Das Kreuz mit dem Lizenz-Dschungel in virtuellen Umgebungen

Wie lizenziert man Microsoft Windows Server 2012 R2 korrekt und günstig?

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Genau rechnen macht sich bezahlt

Die Wahl der falschen Edition kann sich schnell in höheren Lizenzkosten niederschlagen. Eine beispielhafte Lizenzberechnung für den Windows Server 2012 R2 Standard macht dies deutlich. Will man auf drei Hosts insgesamt drei virtuelle Server installieren, die zur Lastenverteilung zwischen allen drei Hosts hin und her springen, muss laut Microsoft die maximal mögliche Anzahl an Servern für jeden Host lizenziert werden. Pro Host mit zwei CPUs ist eine Standard-Lizenz erforderlich.

Damit dürfen aber nur zwei virtuelle Server betrieben werden! Nun könnte – zumindest in der Theorie – der Fall eintreten, dass alle drei virtuellen Server zeitweise auf demselben Host laufen. Da in einem Szenario mit automatischer Lastenverteilung nicht planbar ist, in welcher Konstellation die drei virtuellen Maschinen auf den drei Hosts laufen, sind alle drei Hosts mit jeweils zwei Standard-Lizenzen auszustatten. Anstatt drei wären in Summe also gleich sechs Standard-Lizenzen notwendig.

Entscheidet sich das Unternehmen hingegen für die Datacenter-Edition, genügen drei Lizenzen – gleichgültig in welcher Konstellation die virtuellen Server auf den Hosts laufen. Allerdings ist die Standard-Version wesentlich preisgünstiger. Es empfiehlt sich also, eine langfristige Planung aller zu virtualisierenden Server zu erstellen und darauf basierend einen Preisvergleich durchzuführen.

Nicht vergessen! Zugriffslizenzen

Zusätzlich zu den Server-Lizenzen müssen Zugriffslizenzen erworben werden. Häufig lizenzieren Unternehmen nur ihre Server und deren Benutzer.

Die Wahl der Windows Server 2012 R2 Edition hat Auswirkungen auf den Lizenzbedarf für virtuelle Server. Zugriffslizenzen werden oft unterschätzt.
Die Wahl der Windows Server 2012 R2 Edition hat Auswirkungen auf den Lizenzbedarf für virtuelle Server. Zugriffslizenzen werden oft unterschätzt.
(Bild: DeskCenter Solutions AG)

Vielen ist nicht bewusst, dass jedes Gerät, jeder Zugriff auf die Server innerhalb des Netzwerks mit einer Zugriffslizenz ausgestattet sein muss! Kurz gesagt: alles, was vom Windows DHCP-Server eine IP-Adresse erhält, benötigt eine CAL. Das betrifft IP-Telefone ebenso wie Netzwerkdrucker, das Smartphone oder das iPad des Mitarbeiters. Wird Besuchern ein Firmen-WLAN zur Verfügung gestellt, sind auch für diese Gäste CALs zu erwerben.

Fallstricke zuhauf

Unternehmen müssen bei einem Audit belegen, auf welcher Hardware eine virtuelle Maschine läuft. Der Einsatz von Virtualisierungstechnologien wie „XenServer“, „Hyper-V“ oder „vSphere“ kann aber zu Lücken in der Erkennung führen. Unternehmen sollten daher bei der Auswahl einer Software-Asset-Management-Software darauf achten, dass diese erfasst, welche virtuelle Maschine wie viele Prozessoren nutzt und zu welcher Hardware diese Prozessoren gehören.

Zudem sollte das SAM-Tool neben Microsoft-Metriken auch Server-Lizenzmodelle anderer Hersteller wie PVU oder RVU von IBM abbilden und inventarisieren können. Bei den am Markt angebotenen SAM-Lösungen variieren die Erkennungsraten zwischen 60 und 100 Prozent. Verantwortliche sind daher gut beraten, Aussagen der SAM-Anbieter mittels eines Proof-of-Concept zu validieren.

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