Co-Location-Rechenzentren in Hamburg und Frankfurt am Main Equinix sichert sich Netze – für den Strom und für den Datenfluss

Redakteur: Ulrike Ostler

In Kooperation mit GNX stellt Equinix in Hamburg Zugang zu über 4.000 Carriern und Internet-Service-Providern bereit. In Frankfurt erhalten die Rechenzentren des Co-Locator direkten Anschluss an das Netz der NRM Netzdienste Rhein-Main.

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Die Vereinbarung von Equnix under Mainova-Tochter NRM Netzdienste Rhein-Main sichert den Co-Location-Anbieter Standortsicherheit und Verfügbarekeit.
Die Vereinbarung von Equnix under Mainova-Tochter NRM Netzdienste Rhein-Main sichert den Co-Location-Anbieter Standortsicherheit und Verfügbarekeit.
(Bild: www.d-photography.org)

Co-Location-Anbieter und Interconnection-Hub Equinix Inc. hat mit dem globalen Anbieter verwalteter Underlay- und WAN-Netze GNX eine strategische Zusammenarbeit vereinbart. Ziel der Partnerschaft mit dem ist die Bereitstellung maßgeschneiderter Konnektivitätslösungen für Unternehmenskunden im „International Business Exchange“ (IBX) „HH1“ in Hamburg. Der globale Connectivity-Abieter ist zudem offizieller Reseller im Rahmen des Partnerprogramms von Equinix.

Denn an dem Industriestandort und der Drehscheibe für den europäischen Handel siedeln sich zunehmend Technologie-Unternehmen in Hamburg an, darunter viele E-Commerce-Dienstleister, die auf niedrige Latenzzeiten, hohe Bandbreiten und Konnektivität zu branchenführenden Netzwerk- und Cloud-Dienstanbietern angewiesen sind. Der „Smart City Index“ vom Branchenverband Bitkom stuft deutsche Großstädte im Hinblick auf ihren Digitalisierungsgrad ein – Hamburg erzielt in allen betrachteten Kategorien Spitzenwerte.

So eröffnete Equinix im Jahr 2019 Equinix mit HH1 sein erstes Rechenzentrum in Hamburg und damit den vierten Standort in Deutschland. Das Datacenter bietet Zugang zu den Services „Platform Equinix“ und „Equinix Fabric“. Diese ermöglichen es Kunden, Interconnection-Dienste an der Digital Edge zu beziehen. Unternehmen, die über HH1 Interconnection-Dienste wie Equinix Fabric und „Network Edge“ nutzen, können ab sofort via GNX auf über 4.000 Carrier und Internet-Serviceprovider (ISPs) zugreifen.

Das ist ein Baustein in der wachsenden Zahl an Carrier-Netzwerkanbietern, die über das Hamburger IBX-Zentrum bereitgestellt werden. Die Kunden können ihre Netzwerke hinsichtlich der Kosten, Servicequalität und des Serviceangebots optimieren und das über Equinix verfügbare vernetzte Ökosystem in ihr globales WAN integrieren.

Digitalisierung und Colocation

Laut der „Equinix 2020-21 Global Tech Trends“-Umfrage treiben deutsche IT-Führungskräfte die Digitalisierung ihrer IT-Infrastruktur voran. Für 78 Prozent der Befragten ist dies eine Priorität in der Technologiestrategie ihres Unternehmens. Darüber hinaus befassen sich 69 Prozent intensiv mit der Netzwerkoptimierung und Verlagerung ihrer Infrastruktur an die Digital Edge.

In beiden Bereichen profitieren Kunden von der neuen Partnerschaft zwischen Equinix und GNX. Durch die Nutzung von Equinix Fabric in Kombination mit den verwalteten First- und Last-Mile-Services von GNX erhalten Kunden Zugriff auf die nahezu 10.000 Unternehmen des gesamten Equinix-Ökosystems, darunter mehr als 1.800 Netzwerke und 2.900 Cloud- und IT-Dienstleister.

