2020 stagnierte das ITK-Volumen bei 145 Milliarden Euro IDC und De-CIX: Es fließt mehr Geld in IT und Telko

Redakteur: Ulrike Ostler

Für 2021 erwartet das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen IDC eine positive Entwicklung des Markts für Informations- und Kommunikationstechnologie in Deutschland mit einem Zuwachs von 4,4 Prozent auf knapp 151 Milliarden Euro. Im Jahr 2020 hatte das Gesamtvolumen bei 144,8 Milliarden Euro gelegen. Dies entspricht einem Wachstum von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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Die Umsätze für Informations- und Kommunkationstechnik steigen trotz Corona und allgemeiner Unbill in Security-Angelegenheiten.
Die Umsätze für Informations- und Kommunkationstechnik steigen trotz Corona und allgemeiner Unbill in Security-Angelegenheiten.
(Bild: Andreas Riedelmeier auf Pixabay)

Die International Data Corporation (IDC) führt das Wachstum in der jüngsten Ausgabe des im August erschienenen „Worldwide Black Book Live“.auf den anhaltenden Aufschwung in allen Technologiemärkten zurück. So sorgt etwa die hohe Nachfrage nach Personal Computing Devices, konkret Tablets und PCs, PC-Monitoren sowie Infrastructure-as-a-Service dafür, dass der Gesamtmarkt für ITK in Deutschland trotz der ungünstigen Wirtschaftslage im vergangenen Jahr nicht eingebrochen ist.

So sehen laut IDC die Pognosen für den Bereich Künstliche Intelligenz aus.
So sehen laut IDC die Pognosen für den Bereich Künstliche Intelligenz aus.
(Bild: IDC 2021)

Die Prognosen bleiben auch für 2021 optimistisch, die anhaltend starke Nachfrage nach Notebooks in einigen Wirtschaftszweigen wie etwa der Bildung und der öffentliche Verwaltung, aber auch aus der Privatwirtschaft gehört dabei zu den Investitionstreibern.

An der Peripherie

Die Ausgaben für Computerzubehör beziehungsweise Peripheriegeräte in Deutschland bleiben voraussichtlich stabil. IDC erwartet hier ein moderates Wachstum von rund 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, befeuert vor allem durch die nach wie vor anhaltende Nachfrage nach PC-Monitoren.

Komponentenknappheit bremst hingegen das Wachstum im Bereich der Hardcopy Peripherie, also bei Druckern und MFPs, aus. Hier kann die vorhandene Nachfrage aufgrund der aktuellen Situation nicht entsprechend bedient werden.

Weltweiter Markt für Hardcopy-Peripheriegeräte, Stückzahlen, Unternehmensanteile und Wachstum im Jahresvergleich, 2. Quartal 2021 (basierend auf Stückzahlen)
Weltweiter Markt für Hardcopy-Peripheriegeräte, Stückzahlen, Unternehmensanteile und Wachstum im Jahresvergleich, 2. Quartal 2021 (basierend auf Stückzahlen)
(Bild: IDC Worldwide Quarterly Hardcopy Peripherals Tracker vom 5. August 2021)

Pandemiebedingt unterbrochene Lieferketten wirkten sich 2020 ebenfalls dämpfend auf den Absatz von Smartphones aus. Der Markt hat sich allerdings im ersten Quartal 2021 deutlich erholt, IDC geht in diesem Segment von einem Wachstum von 13,1 Prozent für das laufende Kalenderjahr aus.

Lynn-Kristin Thorenz, Associate VP Research & Consulting für die DACH-Region bei IDC, erläutert: „Der konjunkturelle Rückgang im Jahr 2020 hat in vielen Unternehmen bereits angelaufene Digitalisierungsinitiativen ausgebremst beziehungsweise temporär auf Eis gelegt. Wir beobachten allerdings jetzt zum Glück verstärkt, dass sich der Digitalisierungsprozess nicht mehr aufhalten lässt.“

Konnektivität in allen Variationen

Ganz im Gegenteil sei 2021 in diesem Bereich eine deutliche Dynamik zu sehen. Das schließe auch eine verstärkte Nutzung der Cloud ein. Ebenso dürfte die starke Nachfrage nach Anwendungen in den Bereichen Human Capital Management, Marketing und Customer Service bis Jahresende andauern. Für den deutschen Softwaremarkt rechnet IDC mit einem stabilen Wachstum von knapp sieben Prozent.

Der Markt für Telekommunikationsdienstleistungen in Deutschland wird sich in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter erholen. Remote Working, Collaboration und Online-Medienkonsum werden auch in Zukunft einen festen Platz im Alltag einnehmen, so dass Konnektivität sowohl für Privatkunden als auch für Unternehmen immer wichtiger wird. Die erheblichen Auswirkungen, die Covid-19 auf einige TK-Teilmärkte im Jahr 2020 hatte, werden den Aufschwung allerdings auch in den nächsten Quartalen bremsen. IDC erwartet für 2021 einen leichten Rückgang der Ausgaben für Telekommunikationsdienstleistungen um 1,3 Prozent.

