Nahezu die Leistung eines Zweisockel- zum Preis eines Einsockelsystems

Lenovo stellt seine ersten Server mit AMD-Prozessoren vor

| Redakteur: Ulrike Ostler

„Lenovo Think System SR 635“ ist einer der beiden Server, die der Hersteller mit AMD-Prozessoren ausstattet.
„Lenovo Think System SR 635“ ist einer der beiden Server, die der Hersteller mit AMD-Prozessoren ausstattet. (Bild: Lenovo)

Lenovo stellt mit „Think System SR635“ und „Think System SR655“ zwei Server vor, die mit der jüngsten Generation der AMD-CPUs, „Epyc Rome“, ausgestattet sind. Sie ergänzen eine Rechner-Liga, in der die Systeme „630“ und „650“, die mit „Intel Xeon Scalable“ ausgestattet sind, spielen. Doch während diese Zwei-Sockel-Systeme sind, kommen die AMD-bestückten mit nur einem Sockel aus.

Anwender, die die Lenovo-Midrange-Systeme mit „AMD Epyc 7002“ nutzen, kommen also insbesondere beim Einsatz von Software, die nach Anzahl der CPUs lizenzieren, unter Umständen günstiger weg, als mit den vergleichbaren Intel-Systemen. Laut Lenovo ist es möglich, die Total Cost of Ownership (TCO) um bis zu 46 Prozent und die Softwarelizenzkosten um bis zu 73 Prozent senken.

Gedacht sind die Server zum Beispiel für den Einsatz bei Video-Sicherheitsanwendungen und andere kritische Applikationen am Rand des Netzwerks. Denn die dichten NVMe-Konfigurationen der neuen Server ermöglichen es, große Datenmengen zu speichern und rasch darauf zuzugreifen. Denn während die Intel-Systeme des Herstellers 3 Memory-Kanäle bereitstellen, bieten die AMD-basierten Rechner 4. Sie unterstützen nach Herstellerangaben bis zu sechs einfach breite oder drei doppelt breite Grafikprozessoren (GPUs) und können somit hochauflösende Videos schnell verarbeiten und analysieren.

Das aber scheint notwendig. Eine Prognose der Marktforscher von IDC geht davon aus, dass es im Jahr 2025 rund 41,6 Milliarden vernetzte Internet of Things (IoT)-Geräte geben wird, die 79,4 Zettabyte an Daten erzeugen. Ein Großteil des Datenzuwachses wird auf IoT- und Video-Sicherheitstechnologie entfallen.

Das „Think System SR 655“ bietet viele Platz: Auf 2 Höheneinheiten haben 3 große Grafikkarten Platz oder 6 mit normalem Formfaktor.
Das „Think System SR 655“ bietet viele Platz: Auf 2 Höheneinheiten haben 3 große Grafikkarten Platz oder 6 mit normalem Formfaktor. (Bild: Lenovo)

Die neuen Think-System-Systeme eignen sich laut Hersteller gut für Anwendungsfälle, in denen mehr Rechenleistung auf engstem Raum bei geringerem Energieverbrauch benötigt wird, etwa Video-Sicherheitstechnik im öffentlichen Raum, in smarten Städten, auf Unternehmens- oder Universitätsgeländen und im Personennahverkehr.

Das System SR655 bietet in Verbindung mit der Software von Pivot3 eine hyperkonvergente Edge-Computing-Video-Sicherheitsanwendung, die bis zu 33 Prozent mehr Video-Kameras pro Knoten unterstützt als vergleichbare Lösungen. Zugleich sorgt die erhöhte Bandbreite von PCIe 4.0 für einen schnelleren Datentransfer vom Rand des Netzwerks zum Rechenzentrum und größere Speicherkapazität, damit Videos zur Ansicht und Analyse schneller aufgerufen werden können, was zu einer verbesserten Reaktion auf Vorfälle führt.

Bruce Milne, Vice President und Chief Marketing Officer und General Manager bei Pivot3, erläutert: „Kunden von Pivot3 setzen verstärkt intelligente Infrastruktur ein, um die Sicherheit an Flughäfen, Universitäten, Hotels, Gaststätten, Freizeitparks und im Transportwesen zu verbessern. Dabei gewinnen Sicherheit, Belastbarkeit und einfache Verwaltung bei gleichzeitiger Skalierbarkeit weiter an Bedeutung. AMD und Lenovo ermöglichen es uns, all dies zu bieten und die Wünsche unserer Kunden zu erfüllen.“

Wechsel der PCIe-Generation

Insgesamt bieten die neuen Think-Systeme SR635 und SR655 mehr Durchsatz, geringere Latenz und mehr Kerne pro Fläche sowie laut Anbieter die höchste NVMe-Laufwerkskapazität aller Einsockel-Server auf dem Markt. Das ermöglicht mehr Workloads auf weniger Servern auszuführen.

