Netzwerk-Security trifft auf Multicloud und Open Source

F5 Networks übernimmt Nginx

| Redakteur: Ulrike Ostler

Das sind die End-to-End-Services, die F5 Networks und Nginx vorschweben.
Das sind die End-to-End-Services, die F5 Networks und Nginx vorschweben. (Bild: Nginx, aus dem Blog-Post von Gus Robertson an seine Mitarbeiter)

Rund 670 Millionen blättert Netzwerkausrüster F5 Networks für das Open-Source-Unternehmen Nginx hin, Anbieter eines unter der BSD-Lizenz veröffentlichten Webserver, sowie Reverse und E-Mail-Proxy. Vor einem Jahr, März 2018, wurde Nginx bei rund 67 Prozent der 10.000 Webseiten mit dem höchsten Traffic verwendet.

Nun gehört Nginx zu F5 Networks, dessen President und CEO François Locoh-Donou, zum Aufkauf sagt: „Die Akquisition von Nginx durch F5 stärkt unseren Wachstumskurs, indem sie unsere Software- und Multi-Cloud-Transformation beschleunigt.“

Die Nginx-Historie

Die Nginx Inc. (ausgesprochen wie englisches „engine-ex“) ist das Unternehmen hinter dem einem Open-Source-Projekt, das mehr als 375 Millionen Websites nutzen. Die Anwendungsplattform gilt als vielseitig verwendbar, punktet mit hoher Leistung und guter Konfigurierbarkeit. Laut Wikipedia kommt sie bei Wordpress.com, Gitbub, Source Forge, Computer Base, Fast Mail, Wikimedia, Imageshack, Hulu, Doodle und Netflix zum Einsatz, in der Kurzbeschreibung der Firma setzt sie Starbucks und McDonalds dazu.

Ursprünglich wurde der Webserver speziell auf die russischen Suchmaschine Rambler zugeschnitten. In Russland hat Nginx in Prozentangaben auch die höchste Verbreitung: Über 61,6 Prozent aller Domains mit der Endung .ru laufen auf Nginx.

Außerdem sorgen geringes Volumen die Reverse-Proxy-Funktionalität zur Beliebtheit bei, weil sich die wahre Adresse der Kontroll-Server von Bot-Netzen verschleiern lassen. Dazu kommen Unterstützung von Parallels Plesk und die freie BSD-Lizenz.

Tatsächlich wurde Nginx Mit dem Betriebssystem OpenBSD 5.2 als Alternative zum auf beliebtesten Webserver Apache (Version 1.3) mitgeliefert; und kurzzeitig sollte Apache ganz durch Nginx ersetzt werden. Doch 2014 wurde die Software wieder aus dem OpenBSD-Basissystem entfernt.

DevOps mit API-Management

Für Locoh-Donou liegt der Fokus jedoch etwas anderes: „Durch die Zusammenführung unseres erstklassigen Sicherheits- und Service-Portfolios mit den führenden Software-Applikationslösungen und API-Management-Systemen von Nginx schließen wir die Kluft zwischen NetOps und DevOps mit konsistenten Anwendungsdiensten in der Multi-Cloud-Umgebung eines Unternehmens.“

F5 werde das aktuelle Angebot von Nginx um Sicherheitslösungen erweitern sowie Cloud-native Lösungen mit der Software-Load-Balancing-Technologie von Nginx integrieren. Dies sei dazu angetan, die Markteinführung von Anwendungsdiensten für moderne, containerisierte Anwendungen zu verkürzen.

Nginx-CEO Gus Robertson berichtet nun an den Chef von F5 Networks François Locoh-Donou.
Nginx-CEO Gus Robertson berichtet nun an den Chef von F5 Networks François Locoh-Donou. (Bild: Nginx)

Gus Robertson, CEO der Nginx Inc., fügt hinzu: „Nginx und F5 teilen die gleiche Vision. Wir glauben, dass Anwendungen das Herzstück der digitalen Transformation sind und eine End-to-End-Anwendungsinfrastruktur vom Code bis zum Kunden nötig ist, um Anwendungen in einer Multi-Cloud-Umgebung bereitzustellen. Er betont auch, wo die Synergien liegen: „F5 profitiert von Lösungen, die für DevOps entwickelt wurden, während Nginx mit dem Zugang zu Zehntausenden von Kunden und Partnern an Breite gewinnt.“

Die Open-Source-Community von Nginx wird von beiden als ein wichtiges Element dieser Kombination gesehen. So wird F5 nach Abschluss der Übernahme die Marke Nginx behalten. Damit aber werde Open Source auch zu einem zentraler Bestandteil der Multi-Cloud-Strategie von F5 und treibe die nächste Innovationsphase des Unternehmens voran.

Gus Robertson wechselt zusammen mit den Nginx-Gründern Igor Sysoev und Maxim Konovalov zu F5 und leitet als Mitglied des Senior Management Team weiterhin Nginx. F5 beabsichtigt die Aktivitäten von Nginx in San Francisco und anderen Standorten weltweit zu unterhalten.

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