Kostenloser Windows Server 2016

Wie gelangen VMware-Workloads zu Hyper-V oder Azure und umgekehrt?

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Ulrike Ostler

Für Wechselwillige: Der Microsoft Virtual Machine Converter hilft, von vSphere zu Hyper-V (V2V) und Azure zu kommen, von physischen Servern zu VMs; der vCenter Converter bei der Migration von physischen Servern oder Hyper-V-VMs zu vSphere.
Für Wechselwillige: Der Microsoft Virtual Machine Converter hilft, von vSphere zu Hyper-V (V2V) und Azure zu kommen, von physischen Servern zu VMs; der vCenter Converter bei der Migration von physischen Servern oder Hyper-V-VMs zu vSphere. (Bild: @stockphoto-graf/Fotolia.com)

Um Unternehmen die Migration von virtuellen Servern von VMware zu „Hyper-V“ oder „Microsoft Azure“ zu erleichtern, stellt Microsoft das kostenlose Tool „Microsoft Virtual Machine Converter“ zur Verfügung. Für den umgekehrten Weg bietet VMware das ebenfalls kostenlose Tool „vCenter Converter“ an.

Microsoft bietet Unternehmen, die von VMware zu Hyper-V in Windows Server 2016 wechseln eine kostenlose Lizenz von „Windows Server 2016 Datacenter Edition“. Allerdings müssen Unternehmen dazu einen Software-Assurance-Vertrag mit Microsoft abschließen.

Richtig kostenlos ist das Angebot also nicht. Im Grunde genommen wird der Software Assurance-Vertrag nur etwas günstiger. Microsoft bietet in diesem Zusammenhang aber auch kostenlose Schulungen für Windows Server 2016 im Rahmen der „Microsoft Virtual Academy“. Das Angebot läuft seit September 2016 noch bis 30. Juni 2017.

Microsoft hofft, dadurch Unternehmen, die ohnehin planen zu Windows Server 2016 zu wechseln, einen weiteren Anreiz zu liefern. Natürlich werden Unternehmen, die keine Planung für einen Umstieg von „VMware vSphere“ zu Hyper-V wegen vergünstigten Lizenzen keine Migration vornehmen.

Microsoft Virtual Machine Converter unterstützt bei der Migration zu Hyper-V in Windows Server 2016.
Microsoft Virtual Machine Converter unterstützt bei der Migration zu Hyper-V in Windows Server 2016. (Bild: Thomas Joos/Microsoft)

Mit dem kostenlosen Microsoft Virtual Machine Converter migrieren Unternehmen aber nicht nur von vSphere zu Hyper-V (V2V), sondern können auch physische Computer zu VMs konvertieren lassen (p2V). Dabei helfen Skriptmöglichkeiten in der Powershell, aber auch Assistenten in der grafischen Oberfläche.

One-Way-Ticket

Mit dem Microsoft Virtual Machine Converter lassen sich aber nur Server zu Microsoft Azure oder Hyper-V migrieren. Eine Umkehrung der Migration oder andere Ziele werden mit dem Tool nicht unterstützt. Das Tool muss auch nicht auf einem Hyper-V-Host installiert werden. Normalerweise läuft es auf einer Arbeitsstation, die eine Verbindung mit dem Quell- und dem Ziel-System aufbauen kann.

Neben der Unterstützung einer Migration zu Hyper-V, können Sie mit Microsoft Virtual Machine Converter VMs auch für die Migration zu Microsoft Azure vorbereiten. Hier lassen sich vor allem die virtuellen Festplatten migrieren. MVMC verfügt dazu auch über ein Powershell-CMDlet mit dem sich die Konvertierung durchführen lässt. Das CMDlet ConvertTo-MvmcAzureVirtualHardDisk hat folgende Syntax:

ConvertTo-MvmcAzureVirtualHardDisk [-SourceConnection] <MvmcSourceConnection> [-SubscriptionId] <String> [-Thumbprint] <String> [-StorageAccount] <String> [-GuestVmId] <String> [[-GuestCredential] <PSCredential> ] [[-UninstallVMTools]] [[-SourceVMPowerOption] <PowerOption> ] [ <CommonParameters>]

