BPM ist keine Frage des Entweder-oder

Cloud oder On-Premise? BPM erzwingt keine Entscheidung

| Autor / Redakteur: Gianluca DeLorenzis / Ulrike Ostler

Der Trend zur vollständigen Digitalisierung von Wertschöpfungsprozessen ist bereits heute eindeutig erkennbar. Die Unternehmen brauchen ein leistungsfähiges Business Process Management, egal ob Cloud oder nicht.
Der Trend zur vollständigen Digitalisierung von Wertschöpfungsprozessen ist bereits heute eindeutig erkennbar. Die Unternehmen brauchen ein leistungsfähiges Business Process Management, egal ob Cloud oder nicht. (Bild: © bas121 - Fotolia)

Business Process Management (BPM) erlaubt die Komplexität der IT-Systeme im Unternehmen und der gesamten Wertschöpfungskette zu steuern. Die Frage, On-Premise, Cloud oder hybrid?– hängt dabei von der Struktur, der Strategie, den rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen ab. Hier ein paar grundsätzliche Überlegungen:

In den letzten Jahren lässt sich ein deutlicher Trend zur „Regionalisierung“ von IT-Systemen und -Lösungen beobachten: Immer stärker sind es die Fachabteilungen, die als Treiber der IT-Entwicklung im Unternehmen agieren. Die Gründe dafür liegen einerseits in zunehmend ausdifferenzierten fachlichen Anforderungen.

Andererseits sind inzwischen viele bereichsspezifische Kombinationen aus Geschäfts- und IT-Prozessen entstanden, die auf unterschiedliche Datenbanken und Systeme aufsetzen – etwa im Lieferanten-Management, im Einkauf (procure to pay), bei der Umsetzung von Industrie 4.0, im Kontext von Compliance-Anforderungen oder im Vertriebs- und Kundenmanagement.

Business Process Management, als ein Ansatz zur IT-basierten Integration und kontinuierlichen Optimierung der Geschäftsprozesse, bildet diese wachsende Dezentralisierung, Systemheterogenität und fachspezifische Ausdifferenzierung ab. Das Ergebnis ist ein regelrechter Wildwuchs von sehr häufig überdimensionierten Systemen und Lösungen.

Dieser Umstand konfrontiert Unternehmen mit zwei wesentlichen Problemen: Erstens entsteht eine hohe Komplexität und Kostenintensität bei Verwaltung und Archivierung der Daten, der Systempflege und dem Controlling. Zweitens lassen sich unternehmensweite Strategien zur Reduktion der Komplexität, Prozessintegration und Optimierung der abteilungsübergreifenden Abläufe nur unter hohen Ressourcenaufwänden umsetzen.

Unternehmensweites BPM – Basis von Effizienz und Performance

Vor diesem Hintergrund gewinnt der Aufbau eines einheitlichen BPM-Systems große Bedeutung: Es lassen sich einerseits redundante Lösungen und kostenintensive Integrationsaufwände reduzieren und andererseits über intuitiv bedienbare Dashboards einheitliche Arbeitsumgebungen und Prozessstandards etablieren.

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Über den Autor Gianluca DeLorenzis

Unabhängig davon, ob die Daten aus ERP-, CRM-, SRM-Systemen, Excel-Tabellen oder Social Media-Kanälen stammen, kann so eine unternehmensweite BPM-Suite eingeführt werden, die auch den spezifischen Fachanforderungen genügt. Die Voraussetzung dafür ist die Fähigkeit der BPM-Lösung, sowohl eine umfassende Integration einzelner Systemelemente und Prozesse zu ermöglichen als auch eine weitgehende Offenheit im Hinblick auf die Systemumgebung selbst als auch die Einbindung neuer Systeme zu gewährleisten.

Spätestens mit diesen Anforderungen stellt sich die Frage nach dem grundsätzlichen Anwendungsszenario: Soll eine On-Premise-, Cloud-, oder Hybrid-Lösung gewählt werden? Diese Entscheidung ist stark von den unternehmensspezifischen Anforderungen abhängig, denn jedes Szenario bietet ganz eigene Vor- und Nachteile.

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