Verloren im Labyrinth der IT-Begriffe? Hier finden Sie Definitionen und Basiswissen zu Rechenzentrums-IT und -Infrastruktur.

Das Gewebe der Digitalen Transformation Was ist eine Fabric?

Autor / Redakteur: M.A. Jürgen Höfling / Ulrike Ostler

Das englischsprachige Wort „fabric“ kommt ursprünglich aus der Textilbranche, wird aber auch in der Baubranche verwendet und macht seit einigen Jahrzehnten eine große Karriere in der IT. Je nach „IT-Baustelle“ bezeichnet „Fabric“ etwas anderes, allein „das Verbindende“ ist das Verbindende.

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Die Digitale Transformation benötigt ein dichtes Gewebe an IT-Höchstleistung.
Die Digitale Transformation benötigt ein dichtes Gewebe an IT-Höchstleistung.
(Bild: Bild von Dieter G auf Pixabay)

In der IT ist der Begriff „Fabric“ einerseits eine Metapher für eine eng vermaschte Infrastruktur und andererseits handfeste Hardware oder Software oder beides. Die Verschaltung einer großen Batterie von Switchen zur schnellen Datenübertragung zwischen Servern und Massenspeichern nennt man im IT-Jargon schon lange „Switching Fabric“ (zuerst wurde der Begriff wohl in der Fibre Channel-Ecke benutzt). Mittlerweile macht das Wort aber als „Data Fabric“ oder „Smart Data Fabric“ auch im Bereich Datenbanken, Datenanalyse und Big Data eine weitere Begriffs-Karriere.

In beiden Fällen handelt es sich um ein „Gewebe“ von Hardware und Software, um Daten flexibel und schnell zwischen vielfältigen Punkten fließen zu lassen. In der Switching Fabric werden dazu Pfade und Ports innerhalb eines Knotens in geeigneter Weise miteinander verbunden. Dazu gibt es Speichereinheiten, in der Daten vorübergehend gepuffert werden können, sowie Speicherbereiche, auf die verschiedene Verarbeitungseinheiten gemeinsam zugreifen können.

Ursprünglich ist „Fabric“ Fibre-Channel-Jargon

Trotz des wachsenden Anteils Software-Defined-Architekturen dürfte in der Switching Fabric immer noch die Hardware die wesentliche Rolle spielen. Bei der Data Fabric ist die Gewichtung zwischen Hardware und Software wohl gerade umgekehrt.

Eine Data Fabric verbindet, ganz allgemein gesagt, Datenbestände, die in den lokalen Rechenzentren eines Unternehmens weitgehend unverbunden („Datensilos“) vorliegen durch Softwarekonnektoren und darüber hinaus auch mit Datenbeständen aus der Cloud. Dadurch ergibt sich zumindest im Idealfall ein riesiger Datenschatz, der nicht nur viele Einzeldaten, sondern auch eine große Menge an logischen und unternehmenspraktischen Verknüpfungen enthält, die den Wert der erzielten Ergebnisse deutlich steigern.

KI führt verschiedene „Gewebe“ näher zusammen

Durch den Einsatz von Techniken des Maschinellen Lernens und der Neuronalen Netze (und auch anderer KI-Techniken) werden dabei die eben angesprochenen Datenverknüpfungen hochgradig automatisiert, das heißt: automatisch entdeckt und auf jeweilige Verwendbarkeit in den verschiedenen Unternehmensabteilungen (Entwicklung, Vertrieb, Marketing etc.) geprüft.

Auch wenn die Switching Fabric zumindest in der Tradition viel näher mit der Architektur und den Abläufen im Rechenzentrum verknüpft ist als die Data Fabric, gewinnt auch letztere vor allem durch die eben genannten neuen (KI-)Techniken zunehmend mehr Einfluss auf die Gestaltung und die Prozesse im Rechenzentrum.

Ohne vermaschte Infrastruktur keine Digitale Transformation

Die digitale Transformation ist heute als Schlagwort in aller Munde. Tatsächlich umzusetzen ist eine solche „Total-Digitalisierung“ nur durch technische Höchstleistungen in allen Sektoren: bei Netzwerk-Architekturen, in der Sicherheitstechnik sowie diversen KI-Techniken bei der Analyse sehr großer und weitgehend unstrukturierter Datenmengen. Eine umfangreiche und leistungsstarke vermaschte Infrastruktur in Gestalt von Switching- und Data-Fabrics ist dabei die unerlässliche Basis.

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