Submer stellt die SmartPodX vor

Die Zukunft des Immersion Cooling?

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Ulrike Ostler

Bei der Immersionskühlung werden ganze Server in einer elektrisch nicht leitfähigen Flüssigkeit gehalten und alle Komponenten umströmt. Die warme Flüssigkeit wird aus dem Gebäude zu Rückkühlern geführt und dann wieder zurückgeleitet.
Bei der Immersionskühlung werden ganze Server in einer elektrisch nicht leitfähigen Flüssigkeit gehalten und alle Komponenten umströmt. Die warme Flüssigkeit wird aus dem Gebäude zu Rückkühlern geführt und dann wieder zurückgeleitet. (Bild: gemeinfrei, TheAngryTeddy / Pixabay / CC0)

Submer hat auf der OCP SmartPodX vorgestellt, eine neuartige Variante des Liquid Immersion Cooling für Datacenter, Hyper-Skala Cloud Provider und Edge Computing. Der SmartPodX ist das erste patentierte Tauchkühlsystem, das die Cooling Distribution Unit (CDU) als modulare Komponente in die Flüssigkeit einbringt. So kann die CDU bei Bedarf schnell ausgetauscht werden, ohne den Serverbetrieb zu unterbrechen.

Jüngste Zahlen zeigen uns, dass mittlerweile mehr als sechs Prozent des weltweiten Stromverbrauches auf Rechenzentren entfallen. Auch gehen zwei Prozent des weltweit produzierten Kohlendioxidemissionen auf das Konto der Datacenters, ähnlich viel, wie in der Luftfahrtindustrie anfallen.

Datacenter-Profis wissen, dass rund 50 Prozent des Energieverbrauchs auf die Kühlung inklusive CPU/GPU-Fans, Klimaanlage, Chillers sowie UPS und Generatoren entfallen. Auch der Bau, sowie Instandhaltung und Unterhalt solcher groß dimensionierten Anlagen sind nicht billig. Neue Verfahren wie das Overclocking, eine Praxis, die bei Glücksspielen und Kryptomining üblich ist, sorgen für noch mehr Wärme, was unweigerlich zu einem noch höheren Kühlbedarf führt.

Immersionskühlung verringert Stromverbrauch

Nicht jeder kann den Energieverbrauch sowie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen (Kohlenstoff, Öl und Gas) dadurch senken, dass er Rechenzentren in Nordschweden baut. Vielmehr müssen auch RZ in unseren Breiten nach Wegen suchen, den physischen Fußabdruck zu verringern. Dabei gerät naturgemäß die Immersionskühlung in den Blick. Dabei werden ganze Server in einer elektrisch nicht leitfähigen Flüssigkeit gehalten und alle Komponenten umströmt. Die warme Flüssigkeit wird aus dem Gebäude zu Rückkühlern geführt und dann wieder zurückgeleitet.

Submer hat bereits im vergangenen Jahr die SmartPod Immersion Cooling-Plattform auf den Markt gebracht. SmartPods lassen sich sowohl im Innen- als auch Außenbereich einsetzen, die Anforderungen an die Ausstattung sind vergleichsweise gering. Die Lösung von Submer kann an bestehende Rechenzentrum-Wasserschlaufen anschließen oder als Warmwasserschleifen eingesetzt werden, die keine Kühlmittel oder Kompressoren benötigen und so einen konkurrenzlosen PUE-Wert von 1,03 aufweisen. Für Betreiber von RZ würde dies im Vergleich zu herkömmlichen Kühlsystemen oft eine Reduzierung des Energieverbrauchs um fast 50 Prozent bedeuten.

Ganz neu: SmartPodX

Nun hat das Unternehmen ganz neu auf dem OCP Global Summit in San José, Kalifornien, das hypereffiziente Kühlsystemen SmartPodX vorgestellt. „Das Open Compute Project steht für die Neuerfindung von Computer-Hardware und hat bereits eine Reihe von Standards entwickelt, die für mehr Effizienz, Skalierbarkeit, Offenheit und Wirkung sorgen und unser ganzes Leben besser machen. Das OCP Summit ist daher die perfekte Gelegenheit, unser hypereffizientes Tauchkühlsystem auf den Markt zu bringen, das die nächste Generation von Hochleistungsservern und Supercomputern antreiben und eine neue Welle von Forschung und technischer Innovation einleiten wird , so der CEO von Submer, Daniel Pope.

Die bestehenden SmartPods wurden nach Maßgabe der Open Compute Project-Spezifikationen für High-Performance Computing und Hyperscale-Umgebungen weiterentwickelt. SmartPodX verfügt nun zusätzlich über eine eigene Bus-Leiste für eine Plug-and-Play-Stromversorgung und beherbergt auf 45U oder 23U sowohl OCP-konforme 21"-Geräte sowie Standard-19"-Server, die in vielen kommerziellen Rechenzentren verwendet werden. Eine DCIM-API erlaubt die Verbindung zu Monitoring-Tools. Ziel ist auf kurz oder lang, unter Zuhilfenahme dieser Komponenten den ersten „grünen“ Supercomputer zu bauen.

Selbstheilungs-Funktionen in Edge-Umgebungen

Neu ist bei den SmartPods auch die Möglichkeit des "Cool-Swap": Wenn ein Ingenieur Laufwerke oder sogar ganzer Server ersetzt, ohne den Betrieb zu unterbrechen, wird das als "Hot Swap" bezeichnet. Das Tier III- und Tier IV-kompatible SmartPodX ist das erste Tauchkühlsystem, das die CDU als modulare Komponente in die Flüssigkeit einstellt. So kann sie bei Bedarf schnell ausgetauscht werden, ohne die Server zu unterbrechen.

Hilfreich dabei ist auch Submers SmartLift-Serverlift, der auf einem dedizierten Schienensystem entlang der Vorderseite der gesamten SmartPod-Installation läuft. Admins können damit vergleichsweise einfach auf Computer und Server zugreifen, um sie zu ersetzen oder zu warten. Mittelfristig hat man damit KI-gestützte automatisierte Lösungen mit Selbstheilungs-Funktionen in Edge-Umgebungen im Blick. Diese könnten über die Submer Cloud remote angesteuert und verwaltet werden.

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