Datenverarbeitung außerhalb traditioneller Datacenter

Lenovo Think System SE350 ist der erste Edge-Server des Unternehmens

| Redakteur: Ulrike Ostler

Der robuste Lenovo-Server „Think System SE350“ kann Temperaturen zwischen 0 und 55 Grad verkraften.
Der robuste Lenovo-Server „Think System SE350“ kann Temperaturen zwischen 0 und 55 Grad verkraften. (Bild: Lenovo)

Nach eigenen Angaben baut die Lenovo Data Center Group (DCG) in den nächsten Jahren ein „robustes IoT-Geschäft“ auf. Auf der MWC in Barcelona, die gestern endete, waren erste Bestandteile eines Portfolios zu sehen, das die Infrastruktur dorthin bringt, wo die Daten sind: ob im traditionellen Rechenzentrum, in der Cloud oder immer häufiger verlagert hin zu den äußeren Rändern eines Netzwerks.

Getragen von der Dynamik des fünften Quartals mit Gewinnwachstum in Folge, baut Lenovo DCG ein Portfolio auf, das die Infrastruktur dorthin bringt, wo die Daten sind: ob im traditionellen Rechenzentrum, in der Cloud oder immer häufiger verlagert hin zu den äußeren Rändern eines Netzwerks. Denn schon heute werden rund 10 Prozent der von Unternehmen generierten Daten außerhalb eines traditionellen, zentralen Rechenzentrums oder einer Cloud generiert und verarbeitet.

Das Marktforschungsunternehmen Gartner prognostiziert, dass dieser Anteil bis 2022 auf 75 Prozent steigen wird. Diese Verschiebung führt zu zunehmenden Bedenken in Bezug auf Datenschutz, Sicherheit und gesetzliche Regularien, verbunden mit Herausforderungen hinsichtlich Latenz, Bandbreite und Ausfallzeiten.

Auf dem Mobile World Congress stellt Lenovo erstmals den Think System Server SE350 vor, einen Edge-Server, der nur wenig größer als ein „Think Pad“ ist - halb so breit und deutlich kürzer als ein herkömmlicher Server, was ihn ideal für den Einsatz auf engstem Raum macht. Der Server wird in diesem Sommer auf den Markt kommen, kann an der Wand montiert, auf einem Regal platziert oder in ein Rack eingebaut werden.

Der Server „Think System SE350“ bietet zahlreiche Konnektivitätsoptionen: Zur Auswahl stehen beispielsweise kabelgebundene 10/100Mb/1GbE, 1GbE SFP, 10GBASE-T und 10GbE SFP+ sowie sichere drahtlose WLAN- und LTE-Verbindungen.
Der Server „Think System SE350“ bietet zahlreiche Konnektivitätsoptionen: Zur Auswahl stehen beispielsweise kabelgebundene 10/100Mb/1GbE, 1GbE SFP, 10GBASE-T und 10GbE SFP+ sowie sichere drahtlose WLAN- und LTE-Verbindungen. (Bild: Lenovo)

Das System auf einer Höheneinheit kann somit fast überall installiert werden und bietet mit dem „Intel Xeon-D“-Prozessor dennoch bis zu 16 Kerne, 256 Gigabyte RAM und 16 Terabyte internen Solid-State-Speicher.

Somit bringt Think System SE350 laut Lenovo gesteigerte Rechenleistung, mehr Speicher und das Netzwerk näher an den Ort heran, an dem Daten generiert werden. Dadurch können Maßnahmen, die sich aus der Analyse dieser Daten ergeben, schneller ablaufen. Da diese Edge-Server typischerweise außerhalb von sicheren Rechenzentren eingesetzt werden, beinhalten sie eine Technologie, die die auf dem Gerät gespeicherten Daten zerstört, wenn sie manipuliert werden.

Strategische Partnerschaften und erste Ergebnisse

Für Kunden, die sich vorintegrierte und validierte IoT-Lösungen für eine einfache Bereitstellung und zur Beschleunigung der digitalen Transformation wünschen, ist Lenovo Industrie-Partnerschaften eingegangen, um seine Expertise und Erfahrungen aus konkreten Edge Computing Anwendungsbeispielen einzubringen:

  • Lenovo kooperiert mit Pivot3, um die Möglichkeiten der Smart City zu erweitern. Lenovo bekräftigt sein Engagement für video- und sicherheitsbasierte Lösungen auf Basis von Pivot3. Denn Regierungen und Organisationen seien dabei, die nächste Generation von Edge Computing zum Schutz von bestehenden Lösungen einzusetzen.
    Währenddessen arbeiten Lenovo und Pivot3 zusammen, die Bereitstellung von unternehmenskritischer Smart-City- und sicheren Campus-Lösungen auf der ganzen Welt und in verschiedenen Sektoren – einschließlich Bildung, Gesundheitswesen, Einzelhandel, Gastgewerbe und öffentlicher Infrastruktur – zu unterstützen.
  • In Zusammenarbeit mit Scale Computing stellte Lenovo auf der MWC eine Retail-Store-Infrastruktur vor, die es Einzelhändlern ermöglicht, Mini-Rechenzentren einzusetzen, die eine IT-Infrastruktur der Enterprise-Klasse an der Netzwerk-Peripherie bietet. Kunde ist Delhaize, 1867 gegründet und zur Royal Ahold Delhaize N.V. gehörend, einem internationalen Lebensmittel-Einzelhändler, der in elf Ländern auf drei Kontinenten aktiv ist. Ahold Delhaize ist eine internationale Lebensmittel-Einzelhandelsgruppe mit Hauptsitz in Zaandam, Niederlande, betreibt Supermärkte und Onlinehandel mit 35 Marken, hat mehr als 6.700 Geschäfte und 369.000 Mitarbeiter in 11 Ländern und jede Woche über 50 Millionen Kunden.
    Delhaize wollte den Zeitaufwand für die Bereitstellung und Verwaltung seiner Edge-IT-Infrastruktur reduzieren und benötigte eine Lösung, die traditionelle und IoT-Anwendungen auf derselben Hardware bereitstellen kann. Mit dem Showcase hat Delhaize die gewünschte Stabilität, den Support, die Kosteneinsparungen, die Einfachheit und die optimierte Sicherheit gefunden, die für die Modernisierung seiner Filialen mit IoT zur Optimierung von Kühlung, Heizung sowie zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit erforderlich sind.
  • Für Kunden, die an einer schlüsselfertigen, Abo-basierten Edge-Computing-Infrastruktur interessiert sind, arbeitet Lenovo eng mit Project Dimension von VMware zusammen. Dabei handelt es sich um eine Edge-as-a-Service Gemeinschaftslösung, die Komplexität reduziert und die Bereitstellung von Edge-Infrastruktur beschleunigen soll. Ein Pilotprojekt mit mehreren Kunden und dem Ziel, ein kommerziell verfügbares Angebot bereitzustellen, läuft bereits. Darin soll unter anderem die Bereitstellung der Edge-Technologie von einem CapEx- zu einem OpEx-Modell über die Dienste von VMware ermöglicht werden.
  • In der Zusammenarbeite mit ausgewählten ISVs und Kommunikationsdienstleistern zusammen, will Lenovo Anwendungsszenarien entwickeln, um Kommunikationsdienstleistern die Einführung neuer, monetarisierbarer Dienste zu ermöglichen. Die Kommunikationsdienstleister-Strategie von Lenovo ist eng auf neu entstehende Segmente wie Multi-Access Edge Computing (MEC) und C-RAN abgestimmt. In Zusammenarbeit mit China Mobile, Intel und Baicells demonstriert Lenovo die erste virtualisierte 5G O-RAN-Lösung mit erhöhter Flexibilität für TK-Anbieter.

Kirk Skaugen, Executive Vice President, Lenovo und President der Lenovo Data Center Group, sagt: „Uns bieten sich enorme Möglichkeiten, Kunden dabei zu unterstützen, die Leistungsfähigkeit von Edge Computing für ihre Unternehmen zu entdecken. Im vergangenen Jahr haben wir durch mehrere strategische Partnerschaften gezielt in unsere IoT- und Telco-Angebote investiert, um die Konnektivität vom Endgerät bis zum Rechenzentrum zu ermöglichen. Wir engagieren uns für die Unterstützung von Open-Source-Initiativen der Branche, einschließlich der Open RAN Alliance, und freuen uns darauf, den Co-Vorsitz der Open RAN (O-RAN) Cloudification & Orchestration Groups zu übernehmen.“

  • Lenovo und Orange haben eine Innovationspartnerschaft beschlossen, die das Ziel hat, die Nutzererfahrung zu verbessern und relevante Anwendungsfälle zu lösen, bei der die Kombinierbarkeit von Hardware im „Intel Rack Scale Design“ (RSD) im Fokus steht. Der Schwerpunkt der gemeinsamen Forschung liegt auf der Maximierung der Energie-, Leistungs- und Kosteneffizienz durch Bündelung und Abstraktion von Hardware-Ressourcen wie FPGA, GPU und SmartNICs in Edge Deployment-Umgebungen.
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