Die verschiedenen Optionen und Möglichkeiten beschreibt Microsoft ausführlich in einem Word-Dokument, das zum Lieferumfang von Microsoft Virtual Machine Converter gehört. Zusätzlich stehen noch folgende CMDlets für die Powershell zur Verfügung:

  • New-MvmcSourceConnection
  • Get-MvmcSourceVirtualMachine
  • ConvertTo-MvmcVirtualHardDisk
  • ConvertTo-MvmcVirtualHardDiskOvf
  • Disable-MvmcSourceVMTools
  • Uninstall-MvmcSourceVMTools
  • New-MvmcVirtualMachineFromOvf
  • Stop-MvmcSourceVirtualMachine

Auch deren Syntax und der Umgang zur Konvertierung werden im Word-Dokument beschrieben. Um zum Beispiel eine virtuelle Festplatte vom VMware-Format zu konvertieren, wird der folgende Befehl verwendet:

ConvertTo-VirtualHardDisk -SourceLiteralPath "C:\VMDKs\PattiFullerVMDK.vmdk"-DestinationLiteralPath "C:\VHDs" -VhdType FixedHardDisk -VhdFormat Vhd

Aber auch in der grafischen Oberfläche steht die Migrationsmöglichkeit zu Microsoft Azure zur Auswahl bereit.

Mit Microsoft Virtual Machine Converter Xlassen sich physische Server oder virtuelle Server zu Hyper-V konvertieren.
Mit Microsoft Virtual Machine Converter Xlassen sich physische Server oder virtuelle Server zu Hyper-V konvertieren. (Bild: Thomas Joos/ Microsoft)

Der Umstieg von VMware vSphere zu Hyper-V

Ist ein Umstieg geplant, dann kann der kostenlose Microsoft Virtual Machine Converter dabei helfen. Während der Migration übernimmt das Tool die virtuellen Festplatten aus dem VMware-Format (VMDK) zum Hyper-V-Format, und konfiguriert die virtuellen Netzwerke der virtuellen Server.

Außerdem kann das Tool „Dynamic Memory“ anpassen, die dynamische Verwendung des Arbeitsspeichers in Hyper-V. Microsoft Virtual Machine Converter ermöglicht auch die Migration von vSphere-Clustern und kann virtuelle Server aus einem vSphere-Cluster zu Windows Server-Clustern mit Hyper-V übernehmen.

Für die Migration muss mindestens VMware vSphere („vCenter“) 5.0 im Einsatz sein. Sollen VMs mehrerer vSphere-Hosts migriert werden, ist vCenter notwendig, bei der Migration von einem alleinstehenden oder einzelnen ESXi-Hosts reichen auch diese als Quelle aus. Die virtuellen Server lassen sich mit der Version 3.0 zu Servern mit Windows Server 2008 R2 SP1/2012/2012 R2, Hyper-V Server 2008 R2 SP1/2012/2012 R2 migrieren.

Die Gastbetriebssysteme können dazu als 32-Bit oder als 64-Bit-Version vorliegen. Windows Server 2016 wird aktuell noch nicht offiziell unterstützt. Es ist aber zu erwarten, dass Microsoft das Tool aktualisiert, oder eine Erweiterung zur Verfügung stellt, mit denen auch eine Migration zu Windows Server 2016 ermöglicht wird.

Ablauf der Migration

Während der Migration der Server passt Microsoft Virtual Machine Converter auch die Konfiguration der virtuellen Server an, und berücksichtigt dabei die Einstellungen für Arbeitsspeicher und die virtuellen Prozessoren. Auch die VMware-Tools werden deinstalliert sowie die Hyper-V Integrationservices installiert.

Die Migration findet über einen Assistenten statt. Bestandteil des Tool ist aber auch eine skriptbasierte Möglichkeit der Migration sowie eine Offline-Konvertierung der virtuellen Festplatten. Microsoft Virtual Machine Converter unterstützt dazu auch die Powershell. Die Befehle dazu sind weiter oben zu finden. Generell ist es sinnvoll, dass die Quell-VMs gestartet sind. MVMC kann zwar auch ausgeschaltete Server migrieren, besser ist aber eine Migration eingeschalteter Server.