DE-CIX: Digitale Transformation geht unaufhaltsam weiter – doch nur mithilfe besserer Konnektivität

DE-CIX, Betreiber des weltweit führenden Internetknotens in Frankfurt am Main, gibt heute die Ergebnisse seiner aktuellen Marktstudie (siehe: Kasten) bekannt. Diese geht der Frage nach, wie sich die digitale Transformation von Unternehmen künftig fortsetzen wird.

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Die DE-CIX-Marktstudie

Die von DE-CIX in Auftrag gegebene Marktstudie wurde von dem deutschen Marktforschungsinstitut Research in Action durchgeführt. Im Rahmen dieser Erhebung wurden Manager von jeweils 200 Unternehmen aus Deutschland und den USA mit mehr als 2.500 Mitarbeitern und einem jährlichen Mindestumsatz von 250 Millionen Euro befragt.

Die Ergebnisse unterstützen die IDC-Prognosen in diesem Punkt und zeigen: Unternehmen sind nach den anfänglichen Herausforderungen der Pandemie sehr bestrebt, Remote-Work-Prozesse umfassend und langfristig in ihre IT-Strategie zu implementieren. Dabei legen sie besonderen Wert auf die Sicherheit ihrer IT-Systeme.

Über die Hälfte der befragten Manager aus den Bereichen IT, IT-Betrieb und IT-Infrastruktur zeigen sich besorgt um den Verlust vertraulicher Informationen durch Sicherheitsvorfälle (57,5 Prozent) sowie auch um den Mangel an Wissen und Insights darüber, wie und wohin sich kritische Daten im Internet bewegen (51,3 Prozent).

In den vergangenen Monaten haben 78,3 Prozent der Unternehmen einen Anstieg in IT-Support- Anfragen mit Bezug zu Software-Paketen verzeichnet, die durch „Microsoft 365“ und „Microsoft Dynamics“ bereitgestellt werden. Dies betraf beinahe alle Befragten mit einer Unternehmensgröße von 2.500 bis 5.000 (99,4 Prozent) sowie über 10.000 (98,1 Prozent) Mitarbeitern. Bei Unternehmen mit 5.000 bis 10.000 Mitarbeiten traf dies in lediglich 52,5 Prozent der Fälle zu.

Interconnection ist gefragt

Das Thema Interconnection ist hoch im Kommen: So planen 74 Prozent der befragten Unternehmen, in den nächsten zwei Jahren neue Services zu implementieren, die die Interconnection zur Microsoft SaaS-Cloud stärken.

Dabei variieren die Prioritäten je nach Branche: 27,8 Prozent der Unternehmen des Gesundheits- und Sozialwesens, 23,6 Prozent jener aus den Bereichen Reisen/Transport/Logistik sowie 23 Prozent der Befragten aus der Automobil- und Fertigungsbranche wünschen sich eine vom Internet getrennte Verbindung zur Stärkung der Resilienz sowie für verbesserte Netzwerksicherheit. 27,6 Prozent der Befragten aus dem Reise-/Transport-/Logistiksektor betonen ihr Interesse an einem Service, der sich durch eine hohe Performance, eine niedrige Latenz und eine redundante Interconnection auszeichnet, um schnellere Reaktionszeiten zum Beispiel für Echtzeit-Tracking, Flottenmanagement und Tourismus-Services zu ermöglichen.

Mareike Jacobshagen, Head of Global Business Partner Program bei DE-CIX: „Unternehmen müssen Zugang zu Latenzzeiten erhalten, die durch den kürzesten Weg zwischen Anwendungen und Nutzern niedrig gehalten werden.“
Mareike Jacobshagen, Head of Global Business Partner Program bei DE-CIX: „Unternehmen müssen Zugang zu Latenzzeiten erhalten, die durch den kürzesten Weg zwischen Anwendungen und Nutzern niedrig gehalten werden.“
(Bild: DE-CIX)

Mareike Jacobshagen, Head of Global Business Partner Program bei DE-CIX, fasst zusammen: „Um die Digitalisierung interner Prozesse zu fördern, kritische Business-Anwendungen und -Services effizienter zu vernetzen sowie Performance und Sicherheit zu steigern, sind sowohl eine gute Konnektivität als auch sichere, direkte Verbindungen zu Anwendungsquellen entscheidende Faktoren.“

Dafür müssten Unternehmen Zugang zu Latenzzeiten erhalten, die durch den kürzesten Weg zwischen Anwendungen und Nutzern niedrig gehalten werden. Zudem minimierten Redundanz und eine höhere Resilienz das Ausfallpotenzial. Dadurch ließen sich die Wege, die kritische Daten nehmen, besser nachvollziehen und kontrollieren, was zum Schutz ihrer digitalen Assets beitrage. Sie schließt: „Im nächsten Schritt in Richtung digitale Transformation müssen sich Unternehmen demnach auf eine zukunftsfähige Konnektivität konzentrieren.“

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