Surf-Cluster besteht aus Lenovo-Server mit Flüssigkühlung, AMD- und Nvidia-Prozessoren Die Niederlande bekommen einen neuen Supercomputer

Redakteur: Ulrike Ostler

Surf ist die Informations- und Kommunikationstechnologie-Kooperative für Bildung und Forschung in den Niederlanden. Im Rahmen des 20-Millionen-Euro-Projekts, das Anfang des Jahres startet, wird der größte und leistungsfähigste Supercomputer des Landes entstehen. Die Lenovo Data Center Group (DCG) wird die Infrastruktur für den Surf-Hochleistungsrechner liefern.

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So sehen die Lenovo DCG Server-Racks für den Surf-Supercomputer aus.
So sehen die Lenovo DCG Server-Racks für den Surf-Supercomputer aus.
(Bild: Lenovo)

Der Supercomputer soll Wissenschaftler aus über 100 Bildungs- und Forschungseinrichtungen in den gesamten Niederlanden bei ihrer Arbeit unterstützen und hochkomplexe Berechnungen ermöglichen, etwa in der Meteorologie, Astrophysik, Medizin und in den Sozialwissenschaften sowie in den Material- und Geowissenschaften.

Hier soll der neue Supercomputer stehen.
Hier soll der neue Supercomputer stehen.
(Bild: Lenovo)

Noch immer dehnen sich die Entscheidungszyklen in der Forschung und in öffentlicher Hand im Vergleich zu den Prozessen in der Wirtschaft lange aus, erläutert Dieter Stehle, Geschäftsführer der Data Center Group Central Region von Lenovo (siehe: Gianfranco Lanci geht im September in den Ruhestand; Lenovo organisiert Geschäftsbereiche neu). Da gehen die Anträge über viele Tische und Forschungsgelder müssen beantragt, bewilligt und freigegeben werden. Doch die Zeiten, da die schließlich gelieferte Technik bei Inbetriebnahme schon veraltet war, neige sich dem Ende zu. So werden schon bei der Ausschreibung beispielsweise mit Prozessoren der nächsten oder übernächsten Generation geplant, was den Designern der auf die Kunden zugeschnittenen Systeme das Leben nicht gerade erleichtere, so Strehle.

Basis der Lenovo-Technik für Surf umfasst sowohl „Lenovo Thinksystem“-Server mit „AMD Epyc“-Prozessoren der 2. Generation als auch Thinksystem Server mit den kommenden Epyc-CPUs der 3. Generation, Codename „Milan“. Beide Systeme werden mit der Wasserkühlungstechnologie „Lenovo Neptune“ laufen.

Die 12,4 Pebibyte (PiB) „Lenovo Distributed Storage Solution“ (DSS-G) und Server mit „Nvidia HGX A100 40 GB 4“-Graphics Processing Unit (GPU) unterstützen außerdem Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen (ML). Beides wird für die Forschung von Surf benötigt.

„Nvidia Mellanox HDR 200Gb/s Infiniband“ mit intelligenten netzwerkinternen Compute Beschleunigern sorgt für niedrige Latenzzeiten und einen hohen Datendurchsatz. Damit kommt das System auf eine zehnfache Leistung des Vorgängersystems und eine Peak-Performance von fast 13 PetaFlops.

„AMD ist stolz darauf, mit weltweit führenden Instituten und Einrichtungen zusammenzuarbeiten, um ihnen Zugang zu fortschrittlichen Technologien und Möglichkeiten zu bieten, die für die Verarbeitung moderner HPC-Workloads und Forschung, die sich mit einigen der größten Herausforderungen der Menschheit befasst, entscheidend sind", sagt Roger Benson, Senior Director, Commercial EMEA bei AMD.

Energie-Effizienz durch Wasserkühlung

Um eine hohe Packungsdichte effizient zu kühlen, bietet sich eine direkte Wasserkühlung an. Zugleich erhöht sie die Energie-Effizienz eines Systems. Die Kühlungstechnologie von Lenovo wird rund 90 Prozent der Wärme aus dem System abführen und dadurch sowohl den Gesamtenergieverbrauch senken als auch die Gesamteffizienz erheblich steigern und in Konsequenz ermöglichen, dass die Prozessoren ihre Spitzenleistung erbringen können.

Die Modernisierung der Surf-Infrastruktur beginnt jetzt, im Februar 2021, und Phase 1 des neuen Supercomputers wird voraussichtlich bis Mitte 2021 betriebsbereit sein.

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