Darüber hinaus liefern die neuen, auf der 2. Generation der Epyc-Prozessoren basierenden Systeme auch eine Möglichkeit, zusätzliche hyperkonvergente Infrastrukturlösungen zu realisieren für „VX“und andere zertifizierte Nodes und Appliances. So müssen sich Unternehmen in virtualisierten Umgebungen oft zwischen maximaler Leistung und Sicherheit entscheiden.

Die hardwaregestützten Sicherheitsmerkmale für Virtuelle Maschinen und Datenverschlüsselung der Prozessoren der AMD Epyc 7002 Serie in Kombination mit der „Lenovo Think Shield“ Technik lösen dieses Dilemma durch eine zusätzliche Sicherheitsschicht für die Virtualisierung, die Bedrohungen im Rechenzentrum isoliert und minimiert. Da die VM-Verschlüsselung im Gegensatz zur Software oder zum Hypervisor direkt in die Hardware integriert ist, beeinträchtigt sie die Systemleistung nicht.

Eingebaute Sicherheit

Sicherheit ist auch in der Video-Analyse und bei allen Szenarien der öffentlichen Sicherheit von größter Bedeutung. Dank neuer Funktionen wie zum Beispiel einem physischen Einbruchsmelder, der Manipulationsversuche erkennt und automatisch meldet, können Unternehmen ihre Sicherheitssysteme auf den Plattformen von Lenovo zuverlässig betreiben. Mit bis zu 64 Kernen pro Sockel ermöglichen es diese neuen Lenovo-Lösungen, mehr virtuelle Maschinen pro Server zu hosten, wodurch Rechenleistung besser verteilt und die Effizienz bei der Workload-Bewältigung gesteigert werden kann.

Diese Fortschritte in puncto Effizienz und TCO-Einsparungen werden noch durch Bestmarken der im Bereich Energie-Effizienz verstärkt - und das obwohl Er sprach darin davon, dass die AMD Prozessoren ein etwas höheres TDP (Thermal Design Power) haben als vergleichbare Intel Prozessoren. Dabei handelt es sich um die thermische Verlustleistung des Prozessors, auf deren Grundlage die Kühlung und die Stromzufuhr ausgelegt werden.Das Ergebnis all dieser Entwicklungen sei ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, so Lenovo.

Mehr Intelligenz im Netz

Schließlich können Telekommunikationsunternehmen von fortschrittlicher Netzwerkintelligenz und -analyse durch höhere Effizienz und Leistung profitieren. Nach Angaben von Lenovo haben viele Kunden auf diese Systeme mit der Fähigkeit, datenintensive Workloads zu bewältigen, bereits gewartet. Dazu gehört Allot, ein Anbieter von Network Intelligence- und Sicherheitslösungen für Kommunikationsdienstleister und Unternehmen.

Allot benötigt Lösungen, die Netzwerk-, Applikations-, Nutzungs- und Sicherheitsdaten in verwertbare Informationen verwandeln können und die die Netzwerke ihrer Kunden intelligenter und sicherer machen. Der Markt verlangt, dass diese Lösungen in der Lage sind, sich ständig ändernden Anforderungen anzupassen und dass sie dabei helfen, neue Probleme zu lösen, die auftreten, wenn sich die Anforderungen an IT kontinuierlich verändern.

Mark Shteiman, AVP of Product Management bei Allot Communications, erläutert: „Die Integration der I/O- und Verarbeitungstechnologie durch Lenovo gibt Allot die Möglichkeit, mehr Netzwerkbandbreite bei höheren Geschwindigkeiten zu verwalten. Die von uns unterstützten Unternehmen und Telekommunikationsanbieter müssen veränderte Anforderungen an ihre Netzwerke unmittelbar und klar erkennen, um dann gegebenenfalls darauf reagieren zu können. Wir haben uns Prototypen der Lenovo-Server Think System SR635 und SR655 angesehen und waren sofort begeistert.“

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posted am 09.08.2019 um 07:49 von Unregistriert


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