Nachhaltigkeit digitaler Services Open-Source-Tool für die CO2-Bewertung digitaler Architekturen

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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Können die Umweltauswirkungen von digitalen Services und KI sichtbar gemacht werden? Darauf zielt die Kooperation zwischen Publicis Sapient und Schneider Electric ab: Was steckt hinter der Open-Source-Modellierungslösung „E-Footprint“?

Das Tool wurde von Publicis Sapient entwickelt und wird im Boavizta-Ökosystem gehostet: Berücksichtigt werden von Feld- und Endgeräte über Netzwerke und Cloud-Infrastruktur auch  Rechenzentren.(Bild: ©  Urupong - stock.adobe.com)
Das Tool wurde von Publicis Sapient entwickelt und wird im Boavizta-Ökosystem gehostet: Berücksichtigt werden von Feld- und Endgeräte über Netzwerke und Cloud-Infrastruktur auch Rechenzentren.
(Bild: © Urupong - stock.adobe.com)

Nach Angaben von Publicis Sapient betrachtet „E-Footprint“ nicht den Lebenszyklus einzelner Produkte, wie es klassische Ansätze tun, sondern den digitalen Service als Ganzes. Berücksichtigt werden Feld- und Endgeräte, Netzwerke, Cloud-Infrastruktur und Rechenzentren. Bewertet werden sowohl die aktuellen als auch die prognostizierten Umweltauswirkungen. Das Tool wurde von Publicis Sapient entwickelt und wird im Boavizta-Ökosystem gehostet.

Der Ansatz schließt KI-gestützte Systeme ein. Laut Anbieter lassen sich damit die Umweltfolgen von Workloads in der Cloud, am Edge oder in hybriden Architekturen abschätzen. Hintergrund ist die Einschätzung, dass viele Auswirkungen bereits bei Architektur- und Designentscheidungen entstehen und nicht erst im Betrieb der Infrastruktur. Matthias Schmidt-Pfitzner, Managing Director DACH bei Publicis Sapient, sieht Nachhaltigkeit in digitalen Services häufig noch auf Infrastruktur und Rechenzentren reduziert.

Funktionen im Überblick

Publicis Sapient zufolge steht E-Footprint allen Unternehmen offen. Vorgesehen sind unter anderem:

  • die Messung der Umweltauswirkungen eines digitalen Service von Ende zu Ende;
  • der Vergleich alternativer Technologiedesigns vor der Implementierung, darunter Cloud-, Edge- und Hybridarchitekturen für KI-gestützte Systeme;
  • die Identifikation der größten Emissionstreiber bei Geräten, Netzwerken und Cloud-Infrastruktur;
  • die Berücksichtigung von Umweltaspekten in Engineering- und Architekturentscheidungen;
  • transparente, nachvollziehbare Modellierung, sodass sich die Annahmen hinter den Berechnungen prüfen lassen.

Lise Malbernard, Country Managing Director Frankreich bei Publicis Sapient, betont, dass die Messung von CO2-Auswirkungen nur dann Wert habe, wenn sie zu besseren Entscheidungen führe. Dazu zählt sie etwa die Frage, in welchem Umfang Edge-Systeme virtualisiert werden oder wo KI-Workloads laufen. Die Bereitstellung als Open Source soll laut Malbernard fundiertere Technologieentscheidungen unterstützen.

Praxisbeispiel Energiemanagementsysteme

Im Rahmen der Zusammenarbeit haben Publicis Sapient und Schneider Electric verschiedene Technologiedesigns für Energiemanagementsysteme evaluiert. Die untersuchten Systeme umfassen Feldgeräte, Gebäude, Netzwerke, Cloud-Infrastruktur und Rechenzentren. Schneider Electric setzt eigenen Angaben zufolge zunehmend Industrie-PCs zur Steuerung der Energieversorgung ein. Dadurch lässt sich funktionsspezifische Hardware durch generische, softwaregesteuerte Hardware ersetzen.

Einer der betrachteten Ansätze reduzierte die CO2-Emissionen um mehr als 40 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Design. Die Analyse zeigte zudem die größten Belastungsquellen auf. Laut den Beteiligten ließen sich Emissionen senken, ohne die Funktionalität einzuschränken. Sie bestätigte außerdem, dass der gesamte Service betrachtet werden sollte, um den vollständigen Fußabdruck zu verstehen.

Roland Bohrer, System Architect bei Schneider Electric, verweist auf die gestiegene Komplexität durch softwaredefinierte Architekturen. Bislang habe es nur wenige Benchmarks zur Bewertung der Umweltauswirkungen digitaler Architekturen gegeben. Das Tool e-footprint liefere ein evidenzbasiertes Verständnis und erlaube den Vergleich von Designoptionen auf dem nötigen Detailniveau, etwa für die digitale Eco-Design-Strategie des Unternehmens.

Verfügbarkeit

Die Open-Source-Lösung E-Footprint ist für alle Unternehmen zugänglich. Schneider Electric nutzt zusätzlich die Nachhaltigkeitsberatung und die digitale Engineering-Expertise von Publicis Sapient, um den Fußabdruck der eigenen digitalen Services besser zu verstehen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.

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