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Willkommen im Datacenter-Land! Volkswagen bezieht 2 Rechenzentren in Norwegen

| Autor: Ulrike Ostler

Mitte Juni haben der Volkswagen Konzern und Green Mountain den Betrieb von High-Performance Computing in zwei eigens dafür eingerichteten Rechenzentren im norwegischen Rjukan offiziell begonnen. Die norwegische Politik unterstützt den Aufbau und das schnelle Wachstum der norwegischen Rechenzentrumsindustrie.

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Der Volkswagen Konzern nutzt seit Juni 2019 die neu gebauten Rechenzentren von Green Mountain im norwegischen Rjukan für Simulationen, etwa von Crash-Tests.
Der Volkswagen Konzern nutzt seit Juni 2019 die neu gebauten Rechenzentren von Green Mountain im norwegischen Rjukan für Simulationen, etwa von Crash-Tests.
(Bild: Volkswagen)

Die Gründe für die Nutzung der Rechenzentren in Norwegen legt Mario Müller, Leiter IT-Integration und Services des Volkswagen-Konzerns, dar: „Für uns sind wirtschaftliche Faktoren und Nachhaltigkeit im Unternehmen wichtige Aspekte. Das neue Rechenzentrum in Norwegen erfüllt in beiderlei Hinsicht. Der Betrieb ist kostengünstig und völlig klimaneutral.“

Er fügt hinzu: „Wir unterstützen die Digitalisierung in allen Bereichen des Volkswagen Konzerns. Mit neuen Technologien und digitalen Kooperationsformen aber wächst der Bedarf an Rechenleistung im Unternehmen. Somit erweitern wir unsere Kapazitäten kontinuierlich.“

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Green Mountain ist ein Datacenter-Unternehmen, das sich auf die Bereitstellung von High-End-Rechenzentrumsservices für Unternehmens- und Großhandelskunden auf der ganzen Welt spezialisiert hat. Im Jahr 2018 kündigten die Firma Investitionen in den Ausbau des Standortes Rjukan an - um den Bedürfnissen „eines bestimmten Kunden“ gerecht zu werden – offenbar der Volkswagen Konzern.

Die Gründe für die norwegischen Rechenzentren

Zur Vertragsvereinbarung haben nach Aussagen der Partner mehrere Faktoren beigetragen: Norwegens Fülle an kostengünstigem Strom aus erneuerbaren Energien - die Rechenzentren von Green Mountain laufen ausschließlich mit erneuerbarer Wasserkraft und den niedrigsten Energiepreisen Europas - und die günstigen Rahmenbedingungen, die die Regierung verschafft.

Dieser Vertrag unterstütze nicht nur Norwegen als aufstrebenden Rechenzentrumsstandort, sondern entfalte auch positive Wirkung für die lokale Bevölkerung, heißt es. Es wird geschätzt, dass für jedes Megawatt in einem Rechenzentrum 20 Arbeitsplätze geschaffen werden.

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So zeigt sich der norwegische Minister für Handel und Industrie, Torbjørn Røe Isaksen, ist begeistert: „Daten sind zu einer Schlüsselressource für die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft geworden, und der Bedarf an Rechenzentren wird nur zunehmen. Zugleich braucht Norwegen neue Industrien, die Arbeitsplätze schaffen und das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Rechenzentren sind eine spannende Branche, die dazu beitragen kann. Ich freue mich sehr, dass Volkswagen ein Rechenzentrum am Green Mountain in Rjukan errichten will.“

Schnell gebaut

Hinzu kommt die Fähigkeit von Green Mountain, qualitativ hochwertige Rechenzentren mit rasch und marktreif zu liefern. Die Rechenzentren mit einer Kapazität von 2,75 Megawatt wurden am 1. April nach einer sechsmonatigen Bauphase mit vorgefertigten Rechenzentrumsmodulen und dem großen Einsatz mehrerer lokaler Unternehmer fertiggestellt.

Tor Kristian Gyland, sagt: „Es zeigt sich wirklich, dass die Rechenzentrumsstrategie funktioniert.“
Tor Kristian Gyland, sagt: „Es zeigt sich wirklich, dass die Rechenzentrumsstrategie funktioniert.“
(Bild: Green Mountain)

Der Vorstandsvorsitzende von Green Mountain, Tor Kristian Gyland, sagt: „Es zeigt wirklich, dass die Rechenzentrumsstrategie funktioniert und internationale Großkunden nach Norwegen zieht. Wir sind sehr stolz auf das Vertrauensvotum des Volkswagen Konzerns.“

Die Rechenleistung des neuen Standortes wird künftig von den Marken Volkswagen PKW und Audi für ihre Fahrzeugentwicklungsprojekte genutzt. Dazu gehören Simulationen von Crash- und virtuelle Windkanaltests. Solche Berechnungen sind nicht zeitkritisch, sondern sehr komplex und Energie-intensiv.

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Über den Autor

 Ulrike Ostler

Ulrike Ostler

Chefredakteurin DataCenter-Insider, DataCenter-Insider