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Vorsicht bei der TCO-Berechnung im Datacenter! Die Top 9 unter den Fehlern bei der Planung von Rechenzentren

| Autor / Redakteur: Andreas Beuthner / Ulrike Ostler

Die Planung eines neuen oder erweiterten Rechenzentrums steckt voller Tücken. Wer mit der richtigen Methode vorgeht und allgegenwärtige Fehlerquellen bei der Ausstattung und dem RZ-Design vermeidet, hat gute Aussichten auf einen zukunftssicheren und hocheffizienten IT-Betrieb.

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Die Planung von Datacenter bringt IT, Facility, Design und Architektur zusammen. Das glückt - nur manchmal.
Die Planung von Datacenter bringt IT, Facility, Design und Architektur zusammen. Das glückt - nur manchmal.
(Bild: Vlatitto/Fotolia.com)

Vor dem Start eines RZ-Neubaus oder einer grundlegenden Konsolidierung der IT-Infrastruktur macht die Gesamtkostenrechnung - Total Costs of Ownership (TCO) - am meisten zu schaffen. Ursprünglich von Gartner als Modell gegen ausufernde IT-Kosten in Stellung gebracht, bieten TCO-Berechnungen viele Angriffsflächen für falsche Kostenabschätzungen im Aus- und Neubau von Rechenzentren (RZ).

Schon seit langem sehen sich Planer und Betreiber mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die das Vorgehen auf einer IT-Baustelle zunehmend komplexer macht. Die To-Do-Listen werden immer länger und selbst Experten fühlen sich bei manchen Fragen unsicher.

Klimatisierung und Stromverbrauch, Server-Bestückung, Speicherdimensionierung, Netztopologie und Verkabelung – allein die technischen Stellschrauben für einen wirtschaftlichen Betrieb eines Datacenter sind vielfältig. Dazu kommen aktuelle Trends wie Virtualisierung, flexible Infrastrukturen und Cloud Computing, die Entscheidungen bei Neuinvestitionen beeinflussen. Ebenso machen knapper bemessene Investitions-Budgets Druck auf den Bau und die Ausstattung neuer Rechenräumlichkeiten.

Scheuklappen verdecken Kosten

Fallstrick Nummer eins sind die Total Cost of Ownership (TCO). Allzu häufig reduzieren Planer bei der Kostenbetrachtung ihre Berechnungen auf die Anschaffung der Hard- und Software sowie bauliche Maßnahmen.

Hinzu kommen vielleicht noch die meist vom Gerätehersteller angegebenen Betriebskosten der Server. Der Strombedarf wird dann einfach auf die Quadratmeterzahl umgerechnet. Versteckte Kosten fallen aus dem TCO-Rahmen.

Eine realistische TCO-Berechnung ist detailreicher und berücksichtigt beispielsweise auch die Kosten für Kühlung, USV und das Vorhalten redundanter Komponenten. Genauso fließen in eine Gesamtrechnung Personalkosten, Grundstücksaufwendungen und Steuern mit ein.

Licht, das niemand sieht

Sogar Reinigungskosten für den Server-Raum oder die Wartung zusätzlicher Sicherungseinrichtungen bei Tier-3-Betrieb sind zu berücksichtigen. Nicht zu vergessen die Netzwerkanbindung an einen lokalen Carrier und die damit eventuell verbundenen Mehraufwendungen eines sicheren Hausanschlusses.

Bei der Betrachtung der Betriebskosten, die in keiner TCO-Betrachtung fehlen darf, geht es um den täglichen Betrieb mit Wartung und Notfall-Intervention. Das dafür erforderliche Personal benötigt Know-how sowie entsprechende Schulungen. Eine aussagekräftige Betriebsdokumentation, die über die automatisch erfassten Log-Daten der Maschinen hinausreicht, schlägt mit zusätzlichem Aufwand zu Buche. Die Mehrkosten auch für die Personalschulung sind zu berücksichtigen.

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