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Aten stellt sich als Unternehmen vor KVM-Switches und Co. – was will, kann und macht Aten in Europa?

| Redakteur: Ulrike Ostler

Mehr als drei Jahrzehnte baut Aten schon KVM-Switches (KVM = Keyboard, Video, Maus). Dazu kommen remote Connectivity-Produkte für die Server-Verwaltung sowie weitere Netzwerk-Devices. Heute ist das Unternehmen aus Taiwan der zweit größte KVM-Hersteller. Trotzdem kennt kaum jemand das Unternehmen. SearchDataCenter will das ändern und stellt entsprechende Fragen an Marc Salimans, Vertriebsleiter bei Aten Belgien.

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Marc Salimans, Vertriebsleiter bei Aten Belgien
Marc Salimans, Vertriebsleiter bei Aten Belgien
(Bild: Aten)

Gegründet wurde Aten im Jahr 1979 als Hozn Automation Co. Ltd. und 1984 nahm das Unternehmen in Tapei die Produktion von „Data Switch Box“-Produkten auf. Der jährliche Umsatz beläuft sich auf rund 79,5 Millionen Dollar.

Das Unternehmen besitzt Fabriken in Taipei und in China. Es gibt je eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Taiwan, Kanada und China sowie Verkaufsniederlassungen in den USA, Belgien, Japan, Großbritannien und Korea.

Aten hat ein sehr großes Produktportfolio, ist aber hierzulande trotzdem ein „großer Unbekannter“. Was ist das Ziel, die Marktpolitik? Wer sind die Konkurrenten, Partner und Kunden?

Marc Salimans: Wir glauben sagen zu können, dass wir bei denen, die den KVM-Markt kennen, heute keine unbekannte Größe mehr sind. Unser beständiges Wachstum und die damit verbundene Verbreitung unserer Marke zeigen uns das. Gerade aus dem Markt, in dem wir in Europa am tiefsten verankert sind – nämlich Deutschland – erhalten wir eine große Zahl von neuen Partneranfragen. Das zeigt uns, dass unsere Zielgruppen unser Portfolio recht gut kennen, dass das Bewusstsein für unsere Produkte weiter wächst und, dass sich unsere Partner gerne und erfolgreich für unsere Marke engagieren.

Wir bedienen den gesamten europäischen Markt von unserer Niederlassung in Belgien aus. Vertrieb, Sales, Marketing, Support – alles ist zentralisiert. Um dies erfolgreich umsetzen zu können, haben wir ein Netzwerk von Distributoren und Wiederverkäufern in ganz Europa aufgebaut. All diese Kunden und Partner müssen bestimmte Konditionen erfüllen, damit sie von uns zertifiziert werden. Wir verkaufen nämlich grundsätzlich nur an geprüfte Partner. Bei großen Projekten treten wir auch direkt als Berater auf, aber – ich wiederhole es – geliefert wird durch unseren bestehenden Kanal.

IT-Infrastrukturen sollen heute offen, flexibel und effizient sein. Wie unterstützen Aten-Produkte zum Beispiel konvergente Infrastrukturen?

Marc Salimans: Mit unserer „Altusen“-Linie haben wir genau die High-End-Produkte, die den gegenwärtigen Bedarf von großen Unternehmen abdecken. Das bedeutet: ein ständige Engagement, sie so angepasst wie möglich zu machen. Denn Trends wie Cloud Computing, Green IT oder Virtualisierung entwickeln sich schon weiter, während wir uns noch unterhalten.

Zum Beispiel arbeitet unsere KN-Serie, die neueste Generation der „KVM over IP“-Produkte, mit Blade Servern zusammen, unterstützt alle bekannten Internet-Browser, ist Ipv6-fähig, erfüllt die höchsten Sicherheitsstandards usw. usw. Einige Modelle unterstützen sogar Virtual Media, auch virtuelle Medienunterstützung genannt. Das ermöglicht den Remote-Anwendern, Software via IP auf allen Servern zu installieren, die mit dem KVM verbunden sind. Darüberhinaus gibt ATEN mit der Software CC2000 die passende Antwort auf die permanente Ausweitung der Server- und Daten-Zentren.

Aber am meisten haben wir an der ökologischen Front geleistet. Die Bedeutung eines verringerten Energieverbrauchs – sei es aus ökologischen oder finanziellen Gründen – ist für heutige IT-Umgebungen enorm gewachsen. Mit unserer „Eco-PDU“-Reihe eröffnen wir den IT-Administratoren die Möglichkeit die PUE-Werte mit Echtzeit-RCI- und RTI-Daten zu messen und zu analysieren.

Im Rechenzentrumsbau gibt es einen tiefgreifenden Umbruch. Neue Netzarchitekturen und Standards entstehen im Netzwerkbereich. Was leisten Produkte von Aten wenn es um Cloud-Computing, Energie-Effizienz und Virtualisierung geht?

Marc Salimans: Hochverfügbarkeit eines Server-Raums ist eine Grundlage für die heutige IT-Infrastuktur. In diesem Jahr haben wir den Switch „KN1000“ entwickelt, eine All-in-one-Remote-Lösung: KVM plus Stromversorgung plus serielle Steuerung über IP. Grundsätzlich bietet dies IT-Konnektivität für jedes KVM-Produkt und Server-Zugriff auf Bios-Ebene.

Auch mit den Top-KVM-Switches, die heute standardmäßig IP-Zugriff bieten, ist der KN1000 ein interessantes Produkt. Er ist die perfekte Lösung, um eine bestehende IT-Einrichtung bereit für die Cloud zu machen. Mit der Virtual Media-Funktionalität bringt es KVM in der Cloud noch einen Schritt weiter. Es erlaubt dem Administrator, eine Speichereinheit abzubilden und Programme oder Updates auf dem Remote Server, der mit der Einheit verbunden ist, zu installieren.

Ebenso ist Energie-Effizienz heute ein ganz wichtiges Thema im Bereich des IT-Infrastruktur-Managements. Die Steuerung und Kontrolle des Energieflusses und die Optimierung des Energieeinsatzes wird eine der wichtigsten Herausforderungen der kommenden Jahre. Das betrifft vor allem unsere PDU-Produkte.

Die Zeiten, in denen eine PDU nur eine Schachtel war, die den Strom im Server-Rack verteilte, sind eigentlich vorbei. Unsere neuesten PDU-Leisten geben den Stromverbrauch in Echtzeit an, übermitteln Warnungen, wenn Grenzwerte erreicht werden und gestatten Steuerung über IP. Darüber hinaus liefern sie RCI- und RTI-Daten in Echtzeit, um effektiv die PUE-Werte zu messen.

Die Unternehmen scheinen bereit, mehr Geld für zukunftssichere Technik auszugeben. Wie fit ist Aten für die Zukunft?

Marc Salimans: Das Unternehmen Aten besteht inzwischen mehr als 32 Jahre und wir beschäftigen über 1.500 Menschen weltweit. Wir betreiben drei Forschungszentren, zwei Fabrikanlagen und sieben Niederlassungen. Das ist keine Position, die man aus dem Nichts erhält. Die KVM-Technologie ist zwar keine neue Erfindung mehr, sie ist schon eine geraume Zeit im Markt etabliert. Aber sie entwickelt sich ständig weiter und passt sich an die neuesten Technologien an. Und Aten hat sich gerade darauf spezialisiert, dies zu optimieren.

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