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Keine IT-Krimis! Langeweile gewünscht: Warum Unternehmen auf Kubernetes setzen sollten

| Autor / Redakteur: Frederik Bijlsma* / Ulrike Ostler

Groß angelegte Software-Releases sind spannend – aber ebenso riskant und unvorteilhaft für eine langfristig erfolgreiche IT-Entwicklung. Das Gebot der Stunde ist es daher, unaufgeregt zu sein und die kontinuierliche Software-Entwicklung mit vielen kleinen und unbemerkten Release-Zyklen umzusetzen. Denn erst eine sichere und stabile IT verschafft dem Unternehmen die nötige Agilität für die erfolgreiche Umsetzung seiner Geschäftsziele.

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„Boring is good“, sagte Joe Beda auf der KubeCon 2017, Die Entwickler sollen sich nicht langweilen, doch Stress, Chaos, Aufregung aber auch Stillstand gehören nicht ins operative IT-Business.
„Boring is good“, sagte Joe Beda auf der KubeCon 2017, Die Entwickler sollen sich nicht langweilen, doch Stress, Chaos, Aufregung aber auch Stillstand gehören nicht ins operative IT-Business.
(Bild: © Syda Productions - stock.adobe.com)

Die Technik, die hinter diesem eher konservativen Ansatz kleiner und unbemerkter Änderungen steht, ist Kubernetes. Wie die Open-Source-Plattform diesen Ansatz genau ermöglicht und warum immer mehr Unternehmen dabei auf Kubernetes setzen, erläutert Gastautor Frederik Bijlsma, Head of Sales CEMEA bei VMware Tanzu.

Auffällige, mutige und kreative Unternehmen haben unser Erfolgsverständnis der letzten Jahre geprägt. Und tatsächlich sind bunte Kreditkarten, verrückte Benutzeroberflächen und extravagante Marketingkampagnen mit ein Grund für den rasanten digitalen Fortschritt. Nach all der Aufregung sollten sich Unternehmen nun aber vorrangig darauf konzentrieren, 'langweilig' oder zurückhaltend zu sein.

Jetzt ist es an der Zeit, sich auf das Tagesgeschäft zu konzentrieren und eine stabile Grundlage für die täglichen Anforderungen der digitalen Transformation zu schaffen. Vor allem ist es an der Zeit sicherzustellen, dass die Software-Entwicklung nicht in großen Abständen, sondern durch kontinuierliche Releases vorangetrieben wird.

Brüche, Sprünge .... Risiko

In der Vergangenheit war die IT die Ursache für viele Engpässe in der Geschäftsentwicklung. Es dauerte Jahre, bis Projekte realisiert werden konnten – und am Ende standen meist zu hohe Kosten einem Bruchteil der lange versprochenen Funktionen gegenüber. Hinzu kam, dass die Systeme während der Startphase oft ausfielen oder schlecht funktionierten.

Die meisten IT-Organisationen arbeiten immer noch auf diese Weise, insbesondere große und etablierte Unternehmen, die über jahrelang aufgebaute IT-Altsysteme verfügen. Aber ein Anteil aufstrebender, leistungsstarker Unternehmen hat die Art und Weise perfektioniert, wie IT-Teams Software erstellen und liefern.

Software-Release-Zyklen sollten jetzt Wochen und manchmal nur Tage dauern anstatt Monate oder gar Jahre. Die Beschleunigung dieser Zyklen und der Art und Weise, wie Software genutzt wird, schafft neue und beständige Geschäftswerte und lässt Unternehmen langfristig gedeihen. Unter solchen Umständen funktioniert die Software ebenfalls tendenziell besser.

Neue Woche, neues Release

Ein Ergebnis der täglichen oder wöchentlichen Software-Release-Zyklen ist, dass die stufenweise Änderungen von Applikationen von der Mehrheit der Benutzer gar nicht bemerkt werden – das Gegenteil eines großen Rollouts, der die bestehenden Apps komplett überholt und durch zu viele Änderungen auf einmal letztlich sogar mehr Verwirrung beim Nutzer stiften. Auch wenn ein kontinuierlicher Strom kleiner Änderungen zunächst langweilig erscheint, ist er der einzige Weg für eine organische Entwicklung und erfolgreiches Wachstum.

