Der Wettlauf um die KI-Infrastruktur 5 GW: Was Softbank in Frankreich plant, erreicht Deutschland erst 2030

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Investitionen von 75 Milliarden Euro und bis zu 5 Gigawatt (GW) KI-Rechenzentrumskapazität: Das Vorhaben ist eines der größten Infrastrukturprojekte Europas und verdeutlicht die Dimension des internationalen KI-Wettlaufs.

Hier spricht Softbank-CEO Masayoshi Son über die Implementierung von einer Milliarde KI-Agenten in der gesamten Gruppe auf der „Softbank World 2025“. Diese sollen rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, arbeiten. Nun investiert das Unternehmen in Frankreich.(Bild:  Softbank)
Hier spricht Softbank-CEO Masayoshi Son über die Implementierung von einer Milliarde KI-Agenten in der gesamten Gruppe auf der „Softbank World 2025“. Diese sollen rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, arbeiten. Nun investiert das Unternehmen in Frankreich.
(Bild: Softbank)

Das Investitionsvolumen soll sich auf bis zu 75 Milliarden Euro belaufen. Damit kündigt der japanische Technologiekonzern eines der bislang größten KI-Infrastrukturprojekte Europas an. Die erste Ausbaustufe umfasst Investitionen von 45 Milliarden Euro.

Bis 2031 sollen in der Region Hauts-de-France insgesamt 3,1 GW IT-Kapazität entstehen. Vorgesehen sind Standorte in Dunkerque, Le Bosquel und Bouchain. Weitere Rechenzentren an zusätzlichen Standorten in Frankreich sind bereits geplant.

Zum Vergleich: Die gesamte IT-Anschlussleistung aller Rechenzentren in Deutschland lag 2025 laut Borderstep bei knapp 3 GW. Die German Datacenter Association (GDA) beziffert die aktuell installierte Kapazität auf rund 2,5 GW. Beide Organisationen erwarten bis 2030 einen Anstieg auf etwa 5 GW.

Mehrere Standorte für KI-Workloads

Die Rechenzentren sollen insbesondere für Hochleistungsrechner und KI-Anwendungen ausgelegt werden. Als Zielgruppen nennt Softbank KI-Unternehmen, Cloud-Anbieter, Forschungseinrichtungen, öffentliche Institutionen und Unternehmen mit hohem Rechenleistungsbedarf.

Ein Teil des Vorhabens ist bereits konkretisiert: Gemeinsam mit dem französischen Infrastrukturunternehmen Sesterce soll in der kleinen Gemeinde Le Bosquel ein KI-Campus mit einer Leistung von 1 GW entstehen. Le Bosquel liegt in der nordfranzösischen Region Hauts-de-France und zählt 349 Einwohner.

Nach Angaben der Projektpartner entstehen dort langfristig rund 400 Arbeitsplätze für den Betrieb der Infrastruktur. Zusätzlich soll ein regionaler Förderfonds mit einem Volumen von zehn Millionen Euro Projekte aus Wirtschaft, Forschung und Bildung unterstützen.

Parallel hierzu ist ein Industriecluster in Dunkerque geplant

Parallel zum Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten plant Softbank eine industrielle Fertigungsstruktur im Hafen von Dunkerque. Gemeinsam mit Schneider Electric soll dort ein Produktions-Cluster entstehen, das Komponenten für den Rechenzentrumsbau fertigt.

Geplant sind zwei Werke: Softbank will Gehäusestrukturen für Rechenzentren produzieren, während Schneider Electric Stromversorgungsmodule integriert. Die Partner wollen damit Teile der Lieferkette für Rechenzentrumsinfrastruktur in Europa ansiedeln und die Umsetzung künftiger Projekte beschleunigen.

Schneider Electric liefert zudem Energie- und Stromversorgungstechnik für die geplanten Standorte. Für den Campus in Bouchain, nahe der belgischen Grenze, arbeitet Softbank auch mit dem französischen Energieversorger Électricité de France (EDF) zusammen.

Und woher soll der ganze Strom kommen? Ein Blick auf den französischen Energiemarkt

Das Projekt verdeutlicht die unterschiedlichen energiepolitischen Strategien in Europa. Auf dem Gipfel zur Kernenergie hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erneut die Bedeutung von Kernkraftenergie bekräftigt:

Frankreich betrachtet Kernenergie als zentrale Grundlage für den Ausbau Energie-intensiver KI-Infrastrukturen und verweist auf hohe verfügbare Strommengen aus bestehenden Kernkraftwerken. Deutschland nahm an dem Gipfel nicht teil.

In Deutschland verläuft die Diskussion dagegen vor allem entlang der Stromkosten. Die German Datacenter Association (GDA) kritisiert, dass Rechenzentren trotz ihrer hohen Energie-Intensität weiterhin nicht vom geplanten Industriestrompreis profitieren sollen. Der Verband warnt, dass sich dadurch die Wettbewerbsbedingungen gegenüber anderen europäischen Standorten weiter verschlechtern könnten.

Während Frankreich die Verfügbarkeit großer Strommengen als Argument für den Ausbau von KI-Infrastruktur nutzt, steht hierzulande vor allem die Frage im Raum, wie sich ausreichend Rechenleistung zu international wettbewerbsfähigen Energiekosten bereitstellen lässt.

(ID:50863238)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung