Ein Dutzend weniger Colt Data Centre Services verkauft 12 Rechenzentrumsstandorte

Redakteur: Ulrike Ostler

Colt Data Centre Services (DCS), ein Anbieter von Hyperscale-Rechenzentrumsdiensten, hat heute bekannt gegeben, dass er den Verkauf von zwölf seiner Co-Location-Standorte in Europa an Atlas Edge Data Centres abgeschlossen hat. Damit übernimmt der Käufer zwölf Rechenzentren in Großbritannien und Europa.

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Colt Data Centre Services will nur noch große Gebinde und stößt ein Dutzend Rechenzentren ab.
Colt Data Centre Services will nur noch große Gebinde und stößt ein Dutzend Rechenzentren ab.
(Bild: Kelly Neil auf Unsplash)

In den vergangenen Jahren hat sich Colt DCS auf den Bau und die Entwicklungvon Hyperscale-Rechenzentren in Europa und der APAC-Region konzentriert. Diese sind aufgrund der immer schneller steigenden Nachfrage von Cloud- und Content-basierten Anwendungen in großen Ballungsräumen angesiedelt.

„Nach gründlicher Prüfung des eigenen Portfolios identifizierte Colt DCS zwölf seiner Co-Location-Standorte, die besser für einen DC-Betreiber wie Atlas Edge geeignet sind, einem Unternehmen, dessen Fokus ausschließlich auf die Entwicklung des neu entstehenden Colocation-Markts in Europa gerichtet ist“, heißt es nun von Unternehmensseite.

Weniger ist mehr?

Offenbar deutet der Konzern das weniger an Leistung als Mehrwert: Eine solche „Verfeinerung des aktuellen Portfolios“ ermögliche es Colt DCS, seine langjährigen Beziehungen sowohl zu seinen Hyperscale-Kunden als auch zu seinen Großunternehmerkunden weiter zu stärken, die von den von Colt DCS gebotenen Skalierungseffekten profitieren werden. Darüber hinaus könne sich das Unternehmen auf die schnellere Umsetzung seiner Hyperscale-Strategie und auf den Ausbau seiner Kapazitäten in Schlüsselmärkten konzentrieren, in die seine Kunden eintreten und in denen sie expandieren möchten.

Die Hyperscale-und großen Enterprise-Rechenzentren, die Colt DCS derzeit besitzt und betreibt, inkusive der im Bau befindlichen Rechenzentren, seien von dem Verkauf nicht betroffen und bleiben weiterhin Eigentum von Colt Data Centre Services, so dass die Leistungen, die die Kunden über diese Rechenzentren beziehen, nicht beeinträchtigt würden.

Bei Atlas Edge willkommen

Welche das sind und welche im Colt-Portfolio verbleiben, unterlässt das Unternehmen mitzuteilen. Derweil schickt der Käufer Atlas Edge, eine Liste mit Städten, in denen sich die Rechenzentren befinden: Amsterdam, Barcelona, Berlin, Brüssel, Kopenhagen, Hamburg, London, Madrid, Mailand, Paris und Zürich.

„Die erfolgreiche Übernahme von Colt stärkt das einzigartige Portfolio von Atlas Edge an verteilten Rechenzentren, die in der Lage sind, lokalisierte Anwendungen oder Anwendungen mit niedrigen Latenzzeiten zu unterstützen.“ Eine netzwerkneutrale Col-Location-Strategie ermöglicht es den Kunden von Atlas Edge, ihre Netzwerkrouten zu optimieren, ihre Bandbreitenkosten zu minimieren und die Vorteile der großen Gemeinschaft von Cloud-, Content-, Technologie- und Unternehmensunternehmen in den Einrichtungen zu nutzen.

Durch diese Übernahme werde die Abdeckung von Atlas Edge weiter vergrößert und die Markteinführung in mehreren neuen Regionen beschleunigt. Atlas Edge betreibe nun mehr als 100 Rechenzentren in elf europäischen Ländern, unterstütze mehr als 700 Kunden und biete Konnektivität zu mehr als 50 verschiedenen On-Net-Carriern.

Außerdem begründe der Deal eine Zusammenarbeit zwischen Atlas Edge und Colt Data Centre Services: Colt Technology Services sei nunmehr ein Ankermieter in mehreren Einrichtungen.

Das sagen die CEOs

Die Aussagen der jeweiligen CEOs tragen nicht gerade zur Klärung des Sachverhalts, welche Sites und Mitarbeiter im Colt-Portfolio bleiben oder wechseln bei; die Colt-Pressestelle war bis zur Veröffentlichung unerreichbar. Niclas Sanfridsson, CEO von Colt DCS, führt schriftlich aus: „Im Einklang mit der Kapazitätsplanung und der „Land-Banking“-Strategie von Colt DCS wird das Unternehmen in den nächsten Jahren eine Reihe von Standorten in Europa, Indien und Japan fertigstellen. Dadurch wird Colt DCS sein Portfolio auf eine IT-Leistungskapazität von mehr als 450 Megawatt auszuweiten“ und setzt hinzu: „Durch die Umstrukturierung und Fokussierung auf unsere Hyperscale-Rechenzentren können wir den Bedarf unserer Großkunden mit echter Skalierbarkeit und Effizienz decken und gleichzeitig auch ihre Nachhaltigskeitsziele erfüllen.“

Vielleicht geht es ausschließlich um Größe und Verteilung, lässt sich trefflich spekulieren. Atlas Edge ist ein europäisches Unternehmen für Edge-Rechenzentren, das aus einer gemeinsamen Investition von Liberty Global, einem weltweit agierenden Unternehmen für konvergierte Video-, Breitband- und Kommunikationsdienste, und Digitalbridge, einer führenden globalen Investmentgesellschaft mit dem Schwerpunkt digitale Infrastrukturen, hervorgegangen ist. Atlasedge habe sich zum Ziel gesetzt, Europas führende Edge-Plattform zu schaffen, die den Kunden eine nahtlose, lokalisierte und extrem latenzarme digitale Infrastruktur bieten kann, heißt es in der Unternehmensbeschreibung.

Josh Joshi, Vorstand von Atlas Edge, äußert: „Ich denke, dass die Übernahme von Colt für Atlas Edge aus mehreren Gründen sehr attraktiv ist. Strategisch gesehen schaffen wir sofort eine paneuropäische Präsenz in neun der zehn größten westeuropäischen Volkswirtschaften und platzieren uns an wichtigen Standorten in der Nähe der Endkunden. Damit erschließen wir einen spannenden und aufstrebenden Markt, in dem der Datenverkehr zunimmt und sich auf den Rand des Netzes verlagert.“

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