Rechenzentrum mit lebenden Nervenzellen Day One startet biologisches Rechenzentrum in Singapur

Quelle: Pressemitteilung DayOne 2 min Lesedauer

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Rechenzentren bestehen bislang aus Silizium, Prozessoren und Speichern. In Singapur geht Day One einen anderen Weg: 20 Systeme mit lebenden Nervenzellen sollen zeigen, was biologische Rechner leisten können.

Besucher betrachten die „CL1“-Systeme beim Start des biologischen Rechenzentrums von DayOne, Cortical Labs und der National University of Singapore.(Bild:  DayOne Data Centers)
Besucher betrachten die „CL1“-Systeme beim Start des biologischen Rechenzentrums von DayOne, Cortical Labs und der National University of Singapore.
(Bild: DayOne Data Centers)

Day One Data Centers hat gemeinsam mit Cortical Labs und der Yong Loo Lin School of Medicine der National University of Singapore einen Prototyp für ein biologisches Rechenzentrum gestartet. Die Anlage soll zeigen, wie biologische Rechentechnik künftig Anwendungen in Künstlicher Intelligenz (KI) und Forschung unterstützen kann.

Im Mittelpunkt stehen 20 Systeme des Typs „CL1“ von Cortical Labs. Sie bilden laut den beteiligten Unternehmen das weltweit erste unabhängig betriebene biologisch integrierte Server-Rack. Der Prototyp steht in einer Forschungsumgebung der National University of Singapore (NUS) und wird von Day One betrieben und unterstützt.

Nervenzellen in Kombination mit Silizium

Beim biologischen Computing werden aus Stammzellen gewonnene lebende Nervenzellen mit Silizium-Hardware verbunden. Die Nervenzellen reagieren auf elektrische Signale und können sich an veränderte Bedingungen anpassen. Nach Angaben der Projektpartner benötigen solche Systeme für bestimmte Rechenaufgaben deutlich weniger Energie als herkömmliche digitale Rechner.

Die beteiligten Organisationen wollen unter anderem Anwendungen für neuroinspirierte Künstliche Intelligenz, biomedizinische Modellierung, Wirkstoffforschung und die Erforschung neurologischer Erkrankungen untersuchen.

„Wir wollen dazu beitragen, wie die nächste Generation digitaler Infrastruktur aussehen kann. Dazu gehören auch Ansätze, die Singapurs Nachhaltigkeits- und KI-Ziele miteinander verbinden“, sagt Jamie Khoo, Chief Executive Officer von Day One.

Prototyp als Teil der Rechenzentrumsstrategie

Das Projekt steht im Zusammenhang mit Singapurs Green Data Center Roadmap. Die Initiative der Regierung soll den Ausbau von Rechenzentrumskapazitäten mit höheren Anforderungen an die Energieeffizienz verbinden.

Für Day One ist der Prototyp zugleich Teil seiner weiteren Aktivitäten in Singapur. Das Unternehmen hat im Mai 2026 beim ersten lokalen Rechenzentrum „SG1“ den Rohbau abgeschlossen. Der Standort soll Anfang 2027 in Betrieb gehen. Zusätzlich entsteht in Singapur ein globales Operations Command Center des Unternehmens.

Day One ist nach eigenen Angaben in neun Märkten in Asien-Pazifik und Europa aktiv. Seit der Gründung hat das Unternehmen rund 2,1 Gigawatt an Buchungen für Rechenzentrumskapazitäten erhalten.

Einsatz für Forschung und KI

Cortical Labs sieht mögliche Anwendungen insbesondere dort, wo Systeme mit vergleichsweise wenigen Daten lernen und sich an veränderte Bedingungen anpassen müssen. Genannt werden unter anderem Wirkstoffforschung, humanoide Robotik, Cybersicherheit sowie die Erkennung von Betrug.

Für die NUS-Forschung steht daneben die Verbindung von biologischem Lernen und medizinischer Forschung im Mittelpunkt. Die Wissenschaftler wollen die Systeme unter anderem nutzen, um Lern- und Anpassungsprozesse biologischer Nervenzellen zu untersuchen und daraus Erkenntnisse für die Wirkstoffforschung und die Erforschung neurologischer Erkrankungen zu gewinnen.

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