Jetzt sorgt der Website-Turbo NGINX für Spitzenleistung und so geht´s ...

Ist die Apache-Ära angezählt?

| Autor / Redakteur: Filipe Pereira Martins und Anna Kobylinska / Ulrike Ostler

Der neue Stern am Webserver-Himmel: NGINX; hier ein alternatives Logo der NGINX-Gemeinde
Der neue Stern am Webserver-Himmel: NGINX; hier ein alternatives Logo der NGINX-Gemeinde (Bild: Michael Lustfield, Administrator von Nginx Wiki, wiki.nginx.org)

Virtualisierung lässt etablierte Webserver träge wirken. Denn Prozess- und Thread-basierte Website-Bereitstellung verursacht viel zu hohen Overhead, damit zusätzliche Latenz und unnötige Kosten. Der quelloffene Webserver „NGINX“ verfolgt einen anderen Ansatz: Ereignisbasierte Bereitstellung liefert rekordverdächtigte Leistung bei geringen Ressourcenanforderungen.

Ineffizienter Umgang mit dem Arbeitsspeicher durch prozessbasierte Webserver-Architekturen kommt Website-Betreibern teuer zu stehen. Doch hohe Latenzzeiten sind noch teurer; denn sie reflektieren sich negativ im Suchmaschinen-Ranking der betreffenden Websites und in der Absprungsquote der Besucher.

Das offizielle Logo von NGINX
Das offizielle Logo von NGINX (Bild: NGINX)

Ein Entwickler namens Igor Sysoev witterte genau hier eine Gelegenheit. Er ging an das sprichwörtliche Reißbrett, um einen Webserver von Grund auf neu zu erfinden, und setzte ihn hinsichtlich der Hardware-Anforderungen auf Diät. So entstand NGINX: ein Webserver, http-Proxy und Lastverteiler der besonderen Art.

Schlag auf Schlag

Apaches Entwickler hatten bei der Umstellung von der Generation 1.3.x auf 2.x die Chance verpasst, die Architektur grundlegend zu überdenken. Anstatt alte Zöpfe abzuschneiden wollten sie die Kontinuität wahren und werden nun von NGINX kalt erwischt.

So konnte NGINX bei der Auslieferung statischer Inhalte den Platzhirsch Apache 2.2 in allen Benchmarks um Längen schlagen. Apaches Niederlage war quasi programmiert: Während Apache bei jedem Verbindungsaufbau einen neuen Thread erzeugen musste, arbeitet NGINX asynchron und ereignisorientiert.

Als ein Lastverteiler hat NGINX alle seine Mitbewerber ohnehin weit hinter sich gelassen. Die Betreiber von „Wordpress.com“ etwa konnten keinen anderen Lastverteiler finden, der mit NGINX Schritt halten könnte. Einzig NGINX war in der Lage, gleichzeitig 8000 Anfragen pro Sekunde zu verarbeiten.

Das Trendbarometer schlägt zugunsten von NGINX aus

Web-Admins stark belasteter Websites sind daher bereits frühzeitig auf den NGINX-Zug aufgesprungen: Der relative Neuling NGINX konnte den eingesessenen Marktführer Apache bei den ersten Top-Tausend Websites vom Thron stoßen. In anderen Kategorien bleibt Apache nach wie vor Nummer Eins, doch die Versuchung ist groß. Geringere Hardware-Anforderungen bedeuten niedrigere IT-Kosten beim Umstieg auf NGINX.

Google Trends zu Apache und NGINX: Während Apache offenbar in Irrelevanz versinkt, scheint das Interesse an NGINX eponentiell zu wachsen und ist besonders im DACH-Raum stark ausgeprägt.
Google Trends zu Apache und NGINX: Während Apache offenbar in Irrelevanz versinkt, scheint das Interesse an NGINX eponentiell zu wachsen und ist besonders im DACH-Raum stark ausgeprägt. (Bild: google.com/trends)

Mit der Version 2.4 hat die Apache Software Foundation versucht, nachzukarten, und mit einem hybriden Prozess-/Thread-/Ereignis-basierten Modus auf Multiprozessor-Servern gekontert. Diese neue Architektur ermöglicht wesentlich geringere Latenzzeiten und einen höheren Datendurchsatz, konnte jedoch an den hohen Ressourcen-Anforderungen von Apache und der komplexen Wartung bisher nicht viel ändern.

Mit seiner beachtlichen Flexibilität, einer einfachen Konfiguration und dem extrem sparsamen Umgang mit kostspieligen Ressourcen wie dem Arbeitsspeicher hat NGINX eine Handvoll relevanter Alleinstellungsmerkmale, die dem Webserver wohlverdiente Aufmerksamkeit bescheren.

Das offizielle Wiki der NGINX-Gemeinde läuft auf einem VPS mit unter 200 MB Arbeitsspeicher; der gesamte Stack (Ubuntu, PHP, PostgreSQL, MediaWiki mit Erweiterungen) nimmt Aussagen des Administrators zu Folge gerade einmal knapp 100 MB RAM in Anspruch.
Das offizielle Wiki der NGINX-Gemeinde läuft auf einem VPS mit unter 200 MB Arbeitsspeicher; der gesamte Stack (Ubuntu, PHP, PostgreSQL, MediaWiki mit Erweiterungen) nimmt Aussagen des Administrators zu Folge gerade einmal knapp 100 MB RAM in Anspruch. (Bild: http://wiki.nginx.org/)

Die sehr moderaten Hardwareanforderungen von NGINX reflektieren sich in dramatisch niedrigeren Kosten für das Hosting.

[nginx_wiki.png] Das offizielle Wiki der NGINX-Gemeinde läuft auf einem VPS mit weniger als 200 MB Arbeitsspeicher; der gesamte Stack bestehend aus Ubuntu, PHP, PostgreSQL und MediaWiki mit Erweiterungen nimmt Aussagen des NGINX-Administrators zu Folge gerade einmal knapp 100 MB RAM in Anspruch.

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