Neue Wege zum Exascale Supercomputing

Nvidia-GPUs unterstützen künftig ARM

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Ulrike Ostler

Bis Jahresende will Nvidia seinen kompletten Satz an KI- und HPC-Software dem ARM-Ökosystem zur Verfügung stellen.
Bis Jahresende will Nvidia seinen kompletten Satz an KI- und HPC-Software dem ARM-Ökosystem zur Verfügung stellen. (Bild: gemeinfrei, JacekAbramowicz / Pixabay)

Parallel zur Veröffentlichung der jüngsten Top500-Liste der Supercomputer hat Nvidia auf der ISC in Frankfurt angekündigt, dass seine GPUs inklusive aller CUDA-X- und HPC-Bibliotheken künftig auch ARM-Systeme unterstützen werden. Damit könnte nach dem Ende von Moore’s Law ein neuer Weg hin zum Exascale Supercomputing beschritten werden.

Nvidia verwendet ARM bereits für mehrere seiner Systeme-on-a-Chip für mobile Spielkonsolen, autonome Fahrzeuge, Robotik und Embedded KI-Computing. Bis Jahresende will das Unternehmen seinen kompletten Satz an KI- und HPC-Software, der mehr als 600 HPC-Anwendungen und KI-Frameworks beschleunigt, dem ARM-Ökosystem zur Verfügung stellen.

"Supercomputer sind die unverzichtbaren Instrumente der wissenschaftlichen Entdeckung, und das Erreichen von Exascale Supercomputing wird die Grenzen des menschlichen Wissens dramatisch erweitern", so Jensen Huang, Gründer und CEO von Nvidia. "Da die traditionelle Skalierung der Rechenleistung endet, wird die Leistungsaufnahme alle Supercomputer limitieren. Die Kombination von Nvidias CUDA-beschleunigtem Computing und der energieeffizienten CPU-Architektur von ARM wird der HPC-Community einen Schub zu Exascale geben."

Dies wird insbesondere die Europäer freuen: Ihre Exascale-Pläne, https://www.european-processor-initiative.eu/project/epi/ definiert in der Europäische Prozessor-Initiative, umfassen auch eigene ARM-basierten HPC-Prozessoren. In den kommenden Jahren sollen zudem acht neue Pre-Exascale Supercomputer installiert werden. Die Unterstützung aller drei großen Prozessor-Plattformen - x86, POWER und ARM - eröffnet neue Möglichkeiten für den europäischen Weg zu Exascale.

"Die Europäische Prozessor-Initiative zielt darauf ab, die Europäische Union mit eigenen High-End-, Low-Power-, Beschleunigerlösungen auszustatten. EPI und dessen industrielle Sparte SiPearl bewerten die neuen Möglichkeiten durch Nvidia sehr positiv. Die Kombination aus dem EPI-ARM-basierten Mikroprozessor und dem Nvidia-Beschleuniger könnte eine perfekte Lösung zur Ausrüstung von Baukastenelementen in zukünftigen europäischen modularen Exascale-Computern sein", lässt sich Philippe Notton, General Manager am EPI, zitieren.

„Gerade im Hinblick auf die für die kommenden Jahre geplanten Exascale-Systeme und die Zunahme umfangreicher KI-Berechnungen ist die Unterstützung des ARM-Prozessors durch Nvidia eine sehr spannende Entwicklung, die für den Aufbau einer echten Modularität für Supercomputer und zusammengesetzten Rechenzentren der Zukunft unerlässlich ist. Es wird dazu beitragen, das Supercomputing in Europa voranzutreiben", so Thomas Lippert, Direktor des Supercomputing Centers Jülich, das bereits als erster europäischer Exascale-Standort ausgewählt wurde.

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