Trend zur Virtualisierung: Managed Services gewinnen an Bedeutung Kapazitätsmanagement als Schlüssel für erfolgreiche Serverkonsolidierung

Autor / Redakteur: Irmgard Schlembach / Ulrich Roderer

Aktuelle Projekte zeigen, dass Virtualisierung in Konsolidierungsprojekten typischerweise Einsparungen in zweistelligen Prozentsätzen erzielt. Sie resultieren unter anderem aus einer verbesserten Auslastung der Infrastruktur. Dazu ist jedoch ein aktives Kapazitätsmanagement erforderlich. Spezialisierte Dienstleister übernehmen diese Aufgabe im Rahmen von Managed Services, die bereits industriell standardisiert und somit kosteneffizient sind.

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Serverkonsolidierung mit Managed Services
Serverkonsolidierung mit Managed Services
( Archiv: Vogel Business Media )

Beim Thema Virtualisierung zeichnet sich ein Trend ab: Die Ausweitung auf immer größere Teile der Infrastruktur. André Kiehne, Leiter Business Development Services Germany bei Fujitsu Siemens Computers, stellt bei Kundenprojekten fest: „Zunehmend verschwindet die singuläre Sicht auf Storage- und Server-Systeme und die Gesamtarchitektur für die Virtualisierung rückt in den Fokus.“

Dass sich diese Herangehensweise lohnen kann, belegt Kiehne mit einem Beispiel aus der Praxis. „Ein großes produzierendes Unternehmen hat eine Analyse seiner Server-Auslastung von uns durchführen lassen. Es ging dabei um mehr als 100 Server. Die Analyse ergab, dass diese 100 Server nur zu maximal 10 Prozent ausgelastet sind. Durch eine Virtualisierung der Server ließ sich die Zahl der Server drastisch reduzieren, und zwar auf weniger als 15. Das hat sich für den Kunden in einer sehr deutlichen Kostensenkung ausgewirkt. Typischerweise sind bei solchen Virtualisierungskonzepten Kostenersparnisse mit zweistelligen Prozentsätzen erreichbar.“

Um jedoch eine derartige Konsolidierung durchzuführen, müssen die Aufgaben auf die reduzierte Anzahl der Server integriert werden. Der Schlüssel zum Erfolg eines solchen Projekts besteht darin, dass alle Applikationen mit der Virtualisierungstechnologie zusammen funktionieren und die virtualisierte Infrastruktur dieselbe Verfügbarkeit bietet wie die alten Serversysteme. Durch die Virtualisierung laufen Geschäftsprozesse mit unterschiedlichen Verfügbarkeitsanforderungen auf einer gemeinsamen Plattform. Der Prozess mit den höchsten Anforderungen bestimmt dann die notwendige Verfügbarkeit des Gesamtsystems.

Der Schlüssel: Aktives Kapazitätsmanagement

Der Betrieb gewinnt also eine besonders exponierte Stellung. Daher müssen IT-Leiter innerhalb eines Konsoliderungsprojekts nicht nur dafür sorgen, dass die Server laufen, sondern auch ein aktives Kapazitätsmanagement durchführen. „Es stellt sich also immer die Frage: Reicht die Anzahl der Server für die große Anzahl der Applikationen, der Datenmengen und die Anzahl der Benutzer noch aus oder brauche ich statt zehn Server jetzt einen elften Server dazu?“, erläutert Kiehne.

Zwar erreicht man durch die Virtualisierung große Einspareffekte. Allerdings muss die Infrastruktur dabei auch sehr gut gemanagt sein. Daraus resultiert ein gewisser Kostenblock. Diese Aufgabe in Form von Managed Services einzukaufen, stellt für viele Unternehmen eine günstige Alternative dar. Denn spezialisierte Dienstleister können diese Leistungen industriell standardisiert erbringen und somit auch besonders kosteneffizient. Über Capacity-on-Demand-Modelle lässt sich sogar flexibel und bedarforientiert auf eine erhöhte Nachfrage reagieren ohne das Investitionsbudget zu belasten.

Darüber hinaus spielen der Zugriff auf Know-how und Ressourcen und auch die realisierbaren Skaleneffekte eine wesentliche Rolle. Der Grund für diese industrielle Betrachtungsweise liegt in der geänderten Agenda der CIOs. Heute steht nicht mehr der technische Betrieb der IT-Infrastruktur im Vordergrund. Es geht ausschließlich darum, ob sie die Business-Anforderungen erfüllt. Der CIO muss also den Betrieb von Clients, Servern oder Storage-Systemen zu adäquaten Kosten in der gewünschten Qualität sicherstellen. Dazu braucht er Personal und Know-how – oder er kauft die Leistung als Managed Service am Markt ein. Gerade beim Betrieb der IT-Infrastruktur können Unternehmen von den Skaleneffekten spezialisierter Dienstleister profitieren. Beispielsweise kann dieser durch Monitoring Tools und System Management Center die Überwachung einer IT-Infrastruktur rund um die Uhr wesentlich effizienter realisieren als ein einzelner Kunde dies könnte.

Blick in die Zukunft: Client-Virtualisierung wird attraktiver

Schon heute sind Clients reine Commodity-Artikel und bedürfen deshalb einer intensiven Pflege. Sie dezentral zu managen ist sehr aufwändig. Bei virtualisierten Clients dagegen greifen die Anwender über einen Thin Client oder sogar nur noch über eine USB over IP-Verbindung auf die virtuelle Client-Umgebung im Rechenzentrum zu. Abhängig von den Benutzerprofilen unterstützt ein 2-Wege-Server je nach Ausbau 20 virtuelle Clients – oder auch mehr. „Wir erwarten, dass das Thema Client-Virtualisierung wegen der niedrigen Betriebskosten immer attraktiver wird. Die Verantwortung verlagert sich verstärkt ins Rechenzentrum und die Virtualisierung von Servern und Clients wird konvergieren. Neben einem vereinfachten Management sind für unsere Kunden auch höhere Sicherheit und eine bei Weitem intensivere Nutzung ihrer Rechner-Ressourcen relevante Entscheidungskriterien“, berichtet Kiehne.

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