Kennwortsicherheit mit Hashcat prüfen GPU-gestützte Hash-Analyse für autorisierte Audits

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Schwache Passwörter lassen sich im eigenen Netz aufspüren, bevor Angreifer sie finden. Das Open-Source-Tool „Hashcat“ testet Hashes mit voller Grafikkartenleistung gegen mehrere hundert Verfahren und macht riskante Passwortrichtlinien sichtbar.

„Hashcat“ liefert IT-Verantwortlichen ein belastbares Instrument für Passwort-Audits, Incident Response und forensische Untersuchungen. Der Einsatz gehört ausschließlich in autorisierte Test- und Analyseumgebungen, in denen die Prüfung der eigenen Passworthygiene und Richtlinien im Vordergrund steht(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
„Hashcat“ liefert IT-Verantwortlichen ein belastbares Instrument für Passwort-Audits, Incident Response und forensische Untersuchungen. Der Einsatz gehört ausschließlich in autorisierte Test- und Analyseumgebungen, in denen die Prüfung der eigenen Passworthygiene und Richtlinien im Vordergrund steht
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Administratoren überprüfen mit Hashcat, wie widerstandsfähig die Kennwörter ihrer Infrastruktur gegen reale Angriffstechniken sind. Das Kommandozeilenprogramm steht unter MIT-Lizenz und läuft auf Linux, Windows und MacOS.

Entwickelt von Jens Steube, deckt es mehr als 300 Hash- und Verschlüsselungsverfahren ab, darunter NTLM, die SHA-2-Familie, bcrypt, argon2id, klassische LM-Hashes sowie WPA aus dem WLAN-Umfeld. So findet das IT-Team verwundbare Konten innerhalb der eigenen Umgebung, bevor sie zum Einfallstor werden.

Fünf Angriffsmodi für realistische Szenarien

Hashcat kombiniert mehrere Verfahren, um typische Passwortmuster nachzustellen. Zur Verfügung stehen:

  • Wörterbuchangriff - prüft Kandidaten aus vorbereiteten Wortlisten gegen die Ziel-Hashes
  • Maskenangriff - durchläuft definierte Zeichenräume nach Vorgaben zu Länge und Aufbau
  • Regelangriff - verändert Wörterbucheinträge über Transformationsregeln und bildet damit gängige Abwandlungen ab
  • Hybridangriff - verbindet Wortlisten mit Maskenelementen für gemischte Kandidaten
  • Association-Angriff - leitet Kandidaten aus kontextbezogenen Hinweisen zum Zielkonto ab

Über diese Kombination werden vorhersehbare Kennwörter und unzureichende Richtlinien rasch erkennbar.

Hohe Durchsätze durch Grafikkarten

Den Geschwindigkeitsvorsprung holt das Tool aus der Parallelverarbeitung moderner GPUs. Über „CUDA“ bindet es Nvidia-Karten an, AMD-Hardware nutzt HIP und ROCm, Intel-Grafik läuft über die zugehörige Compute-Runtime, OpenCL deckt darüber hinaus weitere Geräte ab.

Bei schnellen Hash-Verfahren erreichen aktuelle Karten Milliarden Kandidaten pro Sekunde. Bei rechenintensiven Verfahren wie bcrypt oder argon2id sinkt der Durchsatz dagegen drastisch, da diese Algorithmen genau auf solche Angriffe ausgelegt sind. Diese Spreizung zeigt im Audit, welche Hash-Verfahren in der eigenen Umgebung ausreichend Schutz bieten.

Sessions, Monitoring und externe Rechenkraft

Längere Analysen lassen sich unterbrechen und später fortsetzen, was bei umfangreichen Wortlisten den Betrieb stabil hält. Mehrere GPUs arbeiten parallel an derselben Aufgabe, ein integrierter „Watchdog“ drosselt oder stoppt die Verarbeitung bei kritischen Temperaturen. Hashes und Wortlisten bleiben dabei lokal auf dem Analysesystem.

Status- und Benchmark-Funktionen liefern fortlaufend Werte zu Fortschritt und Hardware-Leistung. Die aktuelle Generation erweitert das Konzept um die Assimilation Bridge, über die sich zusätzliche Ressourcen wie CPUs oder FPGAs in den Verarbeitungsprozess einbinden lassen.

(ID:50867704)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung