Energie-Infrastruktur für Hyperscaler im Ausbau Virtus und 50Hertz sichern Netzanschluss für 300-MW-Rechenzentrum

Von Paula Breukel 1 min Lesedauer

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Der britische Rechenzentrumsbetreiber Virtus und 50Hertz bringen das Milliardenprojekt in Wustermark voran. Ein erweiterter Netzanschluss soll den Strombedarf des Hyperscale-Campus decken mit Anbindung an Windenergie.

Unterzeichnung des Anschlusserrichtungsvertrages für das Virtus-Rechenzentrum in Wustermark bei Berlin. (v.l.:) Michael Dada, Managing Director Virtus Germany, Christina Mertens, Vice President of Business Development, Stefan Kapferer, Vorsitzender der 50Hertz-Geschäftsführung und Dirk Biermann, Geschäftsführer für den Bereich Operations bei 50Hertz.(Bild:  50hertz)
Unterzeichnung des Anschlusserrichtungsvertrages für das Virtus-Rechenzentrum in Wustermark bei Berlin. (v.l.:) Michael Dada, Managing Director Virtus Germany, Christina Mertens, Vice President of Business Development, Stefan Kapferer, Vorsitzender der 50Hertz-Geschäftsführung und Dirk Biermann, Geschäftsführer für den Bereich Operations bei 50Hertz.
(Bild: 50hertz)

Ein entscheidender Schritt für den Virtus Data Centre Campus in Brandenburg ist erfolgt: Der Rechenzentrumsbetreiber und der Übertragungsnetz-Carrier 50Hertz haben einen Netzanschlussvertrag unterzeichnet.

Das Abkommen sichert die Stromversorgung für das 300-Megawatt-Projekt (MW) in Wustermark, einem Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von rund drei Milliarden Euro. Die Umsetzung des Netzanschlusses erfolgt über das 380-Kilovolt-Umspannwerk Wustermark, das hierfür umfassend erweitert wird.

50Hertz errichtet zwei zusätzliche Schaltfelder und eine zweite Querkupplung am Standort, um eine n-1-sichere Versorgung des Rechenzentrums zu gewährleisten. Darüber hinaus entsteht eine direkte Verbindung zum Berliner Nordring und zu mehreren Windparks in der Region, um eine stabile Einspeisung erneuerbarer Energie zu ermöglichen. Der Ausbau des Umspannwerks beläuft sich auf ein Investitionsvolumen von 16 Millionen Euro.

Eigenes Umspannwerk für den Campus geplant

Virtus plant parallel den Bau eines eigenen Umspannwerks, das an die neue Infrastruktur von 50Hertz angeschlossen wird. Ziel ist eine rund um die Uhr abgesicherte Stromversorgung für die künftigen Hyperscale-Kapazitäten auf dem über 350.000 Quadratmeter großen Gelände. Der Standort soll langfristig 200 Megawatt IT-Last bereitstellen und ist auf Anwendungen aus den Bereichen Hochleistungsrechnen und Künstliche Intelligenz (KI) ausgelegt.

Berlin-Brandenburg etabliert sich als Datacenter-Cluster

Die Vereinbarung unterstreicht die wachsende Bedeutung der Hauptstadtregion als Rechenzentrumsstandort. 50Hertz-COO Dirk Biermann verweist auf das Zusammenspiel aus netztechnischer Infrastruktur, erneuerbarer Energie-Erzeugung und Nähe zu IT-Standorten als Erfolgsfaktoren. Virtus-Vertreter Patrick Schürkötter hebt zudem die regulatorischen Herausforderungen bei der Integration von 380-kV-Technik hervor und betont die konstruktive Zusammenarbeit mit 50Hertz.

Angesichts der steigenden Zahl großformatiger Infrastrukturprojekte fordert 50Hertz eine Anpassung der regulatorischen Rahmenbedingungen. Aktuell gilt bei Netzanschlüssen das Prinzip „First come, first serve“. Laut Biermann sollten künftig vielmehr Projekte mit hohem Reifegrad und netzdienlicher Standortwahl priorisiert werden. Dafür sei eine Überarbeitung der Kraftwerks-Netzanschlussverordnung erforderlich.

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