Ein 'Boring Business' mag vielen im gegenwärtigen Klima wie ein Risiko vorkommen. Aber langweilig ist sicher. Es ist zuverlässig und komfortabel.

Neben allem, was neue und aufstrebende Unternehmen zu bieten haben, favorisieren der Markt und die Kunden letztlich Stabilität und Zuverlässigkeit. Unaufgeregt bedeutet nicht, dass man sich auf alte IT-Systeme verlässt, um 'business as usual' zu betreiben. Wenn überhaupt, dann bedeutet es, dass sich ein Unternehmen neuester Entwicklungen und Tools bedient, um seine kleinen, unbemerkten Software-Release-Zyklen umzusetzen.

Die Technologie, die das Aufregende, Innovative und doch Zurückhaltende verkörpert, ist Kubernetes. Joe Beda, einer der Pioniere im Bereich Kubernetes, sagte bereits 2017 auf der KubeCon: „Boring is good“.

Wer nutzt Kubernetes wie?

Der kürzlich erschienene Report „The State of Kubernetes 2020” zeigte, dass zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) Kubernetes nutzen, um Software lokal zu nutzen. Die Unternehmen dieser Befragten nutzen Kubernetes in den Umgebungen und bestehenden Infrastrukturen, in denen sie heute tätig sind. Dies bringt unmittelbare Vorteile für das Unternehmen und trägt dazu bei, diese alten IT-Systeme zu modernisieren, damit sie sich in Zukunft hoffentlich als weniger störungsanfällig erweisen. Als Vorteile wurden eine verbesserte Ressourcennutzung (56 Prozent) und verkürzte Entwicklungszyklen (53 Prozent) genannt – das ideale Ziel für das moderne “Boring Business”.

Durch die Implementierung einer Pipeline für kontinuierliche Integration und Bereitstellung (CI/CD) können Unternehmen die Freigabezyklen ihrer Anwendungen verkürzen, indem sie automatisch Testautomatisierung aufbauen und in Gang setzen. Durch die Arbeit an kleineren Entwicklungs- und Veröffentlichungszyklen wird der Umfang der Dinge, die falsch laufen können, verringert.

Wenn diese kleineren Projekte Teil eines umfassenderen Gesamtprojekts sind und in einem kurzen, sequentiellen Wasserfallansatz eingeführt werden, ist es wahrscheinlich, dass die kleinen Änderungen von der Mehrheit der Benutzer unbemerkt bleiben. Dies mag für den durchschnittlichen Alltagsnutzer so aussehen, als ob nicht viel passiert, aber in Wirklichkeit sorgen die vielen kleinen Änderungen zusammengenommen für einen großen Unterschied.

Frederik Bijlsma leitet den Vertrieb für das „VMware Tanzu“-Portfolio für den Bereich Central EMEA. Zuvor war er als Director Sales CEMEA Benelux, Switzerland, Nordics and Government bei Pivotal sowie als VP Sales bei Telestax zuständig.
Frederik Bijlsma leitet den Vertrieb für das „VMware Tanzu“-Portfolio für den Bereich Central EMEA. Zuvor war er als Director Sales CEMEA Benelux, Switzerland, Nordics and Government bei Pivotal sowie als VP Sales bei Telestax zuständig.
(Bild: VMware)

Spannung gehört nicht in die IT

Unternehmen müssen sich darauf konzentrieren, dass sie ihren Kunden überzeugendere digitale Erlebnisse als die Konkurrenz bieten. Innovation ist der Schlüssel zur Aufrechterhaltung eines Wettbewerbsvorteils und ständige Innovation ist von zentraler Bedeutung für die Erbringung von Unternehmensleistungen. Ob durch CI/CD-Prinzipien, agile Software-Entwicklung oder Kubernetes, Software-Entwicklungen müssen regelmäßig und pünktlich geliefert werden, um ein sicheres, stabiles und zuverlässiges Geschäft zu ermöglichen.

Der Clou an all dem ist, dass wenn der Großteil des IT-Stacks langweilig ist, Unternehmen wieder Zeit haben, um zuverlässig daran zu arbeiten, was dem Geschäft am meisten hilft: der Entwicklungen eigener und herausragender Anwendungen. Je unaufgeregter die IT, desto spannender lässt sich das Geschäft gestalten.

* Frederik Bijlsma ist Head of Sales CEMEA bei VMware Tanzu.

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