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SERVICE PROVIDER SUMMIT 2020 Disruptionen in der IT-Automation

| Autor: Ulrike Ostler

Das Thema von Mark Hlawatschek, Vorstand des Münchner Unternehmens Atix - The Linux & Open Source Company, ist die IT-Automatisierung. Die hauseigene Veranstaltung „Open Source Automation Days 2020“, am 19. bis 21. Oktober wird gut besucht sein. Doch Hlawatschek spricht schon zuvor auf dem SERVICE PROVIDER SUMMIT 2020, zu dem DataCenter-Insider als Medienpartner einlädt. Hier sind vorab einige seiner Überlegungen. Sie machen neugierig.

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Auch im Cloud Computing schleichen sich alte Gewohnheiten ein. Mit diesen müssen Service Provider und ihre Kunden brechen; benötigt werden eine neue Kultur, Standardisierung und Automatisierung und Flexibilität und Schnelligkeit zu erlangen.
Auch im Cloud Computing schleichen sich alte Gewohnheiten ein. Mit diesen müssen Service Provider und ihre Kunden brechen; benötigt werden eine neue Kultur, Standardisierung und Automatisierung und Flexibilität und Schnelligkeit zu erlangen.
(Bild: klimkin auf Pixabay)

Geplant ist der für den 14. und 15. Mai 2020 in der Villa Kennedy, Frankfurt am Main. Die Keynote des Atix-Chefs behandelt „Top-Disruptions in IT-Automation: Worauf sich Service Provider einstellen müssen“.

Warum müssen sich Service Provider mit der IT-Automatisierung beschäftigen? Ist das denn ein neues Thema für diese?

Mark Hlawatschek: Die Dinge im Geschäftsleben und insbesondere in der IT-Branche verändern sich auch ohnehin rasant. Zum Beispiel wurde Künstliche Intelligenz lange Zeit belächelt. Heute setzt fast jedes Unternehmen KI zumindest irgendwie ein. Wie sehen die ersten autonom fahrenden Autos, Busse und LKWs aus.

Und in der jetzigen Situation mit all den Ausgangsbeschränkungen muss so mancher Prozess, so manche Abläufe digitalisiert werden, weil die Menschen ansonsten nicht arbeiten könnten. Automatisierung aber ist dafür eine wesentliche Voraussetzung.

Nun schnippt man nicht mit dem Finger und es

ist automatisiert.

Mark Hlawatschek: Nein, aber es kann auch nicht sein, dass man, wenn schnell neue Angebote entwickelt, umgesetzt und auf den Markt gebracht werden oder bestehende Services skalieren sollen, damit der Markt zumindest bedient werden kann, ein Administrator händisch 300 Server in Racks schraubt.

Die Automatisierung der IT und ein Kulturwandel im Unternehmen der gemeinsame Teams und gemeinsames Handeln von Entwicklern und Administratoren, kurz: DevOps, erlaubt, bildet die Basis für die Digitalisierung und beides bekommt jetzt einen gewaltigen Schubs.

DevOps, so hat es jemand auf Ihrer hauseigenen Veranstaltung einmal formuliert, ist ein schönes theoretisches Konstrukt. In der Praxis fehlt so etwas aber.

Mark Hlawatschek: Das Disruptive ist nun einmal mit der Digitalisierung verbunden. Und immer gibt es Menschen, die sagen: „Das werde ich niemals machen. Das wird nie funktionieren.“ Doch wir haben es hauptsächlich mit jüngeren Mitarbeitern in den Unternehmen zu tun, die Veränderungen, die agiler und bereichsübergreifend arbeiten wollen.

Ist das eine Generationsfrage? Und wie sieht das in Ihrem Unternehmen aus?

Mark Hlawatschek: Ja, irgendwie nehmen die Jüngeren die DevOps-Kultur an, wenngleich es bedauerlich wäre, wenn erfahrene Mitarbeiter ihr Know-how nicht einbrächten. Und: Auch wir arbeiten daran, entsprechende Widerstände aufzulösen. Das geht zum Beispiel einher mit mehr Verantwortung in den Teams. Es braucht keine langen Entscheiderketten, um festzulegen, welcher Cloud-Anbieter es für eine bestimmte Aufgabe sein darf.

Inwiefern lässt sich das auf Service Provider übertragen?

Mark Hlawatschek: Zum einen haben einige auch schon eine längere Historie. Früher einmal waren es diejenigen, die den Internet-Zugang anboten. Einige bieten mit eigener Infrastruktur einzelne Server an, zugegeben halbwegs automatisiert. Zusätzliche Kapazität dauert dann vielleicht zwei Tage, bis sie der Kunde nutzen kann. Das ist schnell, aber längst nicht mehr schnell genug.

Service Provider, die sich nicht über eine eigene Infrastruktur definieren, sondern über ihre Schnittstellen zum Kunden, bieten Plattformen an, über die durch Automatisierung und variable Cloud-Optionen Server-Provisioning, Funktion as a Service oder auch Plattform-Services wie Machine Learning fast schon auf Knopfdruck und nach Bedarf möglich werden.

Zu den meist genutzten Schlagworten derzeit gehören Multicloud und Hybrid Cloud. Bei genauerem Hinsehen, nutzen die Unternehmen zwar verschiedene Clouds – von Amazon Web Services, von Google, von Microsoft, von IBM … - doch fein säuberlich getrennt; es gibt also AWS-Teams, Azure-Teams … und solche für die Unternehmens-IT im eigenen oder Co-Location-Rechenzentrum.

Mark Hlawatschek: Ich gebe Ihnen Recht: zwei oder drei Provider ist noch kein Multicloud-Ansatz. Das Problem besteht darin, dass viele dieser Teams die proprietären Tools der Cloud-Anbieter nutzen. Dadurch entstehen Silos. Das ist als ob ich einen Mainframe nutze, nur, dass die Strukturen viel größer sind.

Also wie kommen Service Provider beziehungsweise deren Kunden daraus? Container? Cloud Native?

Mark Hlawatschek: Zum einen sollten sie nicht die proprietären Tools der Cloud-Anbieter nutzen. Zudem geht der Trend zu einer immer abstrakteren Entwicklung von Anwendungen – Cloud native, sozusagen. Gemeint sind Applikationen einer größeren Container-Infrastruktur. Basiert diese Schicht OpenSource ist sie unabhängig von der jeweiligen Cloud und Function as a Service (FaaS) funktioniert, ganz nebenbei auch für Clouds, die in den eigenen Infrastrukturen implementiert sind, über die ein Unternehmen die volle Kontrolle behalten will oder muss. Aus meiner Sicht ist das der zielführende Ansatz. Im Prinzip sollten alle etwas wie „AWS Lambda“ anstreben, nur eben nicht mit proprietären Mechanismen und Werkzeugen.

Datacenter-Insider ist Medienpartner des SERVICE PROVIDER SUMMIT 2020. Wenn Sie das Event live erleben wollen, dann bewerben Sie sich hier als VIP-Gast und Sie nehmen zum Sonderpreis teil.

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Über den Autor

 Ulrike Ostler

Ulrike Ostler

Chefredakteurin DataCenter-Insider, DataCenter-Insider