Public Preview

Der Microsoft SQL Server 2019

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Dietmar Müller

Das Public Preview erlaubt einen Blick auf die neuen Features des Microsoft SQL Server 2019.
Das Public Preview erlaubt einen Blick auf die neuen Features des Microsoft SQL Server 2019. (Bild: gemeinfrei, efes / Pixabay / CC0)

Microsoft hat auf der Ignite-Konferenz in Orlando den Microsoft SQL Server 2019 vorgestellt und startete das Public Preview. Dies erlaubt schon jetzt einen Blick auf die erweiterten sowie neuen Features.

Beispielsweise wäre die einfachere und intuitivere Gestaltung bei der Data Intelligence, der Datenintegration und dem Datenmanagement zu nennen. So gibt es in der neuen Version unter anderem die Möglichkeit, SQL Server Container mit Always On Availability Groups auf einem Kubernetes Cluster hochverfügbar zu machen. Dadurch wird es erheblich einfacher, seine Daten schnell durch die Nutzung von Containerisierung performant und hochverfügbar zu halten, wobei der administrative Aufwand auf ein Minimum reduziert wird. Hier die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Neue Features für eine kosteneffiziente Migration

Die Azure SQL Database wird um zwei neue Features erweitert, um kosteneffizient Daten in die Cloud zu migrieren – Azure SQL Database Hyperscale- und Managed-Instanzen.

Die nun in Preview erhältliche SQL Database Hyperscale für Single Databases ist eine hochskalierbare Serviceschicht, die die benötigten Ressourcen auf Abruf adaptiert. So sind automatische Skalierungen bis zu 100TB pro Datenbank möglich, was ein sehr schnelles Wachstum von Applikationen erlaubt.

Die bereits auf der Microsoft Ignite 2017 angekündigten Managed-Instanzen sind jetzt für die Allgemeinheit verfügbar. Somit gibt es nun eine nahezu 100-prozentig kompatible SQL-Server-Lösung in der Cloud, die vollständig von Microsoft gemanagt wird. Eine Migration in die Cloud benötigt nun nur noch minimale Anpassungen – der administrative Overhead fällt weg. Auch für Serviceprovider kann sich hieraus ein neues Konstrukt für Managed-Angebote ergeben.

Big Data mit dem SQL Server

Mit dem Microsoft SQL Server 2019 wurden zwei der wichtigsten Big Data Frameworks integriert: Big-Data-Framework Apache Spark und das Hadoop Distributed File System (HDFS). Dies zeigt deutlich, wie wichtig der Umgang mit Big-Data-Workloads ist. Zudem können nun – dank der Überarbeitung der PolyBase-Technologie – Anfragen auf in Hadoop oder Azure Blob Storage hinterlegte Daten ausgeführt werden.

Mittels PolyBase ist es möglich, über sogenannte „externe Tabellen” auf andere Datenbanksysteme wie beispielsweise MongoDB oder Oracle zuzugreifen und diese direkt in Microsoft SQL zu nutzen, beispielsweise für PowerBI-Auswertungen. Außerdem kann dank PolyBase die Migration zu Microsoft an vielen Stellen effizienter bzw. ein Übergang reibungsloser dargestellt werden. Neben der Cloudversion ist PolyBase mit dem SQL Server 2019 auch On-Premises erhältlich. Der Vorteil dieser Technologie ist, dass die Applikation nur mit dem SQL Server spricht und über die PolyBase eine externe Datenquelle – wie Oracle oder Mongo DB – angebunden werden kann. Somit wird die Abhängigkeit von anderen Datenbankplattformanbietern verringert, was gerade für die Integration, Migration und Übergangsphasen wichtig ist.

Sichere Verschlüsselung aller Dateien

Mit dem Microsoft SQL Server 2016 wurde die Always Encrypted Technologie eingeführt. Das ermöglichte eine permanente Verschlüsselung aller sensiblen Daten, die durch die SQL Server Database Engine verarbeitet werden. Diese liegen auf dem Server also ausschließlich in verschlüsselter Form vor. Einzig der Client und damit Besitzer der Daten, kann sie entschlüsseln. Der SQL Server als Manager der Daten muss lediglich mit dem verschlüsselten Ergebnis arbeiten, wodurch auch Datenbankadministratoren und Domain Admins keine unbeabsichtigte Einsicht in sensible Daten erhalten. Die Folge davon ist, dass einige Operationen jedoch mit diesen sensiblen Daten nicht auf dem Server ausführbar sind.

Der SQL Server 2019 baut auf dieser Technologie auf und erweitert diese um Secure Enclaves. Bei Secure Enclaves handelt es sich um gesicherte Bereiche im Speicher des Servers, der als Blackbox fungiert und nicht einmal durch Debugging ausgelesen werden kann. Innerhalb der Secure Enclaves können die Daten serverseitig entschlüsselt und verarbeitet werden, was die Sicherheit weiterhin gewährleistet und zusätzlich Pattern Matching Operationen wie LIKE zulässt.

Schnellstart und bessere Effizienz

Um schneller in die Containerisierung des SQL Servers zu starten, werden Red Hat Enterprise Linux als Red Hat Certified Container Images und Ubuntu-basierte Container Images in der Microsoft Container Registry (MCR) zur Verfügung gestellt. Diese können als Basis verwendet werden, um mit eigenen Entwicklungen und Tests zu starten.

Mit dem SQL Server 2017 wurde es möglich, die Feature R- und Python-Code nativ auszuführen. Der SQL Server 2019 erlaubt es nun auch, Java Code direkt auszuführen, wobei die Machine-Learning-Services des Produkts unterstützt werden – sowohl auf einem Windows Server, als auch auf einem Linux Server.

Eine weitere SQL Server Neuigkeit ist die Umbenennung der multiplattform Variante des SQL Server Management Studios, welche auch unter Linux und Mac lauffähig ist, von „SQL Operations Studio“ in „Azure Data Studio“.

Fazit

Die Preview des Microsoft SQL Servers 2019 bietet einige neue und erweiterte Features, die einen Umgang mit Big Data erleichtern. So lernt die SQL Server Engine stetig mit: Durch Intelligent Query Processing kann bereits nach der zweiten Ausführung einer Query der benötigte Memory Bedarf besser geschätzt werden, wodurch der Arbeitsspeicher effizienter genutzt wird und weniger Daten bei einer Abfrage auf die langsameren Festplatten ausgelagert werden müssen. Das optimiert den Einsatz von Ressourcen und steigert die Performance sowohl bei großen, als auch bei kleinen Abfragen enorm – ganz ohne Änderungen an den bestehenden Applikationen.

Dennoch darf nicht vergessen werden, dass einige Microsoft Produkte, wie beispielsweise ein SharePoint, noch nicht supported werden. Auch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass es sich hier noch um eine Preview handelt, die erst langsam in die globale Verfügbarkeit kommt und erfahrungsgemäß mit noch kleinen Kinderkrankheiten zu kämpfen hat. Eine Umstellung auf eine neuere SQL Server Version wird dennoch immer wichtiger, da ältere Versionen nicht mehr supported werden. So endet auch der erweiterte Support für die Produkte SQL Server 2008 und 2008 R2 am 9. Juli 2019.

Die Autoren Nils Gräf und Pascal Poletto arbeiten als Business Unit Manager Collaborations beziehungsweise als Teamleiter Data Platform Solutions bei Axians IT Solutions.

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