Ohne Datenverlust in wenigen Schritten zur aktuellen Exchange-Version

So migrieren Sie zu Exchange Server 2013

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Die neue Exchange-Verwaltungskonsole ist webbasiert.
Die neue Exchange-Verwaltungskonsole ist webbasiert. (Bild: Joos)

Durch die Veröffentlichung der aktuellen Updates für Exchange Server 2007/2010 und Exchange Server 2013 können Unternehmen jetzt recht einfach zur neuen Exchange-Version wechseln – inklusive Datenübernahme. Wir zeigen die wichtigsten Schritte beim Wechsel zur neuesten Version und geben Tipps, auf was Administratoren achten müssen.

Am einfachsten lässt sich eine Exchange-Migration durchführen, wenn Administratoren Exchange Server 2013 in eine bestehende Organisation installieren. Neben den hier beschriebenen Vorgängen zur Migration sollten Administratoren auch die Sendeconnectoren, die Empfangsconnectoren und andere Einstellungen so setzen, dass nicht mehr die alten Exchange-Server, sondern die neuen Server mit Exchange Server 2013 verwendet werden.

Exchange Server 2013 in vorhandene Organisationen installieren

Exchange Server 2013 lässt problemlos in bestehende Organisationen mit Exchange Server 2007/2010 installieren. Dazu ist aber das SP3 für Exchange Server 2010 notwendig, sowie das Updaterollup 10 für Exchange Server 2007.

Ältere Versionen wie Exchange Server 2000/2003 lassen sich nicht mit Exchange Server 2013 betreiben. Exchange Server 2013 arbeitet jedoch optimal mit den verschiedenen Windows Azure-Diensten sowie mit Office 365 zusammen. Um Exchange Server 2013 in eine bestehende Organisation zu installieren, muss auf dem Server auch das CU1 für Exchange Server 2013 installiert sein (siehe Abbildung 1).

Wenn eine Organisation von Exchange Server 2007 zu Exchange Server 2013 aktualisiert wird, lassen sich nach der Migration keine weiteren Exchange 2010-Server mehr in die Organisation einbinden.

Vorgehensweise bei einer einfachen Migration

Sind im Unternehmen bereits Exchange Server 2007/2010 im Einsatz, müssen diese auf die genannten Patches aktualisiert werden. Danach installieren Administratoren einen neuen Exchange-Server auf Basis des CU1 für Exchange Server 2013. Mit dem Patch lässt sich nicht nur ein bestehender Exchange-Server aktualisieren, sondern auch neue Server können dann installiert werden.

Bevor in bestehende Exchange-Organisationen neue Server installiert werden, ist ein Schema-Update notwendig. Dazu wird die Setup-Datei des CU1 mit folgendem Befehl gestartet:

setup.exe /PrepareSchema /IAcceptExchangeServerLicenseTerms

oder

setup /ps /IAcceptExchangeServerLicenseTerms

Danach ist folgender Befehl notwendig (siehe Abbildung 2):

setup.exe /PrepareAD /IAcceptExchangeServerLicenseTerms

Im Anschluss müssen noch die Domänen vorbereitet werden:

setup.exe /PrepareDomain /IAcceptExchangeServerLicenseTerms

Danach lässt sich Exchange 2013 in bestehende Organisationen installieren (siehe Abbildung 3). Dadurch erhalten Unternehmen den Vorteil, dass alle Server miteinander verbunden sind, Daten ausgetauscht und Benutzer umgezogen werden können.

Benutzer und Daten zu Exchange 2013 umziehen

Nach der Installation von Exchange Server 2013 in eine bestehende Organisation können Administratoren die Benutzerpostfächer zwischen den alten und neuen Servern verschieben. Dazu wird die Exchange-Verwaltungskonsole von Exchange Server 2013 und der Bereich Empfänger\Migration benutzt. Zunächst werden die Postfächer ausgewählt die auf den alten Servern gespeichert sind, danach verschieben Administratoren die Postfächer in die Datenbank auf den neuen Server (siehe Abbildung 4).

Nach der Auswahl der Benutzer lassen sich sehr umfassende Migrationsjobs erstellen, in denen die Ziel-Datenbank, das Archiv-Postfach, die Anzahl maximal möglicher fehlerhafter Nachrichten und weitere Optionen festgelegt werden können (siehe Abbildung 5).

Öffentliche Ordner-Migration vorbereiten

Nachdem die Benutzer auf neue Server verteilt sind gilt es, die vorhandenen öffentlichen Ordner von Exchange Server 2007/2010 zu Exchange Server 2013 zu migrieren. Im ersten Schritt muss dabei überprüft werden, ob bereits ein Migrationsbatch vorliegt. Dazu wird folgender Befehl in der Exchange-Verwaltungsshell auf dem alten Exchange-Server verwendet. Das Ergebnis muss False zurückgeben (siehe Abbildung 6).

