Checkliste für die Wahl eines Co-Location-Betriebs

Co-Location ist schon bei kleineren IT-Einheiten sinnvoll

| Autor / Redakteur: Gregor Rex-Lawatscheck* / Ulrike Ostler

Nicht jeder Mittelständler hat ein Rechenzentrum mit adäquater Kühlung und ausreichender Stromverfügbarkeit. Vielleicht ist Co-Location die Alternative?
Nicht jeder Mittelständler hat ein Rechenzentrum mit adäquater Kühlung und ausreichender Stromverfügbarkeit. Vielleicht ist Co-Location die Alternative? (Bild: gemeinfrei: ann_zima/ Pixabay)

Verfügbarkeit, physische Sicherheit, Datensicherheit und die Einhaltung gesetzlicher Regeln und Vorschriften machen das hausinterne Rechenzentrum für viele kleinere und mittelständische Unternehmen zu einer Last. Für das eine oder andere Unternehmen bieten sich daher Co-Location-Services an.

Spricht man heute von einem externen Rechenzentrum (RZ) denkt man meist daran, dass die gesamte IT zu einem Rechenzentrumsbetreiber ausgelagert ist, inklusive der Daten. Allerdings gibt es feine aber wichtige Unterschiede, etwa zwischen dem RZ-Hosting und Co-Location.

Beim RZ-Hosting ist es tatsächlich so, dass der gesamte IT-Betrieb, von der Rechenzentrumsinfrastruktur, über die Server und Speichereinheiten bis hin zu Betriebssystem und Software, von einem Hoster betrieben wird. Der Kunde hat alles komplett in die Hände des Hoster gegeben und erwartet entsprechend der Vereinbarungen funktionierende und leistungsfähige Rechenzentrums- und IT-Services.

Co-Location hingegen stellt die Infrastruktur des Rechenzentrums zur Verfügung. Beispielsweise Stromversorgung, Anbindung an das Internet, Kühlung oder physische Sicherheit wird vom Co-Location-Anbieter übernommen. Der Betrieb der IT, beispielsweise der Server und Speichereinheiten, bleiben im Besitz und in der Verantwortung des Unternehmens.

Fläche und Verfügbarkeit

Beim Co-Location werden also die Fläche (Rack Space) und Infrastruktur eines Rechenzentrums gemietet, um die eigene IT dorthin umzuziehen und weiterhin eigenständig zu betreiben. Co-Location eignet sich hervorragend für Unternehmen, die im hauseigenen Rechenzentrum Sicherheits-, Platz- oder technische Probleme haben, die sie in einer externen Rechenzentrumsinfrastruktur schnell und einfach lösen können. Dabei kann sich die Auslagerung schon mit wenigen Servern und Speichereinheiten lohnen. Ein Ausbau ist je nach Bedarf zumeist schnell und unkompliziert möglich – inklusive hoher Sicherheitsstandards, die ein professioneller, externer Co-Location-Dienstleister bieten kann.

zu den Co-Location-Anbietern gehört Mpex in Berlin. Für Mpex-Kunden besteht die Möglichkeit, bestehende Mpex Co-Location-Services schrittweise mit zusätzlichen Dienstleistungen des Anbieters zu erweitern. Dazu gehören etwa die physische Wartung von Storage und Server, der Wechsel oder eine Erweiterung von Hardware und die Compliance-konforme Daten- und Datenträgervernichtung.

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Wenn der Kunde darüber hinaus weitergehende Unterstützung benötigt, kommen die Managed Services des Anbieters ins Spiel. Mit denen lässt sich der Betrieb ganzer Infrastrukturen inklusive Anwendungen, Cloud-Dienste oder die Security übernehmen.

DSGVO leicht gemacht mit Co-Location

Während in der Vergangenheit der Nutzen eines Co-Location-Anbieters oftmals an Wirtschaftlichkeitsberechnungen festgemacht wurde, kam in Frühjahr 2018 mit der europäischen Datenschuzgrundverordnung (DSGVO) ein bis dahin oftmals vernachlässigter Aspekt hinzu: der Datenschutz. Denn viele Unternehmen betrachteten ihre hausinternen Rechenzentren und die verfügbaren Facilities in dieser Hinsicht als ausreichend.

Strom, Internet und Kühlung waren vorhanden und im günstigsten Fall auch eine Notstromversorgung und ein Löschsystem für den Fall eines Brandes. Doch das Blatt hat sich seit der DSGVO entscheidend gewendet. Die physische Sicherheit hat wesentlich an Gewicht gewonnen. Was bisher gut genug war, würde jetzt in vielen Fällen einem Audit nicht mehr standhalten.

  • Darunter zählt insbesondere die Zutrittssicherheit berechtigter Personen in die Server-Räume.
  • Wer kann Zutritt zum Rechenzentrum erlangen und welche Sicherheitssysteme sind vorhanden?
  • Ist mit den vorhandenen Sicherheitssystemen die physische Datensicherheit gewährleistet?

Das gehört zu den wesentlichen Fragen. Wohl nur wenige Unternehmen haben in Technologien wie beispielsweise Venenscanner für die Zugangskontrolle investiert. Die Antwort auf die Fragen der Datensicherheit in hauseigenen Rechenzentren dürfte in vielen Fällen als „ungenügend“ ausfallen.

Das Know-how der Co-Locator

Co-Location-Betreiber, also Anbieter von Rechenzentrumsfläche und der dafür nötigen Infrastruktur, sind auf die Einhaltung solcher Anforderungen spezialisiert. Und sie können sich die modernsten Systeme sowohl für die technische als auch die physische Sicherheit leisten.

Weshalb? Weil sie diese Systeme für viele Kunden konsolidiert anschaffen und betreiben. Ein einzelnes Unternehmen, insbesondere kleinere oder mittelständische Betriebe, könnten diese Aufwände meist nicht stemmen.

Ideal ist ein Co-Location-Anbieter dann, wenn es ein deutsches oder zumindest europäisches Unternehmen ist. Damit gelten die deutschen und europäischen Regeln, auch die DSGVO, verbindlich. Es existiert keinerlei Hintertüre. Seriöse und lange am Markt bestehende Anbieter investieren kontinuierlich in die modernen,Technik, um das Rechenzentrum betriebssicher, physisch sicher und auch wirtschaftlich zu betreiben.

Wirtschaftlicher Nutzen von Co-Location

Auch für mittelständische Unternehmen muss eine leistungsfähige IT die Basis für die heutige und künftige Wettbewerbsfähigkeit schaffen. Dazu gehört eine ausgeprägte Sicherheitskultur. Gleichzeitig stehen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen einer professionellen IT im Fokus. Die meisten dieser Anforderungen können mit dem Betrieb des Rechenzentrums an einem Co-Location-Standort vergleichsweise elegant erfüllt werden.

Dabei ergeben sich sogar willkommene Nebeneffekte in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung: Im ersten Schritt wird ein Teil der Kosten augenscheinlich nur umgeschichtet. Doch es steckt mehr dahinter: Für den Betreiber eines hauseigenen Rechenzentrums ist es eine sauber zu berechnende Mischkalkulation aus CAPEX (Investitionsausgaben) und OPEX (Betriebsausgaben).

Bei einer Co-Location-Strategie bleibt zwar das IT-Equipment (CAPEX) aus Server, Storage und einigen Netzwerkkomponenten im Investitionsbereich des Unternehmens. Das CAPEX bei Investitionen, die beispielsweise an der Gebäude- und Betriebsstruktur eines Rechenzentrums gebunden sind, sinkt erheblich. Modernisierungen etwa von Sicherheitseinrichtungen, Notstromversorgung, Kühl- und Belüftungssysteme oder auch am Gebäude selbst werden an den Rechenzentrumsbetreiber überlassen.

Außerdem müssen heute CAPEX-Investitionen in Facility und RZ-Infrastruktur fest für die nächsten zehn bis 15 Jahre abgeschrieben werden, selbst wenn die Betreiber nicht wissen, wie sich das Rechenzentrum langfristig entwickelt. Dadurch wird die Bilanz des Unternehmens mit großen Summen langfristig belastet, was beispielsweise Auswirkungen auf Verhandlungen mit Banken zur Folge haben kann. Im Co-Location-Betrieb verlagern sich diese Kosten und damit auch das Risiko.

* Gregor Rex-Lawatscheck ist Geschäftsführer der Mpex GmbH.

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posted am 26.03.2019 um 12:32 von PStavirz


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