bei denen das Datenspeicherungs- und -verarbeitungsvolumen von der T-Bit-Ebene auf die P-Bit-Ebene anwachsen wird.

Wing Kin Leung, CTO von Huawei Enterprise BG, erläutert unter anderem: Die „Drei-in-Eins-Architektur des jüngsten AI -Fabric-Netzwerk-Systems für Rechenzentren nutzt den „iLossless“-Algorithmus zur Integration von Ethernet-, Infiniband- und Fiber Channel-Netzen, um die Server-Rechenleistung um 28 Prozent und die Speicher-IOPS um 30 Prozent zu verbessern. Die DCI-Lösung nutzt IP plus optische Synergie, um 40 Prozent höhere Kapazität und 25 Prozent längere Übertragungsstrecken als andere Anbieter zu erreichen.
Wing Kin Leung, CTO von Huawei Enterprise BG, erläutert unter anderem: Die „Drei-in-Eins-Architektur des jüngsten AI -Fabric-Netzwerk-Systems für Rechenzentren nutzt den „iLossless“-Algorithmus zur Integration von Ethernet-, Infiniband- und Fiber Channel-Netzen, um die Server-Rechenleistung um 28 Prozent und die Speicher-IOPS um 30 Prozent zu verbessern. Die DCI-Lösung nutzt IP plus optische Synergie, um 40 Prozent höhere Kapazität und 25 Prozent längere Übertragungsstrecken als andere Anbieter zu erreichen.
(Bild: Huawei)

Unzureichender Speicherplatz, Datensilos und schlechte Nutzung sind jedoch die häufigsten Probleme. Nur weniger als 2 Prozent der riesigen Datenmengen werden gespeichert und weniger als 10 Prozent der Daten effektiv genutzt. Das bedeutet: Die bestehende Infrastruktur und Architektur arbeitet nicht mit dem vollen Potenzial.

Die Oceanstor-Speicher bieten laut Huawei folgende Vorteile:

  • Leistung: Die Oceanstor Dorado-All-Flash-Speicher nutzen die NVMe-basierte Architektur und einen Chip-Beschleunigungsalgorithmus, um eine extrem niedrige Latenzzeit von 0,1 Millisekunden (ms) zu erreichen und damit die Anforderungen der wichtigsten Produktionsdienste zu erfüllen. Die „Smart-Matrix“-Architektur gewährleiste eine Verfügbarkeit von 99,9999 Prozent, selbst wenn sieben von acht Controllern ausfallen.
  • Kapazität: Der verteilte Speicher von Oceanstor nimmt neue Hardware mit hoher Dichte und großer Kapazität auf. Das 5-HE-Controller-Gehäuse mit 120 x 3,5-Zoll-Festplatten bietet eine Kapazität von 2,4 PB und eine Dichte, die mehr als dreimal so hoch ist wie der Branchendurchschnitt. Im Hinblick auf die entkoppelte Speicher-Berechnung großer Datenmengen erreicht die „Pacific“-Hardware mit einem einzigartigen elastischen Algorithmus eine Plattenauslastung von 92 Prozent, wodurch die TCO großer Datendienste um über 30 Prozent gesenkt werden kann.
  • Verwaltung: Das Datenverwaltungssystem (DMS) verwaltet alle NEs in einem Speichersystem und implementiert die automatische Ressourcenbereitstellung, Risikoprävention, schnelle Fehlersuche und automatische Fehlerbehebung.

(ID:46404966)

Über den Autor

 Ulrike Ostler

Ulrike Ostler

Chefredakteurin, DataCenter-Insider