Equinix Fabric kann laut Anbieter als umfassende Plattform für die nahtlose Vernetzung sämtlicher physischer und virtueller Geräte dienen, die über IBX-Rechenzentren und im laut Equninix weltweit größten digitalen Infrastruktur-Ökosystem bereitgestellt werden. Dies beinhaltet den Zusammenschluss sämtlicher in der Equinix Co-Location befindlicher physischer Geräte sowie auf „Equinix Metal“ gehostete automatisierte Bare-Metal-Server mit virtuellen Geräten wie Routern, Firewalls und SD-WAN-Gateways auf Network Edge. Dass soll Unternehmen ermöglichen, ihre verteilte digitale Infrastruktur nahtlos zu vernetzen und den langfristigen Geschäftserfolg sicherzustellen.

GNX ist Carrier-neutral und bietet First- und Last-Mile-Konnektivität, zusätzlich zur Integration mit jedem SDWAN, SASE oder traditionellem Netzwerk-WAN. Der Konzern bietet sämtliche Leistungen im Rahmen eines einzigen Vertrages an und stellt Kunden einen dedizierten Ansprechpartner an die Seite, von der Bereitstellung bis hin zum proaktiven Rund-um-die-Uhr-Support.

Equinix sichert sich Verfügbarkeit

Strom ist für Rechenzentren in Metropolen ein knappes Gut. Das gilt auch für Frankfurt am Main. Um der steigenden Nachfrage nach Rechenleistung und dem damit verbundenen Strombedarf auch in Zukunft nachzukommen, baut die Mainova-Tochter NRM Netzdienste Rhein-Main das Frankfurter Stromnetz in enger Abstimmung mit den Kunden sowie mit besonderem Bedacht auf einen möglichst ausfallsicheren Betrieb entsprechend aus.

Im Zuge dessen erhält Equinix, das globale Unternehmen für digitale Infrastruktur, einen direkten Anschluss an das 110-Kilovolt-Netz der NRM für seinen Rechenzentrums-Campus Nordost in der Friesstraße. Die Fertigstellung ist bis August 2021 geplant.

Mainova-Vorstand Peter Arnold erläutert: „Das neue Umspannwerk von Equinix zur sicheren und effizienten Versorgung von vier Rechenzentren erhält einen direkten Netzanschluss. So profitieren Betreiber wie Equinix vom Ausbau der Stromnetze durch Mainova.“

Die Rolle erneuerbarer Energie

Allerdings wird mit dem steigenden Datenbedarf auch das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger. Equinix stellt sich dieser Verantwortung bereits seit einigen Jahren, global – und lokal, in Kooperation mit Mainova. Equinix hat sein Ziel, 100 Prozent erneuerbare Energie in Deutschland zu nutzen, bereits erreicht und bezieht seit 2014 Ökostrom der Mainova für seine zehn deutschen Rechenzentren, sofern der Strommix das zulässt.

Der Energielieferant tut einiges dafür: Zusätzlich zur Bereitstellung klimafreundlicher Energie arbeitet Mainova an der Entwicklung innovativer, zukunftssicherer Energielösungen und fördert nachhaltige Projekte, so dass das Unternehmen im Jahr 2020 von Ecovadis, einer der renommiertesten Bewertungsplattformen für Nachhaltigkeit, mit einem Nachhaltigkeitsrating in Bronze ausgezeichnet.

Jens-Peter Feidner, Managing Director Deutschland bei Equinix sagt: „Frankfurt ist ein bedeutender Digitalstandort in Europa, an dem sich Unternehmen miteinander vernetzen, Daten austauschen und auf die Cloud zugreifen. Rechenzentren sind ein wichtiger Bestandteil dieser unverzichtbaren digitalen Infrastruktur. Um dem wachsenden Bedarf nachzukommen, investieren wir kontinuierlich in den Ausbau unserer Rechenzentren in Frankfurt. Der direkte Anschluss an das Netz der NRM stellt dabei eine neue Dimension der Zusammenarbeit und die Basis für die langfristige und nachhaltige Weiterentwicklung unseres Campus Nordost dar.“ Er kündigt an: „Gemeinsam mit der NRM treiben wir die Expansion in Frankfurt weiter voran.“

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