Die besseren Einstellungen für Storage, Netzwerk und SAN-Anbindung

3X3 Tipps für die Beschleunigung von Hyper-V-Server und VMs

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Ulrike Ostler

Thomas Joos zeigt, wie Administratoren, die Hyper-V nutzen, den Turbo zuschalten können.
Thomas Joos zeigt, wie Administratoren, die Hyper-V nutzen, den Turbo zuschalten können. (Bild: © photosoup - Fotolia)

Virtualisieren Unternehmen mit dem Microsoft-Hypervisor „Hyper-V“, sollten Administratoren ihre Konfigurationen in regelmäßigen Abständen überprüfen. Auch das Nachrüsten von Festplatten, Netzwerkkarten und Fibre-Channel-Adaptern kann sinnvoll sein. In diesem Beitrag geht es um die wichtigsten Möglichkeiten.

Wenn die Leistung von Hyper-V-Servern einbricht oder sie nicht so ideal ist wie erhofft, liegt es in den meisten Fällen an Problemen mit dem Storage oder der Netzwerkadapter. „Windows Server 2012 R2“ bietet vor allem in diesen Bereichen zahlreiche Möglichkeiten, mit denen sich die Leistung deutlich verbessern lässt. Vor allem bezüglich der Storage-Konfiguration gibt es einiges Optimierungspotential.

1. Die Zuordnung von virtuellen Servern zu physische Festplatten

In jeder Umgebung sollte regelmäßig überprüft werden, ob einzelnen VMs besser physische Datenträger direkt zugewiesen werden. Das hat den Vorteil, dass Host und andere VMs auf dem Host entlastet werden, während gleichzeitig die entsprechende VM einen deutlichen Leistungsschub erhält. Sinnvoll kann das vor allem bei Servern mit starker Festplattenbelastung sein, zum Beispiel Postfach-Server mit „Exchange Server 2013“.

Abbildung 1: Virtuellen Servern können Administratoren auch physische Festplatten zuordnen, um die Leistung zu verbessern.
Abbildung 1: Virtuellen Servern können Administratoren auch physische Festplatten zuordnen, um die Leistung zu verbessern. (Bild: Thomas Joos)

Allerdings muss hier auch beachtet werden, dass es einige Nachteile gibt, und nicht immer die Vorteile überwiegen. Hyper-V-Replica, Hyper-V-Snapshots und die Live-Migration der Festplatten funktionieren in diesem Fall nicht mehr. Daher sollte vor der Einführung erst eine ausführliche Diagnose erfolgen.

2. Die direkte Anbindung von SAN-Volumes an VMs

In vielen Umgebungen werden SAN-Volumes über physische Festplatten an Hyper-V angebunden. Allerdings ergeben sich hier einige Nachteile. Zunächst wird das SAN-Volume häufig über iSCSI angebunden. Außerdem lassen sich in dieser Konfiguration keine SAN-Snapshots in der VM nutzen.

Besser ist die Verwendung eines virtuellen SAN-Adapters. Diesen konfigurieren Administratoren für den Hyper-V-Host und weisen verschiedene World Wide Names (WWN) zu. Den VMs auf dem Hyper-V-Host weisen Administratoren dann virtuelle Fibre-Channel-Adapter zu.

Abbildung 2: in Windows Server 2012 R2 lassen sich SANs an virtuelle Server anbinden. Genutzt werden dazu virtuelle Fibre-Channel-Adapter
Abbildung 2: in Windows Server 2012 R2 lassen sich SANs an virtuelle Server anbinden. Genutzt werden dazu virtuelle Fibre-Channel-Adapter (Bild: Thomas Joos)

Dieser erhält vom Adapter des Hosts einen WWN. Der WWN ist im SAN zu sehen und lässt sich für die direkte Zuweisung von Volumes an die VM nutzen. Diese Volumes sind für den Host nicht sichtbar, daher muss er diese auch nicht verwalten, was ihn wiederum entlastet.

Die Technologie funktioniert in mittelständischen Unternehmen genauso, wie bei Unternehmen, die auf „System Center Virtual Machine Manager 2012 R2“ setzen. Denn auch her lassen sich virtuelle Fibre-Channel-Adapter optimal nutzen.

3: Das Trennen von Systemdateien und virtuellen Festplatten

Die Dateien virtueller Festplatten sollten in jedem Fall von Systemdateien und anderen Dateien getrennt werden, die häufig in Verwendung sind. Wenn Systemprozesse auf Datenträger zugreifen, auf denen auch die Hyper-V-Prozesse zugreifen, wird die Leistung der virtuellen Server deutlich eingeschränkt.

Aus diesem Grund sollten Administratoren auch in kleinen Umgebungen in den Hyper-V-Einstellungen schon während oder nach der Installation von Hyper-V den Standardpfad für virtuelle Maschinen ändern. Ansonsten besteht die Gefahr, dass versehentlich am falschen Ort wichtige Dateien von VMs abgelegt werden.

Um die optimale Leistung zu erreichen ist es auch sinnvoll die virtuellen Festplatten von virtuellen Servern auf getrennten Datenträgern zu speichern. Vor allem in Umgebungen mit SANs lassen sich dadurch deutliche Leistungsvorteil erzielen.

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