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Verschiebung im Unix-Markt
Als Argument für die Migration von Mission-Critical-Anwendungen auf Standard-Plattformen wird – außer den Anschaffungskosten – die Weiterentwicklung der Standard/x86-Systeme ins Feld geführt. Diese Weiterentwicklung ist zweifelsfrei eingetreten.
x86-Rechner sind heute mit Funktionen und Leistungsmerkmalen ausgestattet, die früher den Mission-Critical-Systemen vorbehalten waren. Auch die Software der Standardrechner (Betriebssystem und Middleware) hat inzwischen einen Reifegrad erreicht, der die Stabilität der Systeme erhöht.

All jene Anwendungen, die notfalls auch mit geringeren Anforderungen betrieben werden können, wurden mittlerweile auf Standardplattformen portiert. Doch diese Migrationen sollten überlegt sein. Nicht alle Anwendungen oder SLA-Anforderungen lassen sich auf Standardplattformen funktional oder mit vertretbare Aufwand sinnvoll abbilden, erläutert Munz.
Nur x86 - keine gute Idee
Die Folgen einer unüberlegten Migration mussten die Börsen von Paris und London im letzten Jahr erfahren. Beide Börsen hatten im Jahr 2010 begonnen, ihre Handelssysteme, die bis dato auf Mission-Critical-Plattformen aufsetzten, schrittweise auf Standard-Plattformen zu überführen. Doch das erwies sich als kurzsichtig.
Im Jahr 2010 hatte sowohl die Börse von London als auch Paris mehrstündige Ausfälle ihrer Handelssysteme zu verzeichnen. Alle weiteren Migrationen wurden kurzerhand gestoppt. Trotz der Weiterentwicklung der x86-Systeme reichen deren Möglichkeiten also für Mission-Critical-Anwendungen oftmals nicht aus.
Der Großteil der Unternehmen stellt außer den Mission-Critical-Anwendungssystemen auch weniger kritische Dienste für seine Nutzer bereit. Um beide Linien angemessen bedienen zu können, müssen die Unternehmen bis dato zwei getrennte Plattformen unterhalten: jene für die Standardanwendungen und ein zweite für Mission-Critical-Systeme.
weiter mit: Mission-Critical-Systeme in der HP Converged Infrastructure
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