Bei Providern stellt sich der Erfolg des Dell-eigenen IT-Imperiums zuerst ein

Dell wandelt sich vom Direktvertreiber zum Allround-Anbieter

05.04.2011 | Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Ulrike Ostler

In Deutschland ist Dell seit 1988 vertreten. Seine deutschen Kunden betreut Dell allerdings von drei Standorten aus: Frankfurt am Main (auf dem Foto, Halle an der Saale und Bratislava.
In Deutschland ist Dell seit 1988 vertreten. Seine deutschen Kunden betreut Dell allerdings von drei Standorten aus: Frankfurt am Main (auf dem Foto, Halle an der Saale und Bratislava.

Heimlich still und leise mausert sich die texanische Dell Inc. vom PC-Lieferanten zum vollwertigen IT-Generalanbieter. 1986 sorgte die Company mit der Auslieferung des ersten PCs im Direktvertrieb für eine kleine Revolution. Jetzt wollen die Texaner den Erfolg von damals wiederholen, diesmal haben sie das Rechenzentrum im Visier, genauer gesagt: dessen Effizienzsteigerung.

Eigentlich muss jeder IT-Leiter jetzt um seinen Job bangen. Denn dank des Rundumangebots von Dell kann, so scheint es, jedermann ein Rechenzentrum betreiben: Für fast jedes IT-Problem hat Dell eine Lösung und falls doch einmal nicht, dann sagen sie das und reichen einen zum Spezialisten weiter.

Das ist zumindest der Eindruck, den die Dell-Homepage vermittelt: Da gibt es neben dem reinen Hard- und Software-Angebot eine Fülle von Dienstleistungen und Services, die vor allem mehr Effektivität bringen sollen. Das umfangreiche Produktportfolio kommentiert Giorgio Nebuloni, Senior Analyst, x86-Servers beim Marktforschungsinstitut IDC: „Das Ziel von Dell, Generalanbieter zu werden, ist in den USA schon recht weit fortgeschritten.“

Mehr Effizienz in die Server!

Die Frage nach der Effizienz von Rechenzentren tauchte erstmals auf im Zusammenhang mit dem Ressourcenverbrauch der Schaltzentralen. Das Konsortium The Green Grid entwickelte einen Messwert, der den gesamten Stromverbrauch eines Rechenzentrums in Korrelation setzt zur Stromaufnahme der Server. Gemessen werden damit aber weniger die Effizienz der Rechner als die der Kühlsysteme vor Ort.

Allerdings hat fast zeitgleich die Virtualisierung der Server als ein probates Mittel zur Effizienzsteigerung begonnen. Damit lässt sich bekanntermaßen die Auslastung der x86-Rechner, die oft unter 20 Prozent lag, erhöhen. Heute erreicht man eine Prozessorauslastung von rund 70 Prozent und nähert sich so langsam an die Werte von Mainframes an, die – dank weitgehender Virtualisierung - mit Auslastungsraten von 90 Prozent und mehr glänzen.

Im westeuropäischen Markt für x86-Server liegt Dell laut den Marktforschern von IDC mittlerweile auf Platz zwei hinter Hewlett-Packard. In den USA haben die Texaner den Rivalen HP schon überflügelt, zumindest was die Stückzahlen angeht.

Die IDC-Analysten führen das auf die starke Präsenz bei Web- und Cloud-Anbietern zurück. Das bekräftigt Andreas Stein, Managing Director bei Dell Services: „Dell ist heute schon – was die reine Technologie angeht – der größte Cloud-Computing-Lieferant der Welt, das heißt, die meisten Cloud-basierenden Rechenzentren laufen auf Hardware von Dell.“

Effizienz erhöht die Komplexität

Virtualisierung und Cloud-Computing steigern nicht nur die Effizienz des Rechenzentrums sondern leider auch die Komplexität: Wer richtet schnell neue virtuelle Maschinen ein mit entsprechender Speicherprovisionierung und allen Zugriffsrechten? Wer löscht sie auch wieder und führt die nicht mehr benötigten Ressourcen in die Infrastrukturpools zurück? Wer kümmert sich um Backup, Deduplizierung oder Archivierung der Daten aus virtuellen Maschinen, wer legt die Prozesse fest?

Die Industrie hat dazu Administration-Tools entwickelt – nicht nur aus altruistischen Gründen, meint IDC-Analyst Nebuloni: „In den vergangenen fünf Jahren haben die Systemanbieter Verwaltungsprogramme entwickelt, verkauft und gut dabei verdient. Seit einiger Zeit haben auch die Anbieter von Betriebssystemen und Virtualisierungssoftware angefangen, mehr Funktionalität im Bereich Hardware-Management anzubieten.“

Neben den komplexeren Umgebungen kämpfen Administratoren jetzt auch noch mit unterschiedlichen Verwaltungswerkzeugen, die nicht unbedingt automatisch kooperieren. „Oft kann man kaum verstehen, wie sich die verschiedenen Verwaltungsprogramme positionieren, weil sich Funktionen zum Teil überlappen, zum Teil aber nicht“, beklagt Nebuloni den Wildwuchs.

Dabei wünschen sich die Anwender möglichst ein Tool, mit dem sie alles – von der Hardware bis zum Service Level Agreement – verwalten können. „Die Lösung sind hier die Plug-ins und APIs, mit denen die verschiedenen Konsolen integriert werden“, schlägt der IDC-Analyst vor.

weiter mit: Verwaltungswerkzeuge von Dell für virtuelle Rechenzentren

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