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Der Strompreis, der Strompreis und noch einmal der Strompreis
Das zeigt auch zugleich das Hauptproblem: Der Strom hierzulande kommt die Betreiber doppelt so teuer wie Rechenzentrumsanbieter in den Niederlanden oder Frankreich. Somit gehört die Anbindung an neue See- beziehungsweise Interkontinentalkabel zu den ansiedlungsfördernden Faktoren als auch zu denen, die diese Brückenkopfstrategien stützen. Die Latenzen zu weit entfernten Standorten sind immer weniger ein Hinderungsgrund, IT dorthin auszulagern.
So beträgt die gesamt Rechenzentrumsfläche in Deutschland derzeit rund 1,9 Millionen Quadratmeter. Das macht Deutschland laut Borderstep Institut zum größten RZ-Markt in Europa. Allerdings ist ein Viertel davon in Hessen, genauer im Raum Frankfurt angesiedelt. Das führe unter anderem dazu, so Simon, dass die Ansiedlung und das Festhalten von Rechenzentren sowie ihr Stromhunger und Administrationsqualen, alleine bis zur Bearbeitung von weiteren Glasfaser-Anschlüssen vergehen Monate, berichten die Veranstaltungsteilnehmer, nicht als gesamtdeutsches Problem gesehen wird.
Ein Viertel der europäischen RZ-Kapazität stellt Deutschland – noch
Der Energieverbrauch von Rechenzentren steigt und steigt
Zum anderen ist bei den kleinen bis mittelgroßen Rechenzentren in Unternehmen und Organisationen ein stark rückläufiger Trend zu beobachten. Die Betriebe können mit den rasch anwachsenden Anforderungen nicht Schritt halten. Im Jahr 2014 gab es rund 50.000 Rechner-Räume beziehungsweise Server-Schränke mit einem Strombedarf bis zu 20 Kilowatt. Die Zahl sinkt. Die Firmen konsolidieren oder lagern an Hoster/ Co-Locator/Outsourcing-Companies aus.

- Im Bedarfsrahmen von 21 bis 300 Kilowatt, gibt es rund 30.000 Server-Räume. Auch hier gilt: Der Trend geht zur Konsolidierung, Verlagerung. Die Anzahl kleiner Rechenzentren, 300 Kilowatt bis 1 Megawatt, beträgt rund 5.000. Erstaunlicherweise nimmt diese zu – und zwar um rund 10 Prozent pro Jahr. Und der Trend hält an.
- Mittlere Rechenzentren haben nach dieser Einteilung einen Strombedarf von 1 Megawatt bis 10 Megawatt. Davon gibt es etwa 500 und das Potenzial ist beeindruckend: Die Analysten gehen von einer 20prozentigen Zunahme per anno aus. Die Gründe liegen zum einen in den durch das US- und asiatische Ausland getrieben Neuansiedlungen, aber auch in der Konsolidierung kleinerer RZ-Betriebe.
- Und jetzt wird es dünn: Große Rechenzentren zählt Deutschland weniger als 10. Der Energiebedarf liegt bei 11 bis 99 Megawatt. Dennoch sieht Simon auch hier Potenzial für mehr Fläche und eine größere Anzahl. Die Nachfrage wird ebenfalls aus dem Ausland getrieben. Immerhin sind Rechenzentren das Zuhause von Cloud-Diensten, IoT und Big Data. Um einmal eine Zahl zu nennen: IDC nimmt an, dass der Industriesektor Internet of Things (IoT) im Jahr 2020 ein Marktvolumen von rund 7,1 Billionen Dollar erreicht haben wird (siehe: auch Abbildung 4)
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