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Wir verkaufen Vertrauen, nicht Verfügbarkeit und Kühlung Krise trotz zweistelligem Wachstum – die Datacenter

| Autor: Ulrike Ostler

Krise bei zweistelligem Wachstum? Ja und nein. Tatsache ist, dass Konsolidierung im Rechenzentrumsmarkt stattfindet, nationale Egoismen vorherrschen und dass der Strom hierzulande teuer ist. Mehr als wahrscheinlich ist aber auch, dass sich die RZ-Fläche bis 2020 nahezu verdoppeln wird.

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Der Eco - Verband der Internetwirtschaft e.V. ludt zur Diskussionsrunde "Die Datacenter-Branche in Zeiten der Konsolidierung"
Der Eco - Verband der Internetwirtschaft e.V. ludt zur Diskussionsrunde "Die Datacenter-Branche in Zeiten der Konsolidierung"
(Bild: Eco)

Was ist los im deutschen Rechenzentrumsmarkt? Dieser Frage ging kürzlich die Kompetenzgruppe Datacenter-Infrastruktur vom Eco – Verband der Internet-Wirtschaft e.V. nach. „Der weltweite Konsolidierungsprozess bei Rechenzentrumsbetreibern befindet sich derzeit in der Mitte der dritten Phase, konstatiert Béla Waldhauser, Leiter dieser Gruppe.

Die Aussage bezieht sich zunächst einmal auf die Unternehmen, die Rechenzentren als Dienstleistung anbieten, also primär Co-Location-Companies. Mit dem Platzen der Dotcom-Blase verschwanden auch RZ-Anbieter vom Markt. Mit der Banken- und Euro-Krise weitere. Doch seit 2012 beobachtet Waldhauser erneut eine wachsende Konsolidierung.

Begonnen habe diese mit dem Aufkauf von Databurg durch Telehouse, gefolgt von der Übernahme von Ancotel durch Equinix vor rund vier Jahren. Seitdem wurde Intergenia von Host Europe übernommen und Telecity wurde, nach der Ankündigung mit Interxion zu fusionieren, selbst von Equinix übernommen, die damit zum Weltmarktführer avancierte. Weiterhin hat NTT die Mehrheit von E-Shelter gekauft. Verizon bietet derzeit rund 50 Datacenter weltweit zum Verkauf an und auch Centurylink sucht nach Käufern für seine Rechenzentren.

Doch Krise? Laut Waldhauser und den anderen Experten des Eco-Forums sind die Gründe für diese Entwicklung mannigfaltig: „Die Bewertungen von Datacentern sind hoch, so dass sich der Verkauf für die Investoren lohnt, viele RZ-Anbieter wollen ihre „weißen Flecken“ auf der Erdkugel durch Aufkäufe abdecken beziehungsweise Ihre Marktposition ausbauen“, so Waldhauser, auch Chief Executive Officer der Telehouse Deutschland GmbH/KDDI Deutschland GmbH.

Dr. Béla Waldhauser, Leiter der eco Kompetenzgruppe Datacenter Infrastruktur: "Der weltweite Konsolidierungsprozess bei Rechenzentrumsbetreibern befindet sich derzeit in der Mitte der dritten Phase."
Dr. Béla Waldhauser, Leiter der eco Kompetenzgruppe Datacenter Infrastruktur: "Der weltweite Konsolidierungsprozess bei Rechenzentrumsbetreibern befindet sich derzeit in der Mitte der dritten Phase."
(Bild: Eco)

Auf der anderen Seite wollten sich offensichtlich eine Reihe von Telekommunikationsanbietern von ihren RZ-Beteiligungen trennen, weil diese entweder nicht zum Kerngeschäft gehören, oder weil sie die Mittel schlichtweg für ihr Kerngeschäft benötigten.

Die Ausführungen von Analyst und Berater Gerd Simon weisen darauf hin, dass die Auslandsnachfrage durchaus solche Rückschlüsse zulässt. Insbesondere nach der NSA-Affäre zeigen die US-amerikanischen Anbieter einen Präsenzbedarf. Dazu kommt zunehmend Interesse asiatischer, chinesischer Internet Service Provider und Content Delivery Networks.

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Allerdings verstehen sie ihre Niederlassungen hierzulande hauptsächlich als „Brückenköpfe“. Die Megarechenzentren, mit einem Strombedarf von mehr als 100 Megawatt entstehen woanders: Microsoft baut in Dänemark, Facebook in Schweden - um Beispiele zu nennen.

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Über den Autor

 Ulrike Ostler

Ulrike Ostler

Chefredakteurin DataCenter-Insider, DataCenter-Insider