Proxmox VE: virtualisiert nativ auf Arm-Servern Feature-Parität zur x86-Version auf NVIDIA Grace und Vera

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Proxmox Server Solutions bringt seine Virtualisierungsplattform erstmals auf 64-Bit-Arm. Rechenzentren mit NVIDIA-Grace-Systemen betreiben KVM-VMs und LXC-Container jetzt auf derselben Software wie auf x86-Servern, samt ZFS, Ceph und Hochverfügbarkeit im Cluster.

Proxmox VE: virtualisiert nativ auf Arm-Servern(Bild:  Thomas Joos)
Proxmox VE: virtualisiert nativ auf Arm-Servern
(Bild: Thomas Joos)

Proxmox VE unterstützt seit dem 05.08.2026 offiziell die Arm64-Architektur. Damit läuft die Plattform neben x86-64 auf einer zweiten Prozessorarchitektur. Der Hersteller nennt NVIDIA Grace und die Vera-Generation als offiziell unterstützte Ziele und hat die Fassung gemeinsam mit NVIDIA und Supermicro auf Grace-Hopper-Systemen getestet. Administratoren arbeiten mit derselben Codebasis wie unter x86.

Gleiche Codebasis, gleiche Funktionen

Die Arm64-Fassung teilt sich den Quellcode mit der x86-Variante und erreicht nach Herstellerangaben denselben Funktionsumfang, sodass ein Rechenzentrum Bedienung, Cluster-Mechanismen und Speicherarchitektur auf beiden Prozessorwelten unverändert vorfindet. KVM stellt die virtuellen Maschinen, LXC die Systemcontainer, ZFS und Ceph den Speicher. Software-defined Networking, Backup und Weboberfläche arbeiten auf beiden Plattformen gleich.

Ein getrennter Entwicklungsstand für Arm fällt weg.

Unter der Oberfläche setzt die Version auf Debian 13 "Trixie" mit dem Linux-Kernel 7.0, der die Treiber für die Grace-Plattform mitbringt und den Zugriff auf die Hardware ohne nachinstallierte Fremdmodule erlaubt. QEMU 11.0 führt die Gastsysteme aus, ZFS 2.4 verwaltet die lokalen Storage-Pools auf jedem Knoten. Die x86-Ausgabe nutzt denselben Stand, sodass beide Architekturen auf gleichem Versionsniveau bleiben. Arm-Systeme erhalten dieselben Funktionen und Updates wie die x86-Plattform, ohne eigenen Rückstand.

Voraussetzungen und Grenzen

Der Start auf Arm setzt UEFI-Firmware und ACPI-Tabellen voraus. Ein Server ohne diese Firmware-Basis startet die Plattform nicht und scheidet als Zielsystem aus. Einige x86-Funktionen fehlen der Arm-Fassung, darunter SeaBIOS als alternatives VM-BIOS, die Speicherverschlüsselung AMD SEV und die GPU-Virtualisierung Intel GVT-g, die als reine x86-Techniken von AMD und Intel auf der Arm-Hardware von NVIDIA keine Entsprechung finden. Für Grace-Server mit UEFI und direkt angebundenen NVIDIA-Beschleunigern hat dieser Wegfall in der Praxis kaum Bedeutung.

Proxmox verteilt die Arm64-Ausgabe als Bare-Metal-ISO und über die Paket-Repositories, wie schon bei x86. Die quelloffene Software ergänzt der Hersteller auf Anfrage um Support-Verträge für den Produktivbetrieb. Das Unternehmen beziffert seine Community auf mehr als 225.000 Mitglieder und die Installationen auf über zwei Millionen Hosts, beides nach Eigenangabe. Der Nutzen zeigt sich zuerst in neuen, GPU-dichten Aufbauten mit Grace-Hardware, denn ein bestehender x86-Cluster gewinnt durch den Port keine zusätzliche Funktion.

Fazit

Mit der Arm64-Ausgabe deckt Proxmox VE die energieeffizienten Grace- und Vera-Server ab und hält ihren Funktionsumfang auf dem Niveau der x86-Plattform. Rechenzentren bekommen eine quelloffene Virtualisierungsschicht für hochdichte KI-Hardware, ohne den Wechsel auf eine zweite, getrennte Verwaltungssoftware. Der Schritt bindet die Arm-Beschleunigerknoten an dieselben Cluster-, Speicher- und Backup-Werkzeuge, die im x86-Bestand bereits im Einsatz stehen.

(ID:50938469)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung