Das Standardsystem: Raspbian (und abgespeckte Varianten)
Die Standarddistribution: Von Beginn an ist das Debian-basierte Raspbian das empfohlene Einsteiger-Betriebssystem für alle Varianten des Raspberry Pi. Für Fortgeschrittene oder Experimentierfreudige existiert allerdins noch eine breite Anzahl an Alternativen.
(Bild: Raspberry Pi Foundation / Screenshot)
Mit Abstand am weitesten verbreitet ist das Debian-basierte Raspbian. Dies hat mehrere Gründe: Zum einen handelt es sich bei Raspbian um das Betriebssystem, das offiziell von der Raspberry Pi Foundation unterstützt wird, was es effektiv zur Standarddistribution macht.
Zum anderen wurde es von Beginn an auf das direkte Zusammenspiel mit der Raspberry Pi Hardware hin optimiert. Zudem ist Debian eine sehr einsteigerfreundliche Linux-Distribution mit einer fensterbasierten GUI, die es selbst Einsteigern leicht macht, sich an den Umgang mit der kleinen Platine schnell zu gewöhnen.
Dieses Zusammenspiel sorgt für eine große öffentliche Aufmerksamkeit und eine aktive Community, die die Distributionen pflegt und kontinuierlich weiterentwickelt. Zudem existiert für dieses Betriebssystem bereits von Anbeginn an eine große Anzahl an Bildungs- und Lern-Tools für Programmierung oder Entwicklung, die sich sowohl an Anfänger als auch an fortgeschrittene Nutzer richten. All dies hat Raspbian fest als Standard-Betriebssystem für Raspberry-Pi-Anwendungen etabliert.
Die frühen Raspbian-Versionen basierten auf dem dritten Debian-Kernel, genannt „Wheezy“. Der zum Zeitpunkt dieses Artikels aktuellste OS-Standard, Raspbian „Stretch“, verwendet Kernel-Version 4.14 und kann auf der Webseite der Raspberry-Pi-Foundation in zwei grundlegend unterschiedlichen Varianten bezogen werden (Aktuelle Version vom 13. November 2018).
Für Einsteiger empfiehlt sich das umfangreiche Gesamtpaket von Raspbian Stretch inklusive Desktop und einem umfangreichen Softwarepaket. Wer auf letzteres Verzichten möchte, kann die GUI-Version von Raspbian Stretch auch mit allem Bibliotheken, aber ohne zusätzliche Programme herunterladen.
Seit dem Umstieg auf Kernel-Version 4 ist das Betriebssystem im Vergleich zu früher eine Spur einsteigerfreundlicher geraten: Statt in dem Terminal startet Raspbian nun standardmäßig direkt in die grafische Nutzeroberfläche. Neben einer verbesserten Performance bekam das OS zudem einige zusätzliche Komfortfunktionen spendiert, etwa ein integriertes LibreOffice, grafische Konfigurationsmenüs oder ein Auswurfknopf zum sicheren Entfernen von USB-Geräten direkt auf dem Desktop.
Version 4.9 brachte neben zusätzlichen Gerätetreibern eine wesentliche Optimierung von Performance und Security mit sich. Der Sprung von 4.9 auf Kernel-Version 4.14 führt in erster Linie Unterstützung für neuere Peripheriegeräte ein. Das November-2018-Update brachte zudem Hardware-Beschleunigung für Videos unter Nutzung des „VLC Media Player“ sowie verbesserte Debugging-Funktionen für Python-Programmierung mit sich.
Erfahrenere Nutzer werden zu schätzen wissen,dass Linux-Kernel 4.14 für Raspbian nun via apt ausgeliefert wird. Der Übergang von Linux 4.9 auf 4.14 bedeutet auch, dass mehr vom Raspberry Pi-Kernel-Code vorgelagert wurde, so dass Entwickler und Packet-Maintainer sich weniger Sorgen um eigene Patches machen müssen.
Da sich Raspbian in erster Linie an Einsteiger richtet, besitzt das Betriebssystem standardmäßig einige Features, die für zielgerichtete Anwendungen unnötig sind. Die in der vollen Version mit Softwarepaket integrierte grafische Programmierumgebung „Scratch 2.0“ eignet sich beispielsweise dazu, mit Hilfe von Blöcken und Modulen an die Programmierung herangeführt zu werden – bestens geeignet für Kinder und Neueinsteiger, für erfahrene Anwender allerdings unnötig. Auch das enthaltene Programmpaket Mathematica eignet sich zwar hervorragend für mathematisch-naturwissenschaftliche Anwendungen, wird aber im durchschnittlichen Rechneralltag eher weniger benötigt.
Abgespeckte und schlankere Raspbian-Varianten
Seit 2016 gibt es auf der offiziellen Raspbian-Download-Seite zu jeder neuen „vollwertigen" Raspbian-Distribution auch eine Raspbian Lite Version. Die aktuelle Download-Version (Stand 13. November 2018) kommt auf vergleichsweise schlanke 351 Megabyte im archivierten Zustand.
Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die Standarddistribution Stretch, die um Elemente die die grafische Benutzeroberfläche „LXDE“, das Grafiksystem „X.org“, alle GUI-basierten Programme sowie die Java-Pakete reduziert wurde. Das sorgt für deutlich schnellere Bootzeiten und räumt viel Arbeitsspeicher für maßgeschneiderte Anwendungen frei.
Stand: 08.12.2025
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Damit eignet sich diese Rasbian-Variante für Server-basierte Anwendungen sowie einige Embedded-Applikationen. Da Raspbian Lite konsequent mit jeder neuen „vollen“ Raspbian-Distribution ebenfalls aktualisiert wird, hat diese abgespeckte Debian-basierte OS-Variante den im März 2016 zuletzt aktualisierten Community-Ableger „Minibian“ abgelöst.
Wem Raspbian Lite noch immer zu ungelenk ist, kann einen Blick auf die deutlich schlankere Alternative „DietPi“ werfen. Im Gegensatz zu Minibian wird das für mehrere SBC-Plattformen verfügbare DietPi auch weiterhin aktiv gepflegt – das jüngste Image (DietPi 6.21) wurde zuletzt am 9. Februar 2019 aktualisiert (Stand 4. März 2019).
Bei Diet Pi handelt es sich nicht explizit um ein abgespecktes Raspbian. Das OS setzt allerdings ebenfalls auf dem Debian „Stretch“ Kernel 4.14 auf. Anders als Miniban oder Raspbian Lite verwendet DietPi eine grafische Benutzeroberfläche und legt Wert auf eine leichte Anwendbarkeit. Dennoch ist es wesentlich leichtgewichtiger – das archivierte Downloadpaket kommt auf gerade mal schlanke 90 MByte – und damit auch performanter als Raspbian, da standardmäßig RAM-Verbrauch als auch CPU-Belastung geringer sind.
DietPi unterstützt neben dem Raspberry Pi auch andere Single Board Computer mit speziell auf sie zugeschnittenen Versionen, darunter etwa das „Asus Tinker Board“, den „Banana Pi“ oder das „Odroid“.