Uni Würzburg richtet neues Bachelor-Fach ein Nachhaltigkeit und IT in einem Studiengang

Nachhaltigkeitsthemen werden in der Informationstechnik wichtiger. In Würzburg gibt es jetzt einen Studiengang „Informatik und Nachhaltigkeit“, der die gesellschaftlichen und umweltbezogenen Auswirkungen der IT dank eines interdisziplinären Ansatzes stärker in den Blick nimmt.

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Informatik und Nachhaltigkeit bringt ein neuer Studiengangan der Justus-Maximilians-Universität Würzburg auf bislang einmalige Weise zusammen.
Informatik und Nachhaltigkeit bringt ein neuer Studiengangan der Justus-Maximilians-Universität Würzburg auf bislang einmalige Weise zusammen.
(Bild: Julius-Maximilians-Universität Würzburg)

Wer Informatik und Nachhaltigkeit ausbildungstechnisch zusammenbringen wollte, musste bisher viel Phantasie walten lassen. Beide Themen konzeptionell gleichwertig in einem Studiengang vereint gab es jedenfalls bislang nicht. Bisherige Studiengänge oder Spezialisierungen legten den Fokus auf Anwendungen von IT für Umweltschutz- oder Nachhaltigkeitszwecke.

Nun prescht die Universität Würzburg vor. Dort wurde mit Start zum Wintersemester 2021/22 ein Bachelor-Studiengang Informatik und Nachhaltigkeit eingerichtet. Absolventen streichen 180 ECTS-Punkte ein.

Sechs Semester bis zum Bachelor

Judith Gerlach, bayerische Staatsministerin fürs Digitale, betonte in einem Online-Grußwort auf der Website des Studiengangs: „Digitalisierung und Umweltschutz müssen wir zusammen denken.“

Grün ist nicht nur das Thema des Würzburger Studiengangs, sondern auch die Umgebung des Campus.
Grün ist nicht nur das Thema des Würzburger Studiengangs, sondern auch die Umgebung des Campus.
(Bild: Justus-Maximilians-Universität Würzburg)

Genau das hat sich dieser „bisher einzigartige“ (Gerlach) Studiengang vorgenommen, was sich auch in seinem Aufbau widerspiegelt. Die Studiendauer bis zum Bachelor beträgt sechs Monate. Studienbeginn ist jeweils das Wintersemester. Auslandssemester werden unterstützt, die Unterrichtssprache ist deutsch. Eine Zulassungshürde besteht nicht.

Zwei Seiten einer Medaille

Geboten wird sowohl eine fundierte Ausbildung in IT als auch die Vermittlung von wichtigen gesellschaftlichen Themen rund um die Nachhaltigkeitsfragen. Das Studium versteht sich als interdisziplinär und ermöglicht seinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sowohl die Perspektive „IT für die Nachhaltigkeit“ als auch „Umweltauswirkungen der IT“ zu beleuchten.

Die Studierenden müssen zwei Pflichtbereiche absolvieren: „Informatik und Nachhaltigkeit" sowie „Mathematik". In Informatik und Nachhaltigkeit geht es zum einen um informationstechnisches Grundwissen, aber auch um die Umweltauswirkungen der IT und Nachhaltigkeitskonzepte dazu. Der mathematische Teil der Ausbildung befasst sich mit Analysis, linearer Algebra, Statistik und Stochastik sowie Graphen und diskreter Optimierung.

Zwei Wahlpflichtbereiche

Später ist es möglich, einen von zwei Wahlpflichtbereichen zu wählen: IT für Nachhaltigkeit oder nachhaltige IT. Ersteres Thema umfasst Grundwissen zu Klimawandel und -schutz, den Mensch-Umweltbeziehungen, zu Klimamodellierung, Fernerkundung samt Datenauswertung, Ressourcenmanagement, Ökosystemen und Ökologie.

„Bisher einmaliger Studiengang" - so kennzeichnete die Bayerische Staatsministerin für Digitales, Judith Gerlach, in einem Grußwort an Interessenten den Studiengangs "Informatik und Nachhaltigkeit".
„Bisher einmaliger Studiengang" - so kennzeichnete die Bayerische Staatsministerin für Digitales, Judith Gerlach, in einem Grußwort an Interessenten den Studiengangs "Informatik und Nachhaltigkeit".
(Bild: Bayerisches Staatsministerium für Digitales)

Der zweite mögliche Wahlbereich konzentriert sich auf die Entwicklung nachhaltiger IT-Systeme, energiebewusste Programmierung, Sicherheit und Privatsphäre, Zuverlässigkeit und Robustheit sowie Ressourcen-Begrenzungen technischer Systeme. Gerade im Bereich Energie-optimierter Software scheinen noch viele Sparressourcen brach zu liegen.

Der Weg zum Master steht Absolventen offen

Es gibt vier mögliche Vertiefungsoptionen: Geographie mit Schwerpunkt Klima, Geographie mit Schwerpunkt Fernerkundung, Biologie oder Nachhaltige IT. Letzteren Schwerpunkt müssen die Studierenden wählen, wenn sie einen Master in Informatik, Luft- und Raumfahrttechnik oder extended Artificial Intelligence in Würzburg erwerben wollen.

Die möglichen beruflichen Einsatzfelder sind vielfältig. Neben klassischen IT-Aufgaben wie Netz-, System- oder allgemeines IT-Management sowie IT-Projekt-Management bis hin zum Digital Officer und Software-Entwicklung stehen auch Entwicklung nachhaltiger und wirtschaftlicher IT-Systeme, Aufgaben aus Umweltinformatik und -management sowie Geoinformatik und Beratung zu einschlägigen Themen als mögliche Berufsperspektive offen.

Zuständige Professoren sind Professor Tobias Hoßfeld vom Lehrstuhl für Kommunikationsnetze und Professor Samuel Kounev vom Lehrstuhl für Software-Engineering.

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