Nicht nur Frankfurt - der ISG-Anbietervergleich

Co-Location boomt in allen größeren deutschen Wirtschaftsräumen

| Redakteur: Ulrike Ostler

Im „Leader“-Quadranten der ISG-Marktuntersuchung „ISG Provider Lens“ des Marktsegments „Co-Location Services“ konnten sich acht Anbieter positionieren.
Im „Leader“-Quadranten der ISG-Marktuntersuchung „ISG Provider Lens“ des Marktsegments „Co-Location Services“ konnten sich acht Anbieter positionieren. (Bild: ISG Research 2019)

Der jüngste Anbietervergleich der Information Services Group (ISG), festgehalten im ISG-Report „Provider Lens – Private/Hybrid Cloud - Data Center Solutions & Services Germany 2019“ verzeichnet eine steigende Nachfrage nach Co-Location-Services, weit über den Knotenpunkt Frankfurt am Main hinaus.

Kurz und knapp: Die Nachfrage nach Flächen in Co-Location-Rechenzentren zieht weiter an. Die ISG-Studie unterstreicht, dass der Co-Location-Boom längst über die Region rund um den Internet-Austauschknoten DE-CIX in Frankfurt hinausgeht und mittlerweile alle größeren Wirtschaftsräume in Deutschland erfasst hat.

In Frankfurt betreiben aktuell 35 Co-Location-Anbieter 65 Rechenzentren und bieten eine Fläche von insgesamt 600.000 Quadratmetern. Hinzu kommen rund 125 Co-Location-Rechenzentren in weiteren deutschen Ballungszentren oder großen Wirtschaftsräumen. Barbara Florschütz, Geschäftsführerin und Partner bei der ISG Information Services Group DACH, hält eine Erklärung parat: „Räumliche Nähe zu den Rechenzentren wünschen sich nicht nur Mittelständler, sondern auch viele Großkunden.“

Zudem spiele mittlerweile auch das Edge Computing für Anwendungen im Internet of Things eine größere Rolle. Die dabei vor Ort anfallenden großen Datenmengen benötigten geringe Latenzzeiten von unter fünf Millisekunden. „Ein entferntes Cloud-Rechenzentrum mit Antwortzeiten von rund 70 Millisekunden kann eine solche Performance nicht bieten“, so Florschütz.

Viele Treiber

Der Co-Location-Boom wird laut ISG-Anbietervergleich kundenseitig nicht nur von Unternehmen aus allen Größenklassen getragen, sondern auch von Service Providern, Integratoren sowie Carriern. Diese installieren ihr Netzwerk in den Co-Location-Zentren, um über „Meet me Rooms“ im Handumdrehen Direktverbindungen bereitstellen zu können. Auch bilden Co-Location-Rechenzentren oft das Rückgrat von hybriden Cloud-Lösungen.

Der „ISG Provider Lens – Private/Hybrid Cloud - Data Center Solutions & Services Germany 2019“ untersuchte im Marktsegment „Colocation Services“ die Fähigkeiten von 24 Providern. Der Anbietervergleich führt die großen Anbieter wie Cyrus One, E-Shelter, Equinix, Interxion, Itenos, Plusserver, QSC und Telehouse als Leader auf.

Die verwandten Marktsegmente

Neben dem Co-Location-Markt beleuchtet der Bericht ISG Provider Lens drei weitere Marktsegmente: Managed Services, Managed Hosting sowie Managed Container as a Service

Managed Services

Die Nachfrage im Marktsegment der Managed (Cloud) Services hat sich der Studie zufolge sowohl bei mittelständischen als auch bei Großunternehmen erhöht. Die Umsatzzuwächse der Anbieter seien hier sprunghaft gestiegen und bewegten sich oft im zweistelligen Bereich. Zunehmend bänden die Service Provider auch Public Clouds in ihr Leistungsspektrum mit ein und richteten ihre Services immer mehr branchenspezifisch aus. Getrieben werde der Markt den ISG-Analysten zufolge vor allem durch neue Geschäftsideen, welche die Unternehmen kurzfristig umsetzten und deshalb ihre Arbeitsabläufe flexibler und skalierbarer gestalten müssten.

Managed Hosting

Mittelständische Unternehmen entscheiden sich, so ISG, in der Regel für Managed Hosting-Angebote auf Augenhöhe und in Reichweite. Somit müssten die Dienstleister in Deutsch kommunizieren und die Spezifika des deutschen Marktes kennen. Dies gelte insbesondere auch für den in der Studie analysierten Markt für Private/Hybrid Hosting sowie die zugehörigen Managed Services.

Generell folge die Auswahl eines Managed Hosting-Anbieters bei mittelständischen wie auch Großkunden einfachen Regeln. Kunden suchten nach wie vor nach günstigen Preisen sowie transparenten und zugleich standardisierten, aber dennoch individualisierbaren Vertragsmodellen. Die Managed Hosting-Anbieter bauen dabei ihre Rechenzentrumsimmobilien mehr und mehr ab. Stattdessen bieten sie Managed Services auf Basis von Partnerschaften mit Betreibern von Co-Location-Rechenzentren an.

Managed Container as a Service

Der Anbietermarkt-für Managed Container as a Service hingegen stehe erst am Anfang, was Service Level Agreements (SLAs), Servicebeschreibungen, Preise und vor allem die Ausrichtung des jeweiligen Angebots angehe. Die ISG-Studie fördert zutage, dass es allen voran globale Service-Provider sind, die Container als Managed Service anbieten – zumeist im Kontext mit agiler Software-Entwicklung und DevOps. Zudem sind bislang sind nur wenige Anbieter Kubernetes-zertifiziert.

Eine weitere Gruppe von Hosting-Providern betrachtet und vermarktet Container eher aus Infrastruktur-Perspektive. Applikationsmodernisierung, -entwicklung oder auch -migration spielten für sie, so ISG, eine untergeordnete Rolle. Diese Anbieter fokussierten meistens auf Projekte, die Container als günstige und schnelle Variante des hardware-abstrahierten Hostings sehen. Wie ISG im Bericht ausführt, stehen reine Kosten- und Performance-Vorteile durch den Container-Betrieb im Mittelpunkt.

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Gibts den Bericht auch international, nicht nur mit Blick auf Deutschland?  lesen
posted am 19.07.2019 um 08:50 von Unregistriert


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