Nach dem Start der grafischen Oberfläche, führt ein Assistent durch die Migration. Hier wird ausgewählt, ob physische Server oder VMs zu Hyper-V migriert werden sollen. Danach steht die Migration zu Microsoft Azure oder Hyper-V zur Auswahl.

Auf weiteren Fenstern werden Daten aus dem Quell-Server ausgelesen und es lassen sich Einstellungen der neuen VM anpassen, vor allem bezüglich der virtuellen Festplatten, CPUs, Arbeitsspeicher und Netzwerk. Im Rahmen der Migration lassen sich virtuelle Festplatten oder konvertierte, physische Festplatten auf Dateifreigaben speichern. Während der Migration kann auch festgelegt werden, ob die Festplatten dynamisch erweiterbar sein sollen, oder eine feste Größe erhalten. Auch das Format, also VHD oder VHDX lässt sich auswählen.

Die Nacharbeiten

Nachdem der Assistent abgeschlossen ist, versucht das Tool die Migration. Funktioniert etwas nicht, bietet Microsoft Virtual Machine Converter umfassenden Zugriff auf eine Log-Datei, über welche der Fehler schnell herauszufinden ist. Wenn die Migration erfolgreich abgeschlossen ist, lässt sich die VM auf dem Hyper-V-Host bereits starten.

Allerdings ist es hier sehr empfehlenswert alle Einstellungen zu überprüfen. MVMC migriert zwar einen großen Teil der Einstellungen, allerdings längst nicht alle. Es ist sinnvoll alle Eigenschaften der migrierten VM zu überprüfen, vor allem die Einstellungen des Netzwerks.

vCenter Converter hilft mit einem Assistenten bei der Migration von physischen Servern oder Hyper-V-VMs zu vSphere.
vCenter Converter hilft mit einem Assistenten bei der Migration von physischen Servern oder Hyper-V-VMs zu vSphere. (Bild: Thomas Joos/Microsoft)

Server zu vSphere migrieren - vCenter Converter

VMware stellt zur Migration von physischen Servern, oder der Konvertierung von virtuellen Servern anderer Systeme ebenfalls ein kostenloses Tool zur Verfügung. Der „vCenter Converter“ kann über einen Assistenten virtuelle Server oder physische Server zu einer VM in vSphere migrieren. Das Tool funktioniert mit Windows-Servern, lässt sich aber auch problemlos für Linux-Server einsetzen. Darüber hinaus beherrscht VMware Converter Festplattenformate von verschiedenen Virtualisierung-Software-Herstellern.

Auch ältere Windows-Versionen auf Basis von „Windows Server 2003“ oder „Windows Server 2008“ können Administratoren mit dem Converter zu einer vSphere-VM konvertieren.

Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit den vCenter Converter auf dem physischen Computer installieren, den in eine VM konvertieret werden soll. Aber auch physische Server lassen sich zu einer VM konvertieren. vCenter Converter beherrscht darüber hinaus auch Sicherungs-Formate von zahlreichen Herstellern. Unternehmen können Images von Acronos, Symantec und anderen genauso verwenden, wie virtuelle Server auf Basis von Hyper-V.

In größeren Umgebungen lässt sich vCenter Converter als Server-Lösung auf einem Server betreiben. Hier wird dann nur der Server-Part installiert. Auf Arbeitsstationen haben Administratoren dann die Möglichkeit über den Client und den Port 9089 auf den Converter zuzugreifen. vCenter Converter unterstützt auch die Migration von VMs auf älteren vSphere-Umgebungen, oder von externen vSphere-Infrastrukturen.

Der Autor*

Thomas Joos ist ein gefragter Autor für Fachartikel und -bücher. Auf DataCenter-Insider schreibt er unter anderem Admin-Tipps in seinen eigenen Blog: „Toms Admin Blog“.

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