Get-OrganizationConfig | Format-List PublicFoldersLockedforMigration, PublicFolderMigrationComplete

Liegt ein Batch vor, lässt sich die Option mit

Set-OrganizationConfig -PublicFoldersLockedforMigration:$false -PublicFolderMigrationComplete:$false

korrigieren. Auch auf dem neuen Server muss die Migration vorher überprüft werden:

Get-PublicFolderMigrationRequest | Remove-PublicFolderMigrationRequest -Confirm:$false

Der Befehl liefert kein Ergebnis zurück. In Exchange Server 2013 darf kein öffentlicher Ordner vorhanden sein. Das wird mit den beiden Befehlen Get-Mailbox -PublicFolder und Get-PublicFolder überprüft.

Skripte auf den Quell-Servern für die Migartion ausführen

Anschließend müssen die beiden Skripte Export-PublicFolderStatistics.ps1 und PublicFolderToMailboxMapGenerator.ps1 von Exchange 2013 auf den Exchange 2007/2010-Server kopiert werden. Die Skripte liegen im Verzeichnis <Exchange-Installationspfad>Programme\Microsoft\Exchange Server\V15\Scripts.

Danach muss folgender Befehl im Skript-Verzeichnis auf dem Quell-Server angegeben werden:

.\Export-PublicFolderStatistics.ps1 <Erstellende CSV-Datei><FQDN des Exchange 2010-Servers>

Danach legen Administratoren fest wie groß das Postfach für öffentliche Ordner werden soll. Das Skript PublicFolderToMailboxMapGenerator.ps1 wird danach verwendet, um die Anzahl von Postfächern für öffentliche Ordner auf dem Exchange 2013-Postfachserver festzulegen.

Wenn der Name eines öffentlichen Ordners einen umgekehrten Schrägstrich \ enthält, werden die öffentlichen Ordner im übergeordneten öffentlichen Ordner erstellt. Administratoren sollten daher vorher die erstellte CSV-Datei überprüfen und deren Namen bearbeiten, wenn das notwendig ist. Danach wird der folgende Befehl in Exchange 2013 eingegeben:

.\PublicFolderToMailboxMapGenerator.ps1 <Größe des Postfachs in Byte> <Pfad zur erstellten CSV-Datei>

Exchange Server 2013 für die Migration vorbereiten

Ist die Vorbereitung des Quell-Servers mit der alten Exchange-Version abgeschlossen, muss der neue Server mit Exchange Server 2013 vorbereitet werden. Im ersten Schritt legen Administratoren das neue Postfach für öffentliche Ordner an und bereiten es für die Migration vor:

New-Mailbox -PublicFolder <Name> -HoldForMigration

Danach wird die Migrationsanforderung erstellt:

New-PublicFolderMigrationRequest -SourceDatabase (Get-PublicFolderDatabase -Server <Quell-Server>) -CSVData (Get-Content <Erstellte CSV-Datei> -Encoding Byte)

Der Name der Datei wird beim Ausführen des Skriptes PublicFolderToMailboxMapGenerator.ps1 angezeigt. Danach muss die Migration mit dem folgenden Befehl überprüft werden:

Get-PublicFolderMigrationRequest | Get-PublicFolderMigrationRequestStatistics -IncludeReport | Format-List

Wurden die Ordner übernommen, sollte der Zugriff auf öffentliche Ordner auf dem alten Quell-Server gesperrt werden:

Set-OrganizationConfig -PublicFoldersLockedForMigration:$true

Auf dem neuen Server wird die Migration abgeschlossen:

Set-OrganizationConfig -PublicFolderMigrationComplete:$true


und:

Set-PublicFolderMigrationRequest -Identity \PublicFolderMigration -PreventCompletion:$false
Resume-PublicFolderMigrationRequest -Identity \PublicFolderMigration

Nachdem die Daten übernommen wurden, sollten Administratoren sicherstellen, dass auch die Connectoren und andere Einstellungen auf den neuen Server verweisen. Danach lassen sich die alten Server aus der Organisation entfernen.

Sollten Sie ein Migrationsprojekt in größerem Stil bzw. innerhalb einer komplexeren Infrastrukturumgebung planen, dann sei Ihnen der Beitrag Migrations-Tipps zu Exchange Server 2013 für große Unternehmen empfohlen, den ebenfalls Microsoft-Spezialist Thomas Joos verfasst hat.

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 39787020 / IT-Services)