Server und Anwendungen für den Unternehmenseinsatz nach dem Baukastenprinzip

ClearOS Business – ein Server für kleine Unternehmen

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Die Entwickler von ClearOS können definitiv besser programmieren als übersetzen – daher sollte man die Systemsprache wohl besser bei Englisch belassen.
Die Entwickler von ClearOS können definitiv besser programmieren als übersetzen – daher sollte man die Systemsprache wohl besser bei Englisch belassen. (Bild: Clear / Joos)

Der „ClearOS“-Server steht als kostenlose Community Edition und als kommerzielle Business-Version zur Verfügung. Die Entwickler stellen die Lösung dabei auch als komplette Appliance bereit – inklusive Hardware. Allerdings kann das Betriebssystem mit seinen Unternehmensanwendungen auch auf eigener Hardware installiert werden.

Mit ClearOS erhalten Unternehmen einen Business-Server, der Microsofts ehemaligem „Small Business Server“ sehr ähnelt. Der Server wird über einen Assistenten eingerichtet und wichtige Business-Anwendungen werden automatisch installiert.

Über einen Marketplace lassen sich weitere Unternehmensanwendungen auf dem Server integrieren. ClearOS ermöglicht den Betrieb von lokal installierten Anwendungen auf dem Server, aber auch hybride Bereitstellungen, bei denen Cloud-Dienste in den Server integriert und im Netzwerk zur Verfügung gestellt werden.

ClearOS installieren und einrichten

ClearOS kann als ISO-Datei heruntergeladen werden. Die Installation erfolgt über einen Assistenten, mit dem Sprache, Festplattenpartitionierung und andere Dinge eingestellt werden können (siehe: Abbildung 1).

Die Installation ist auch für Anfänger kein großes Problem. Alle Fenster umfassen die notwendigen Informationen, um Daten eintragen zu können (siehe: Abbildung 2).

Nach der Installation öffnet sich die Konsole auf dem Server (siehe: Abbildung 3). Diese weist darauf hin, wie der Server verwaltet wird. Die grafische Oberfläche des Servers steht über eine Web-Oberfläche zur Verfügung (siehe: Abbildung 4) die Anmeldung erfolgt zunächst über den Benutzer „root“. Das Kennwort für den Benutzer wird während der Installation festgelegt. Die weitere Einrichtung erfolgt über einen Assistenten.

Der Einrichtungsassistent sollte nach der Grundinstallation einmal durchgesehen werden. Dabei lässt sich ausgewählen, ob der Server als kostenlose Community-Edition genutzt werden soll, oder als kostenpflichtige Business-Edition (siehe: Abbildung 5) zum Einsatz kommt.

Die Business-Edition kann 30 Tage kostenlos getestet, danach muss diese lizenziert werden. Die Preise und Informationen dazu sind auf der Seite „ClearOS 7 Business“ zu finden.

Im Rahmen der Einrichtung muss ein kostenloses Konto bei ClearOS angelegt werden. Über dieses erfolgt die Freischaltung als Testversion und später der Download von Businessanwendungen aus dem Marketplace.

Über den Assistenten wird auch darüber informiert, ob es neue Versionen der installierten Komponenten gibt. Diese sollten bei der grundlegenden Einrichtung ebenfalls installiert werden (siehe: Abbildung 6).

Apps installieren

Im Rahmen der Einrichtung des Servers können bereits Servererweiterungen aus dem Internet heruntergeladen werden. Dazu steht in ClearOS der Marktplatz zur Verfügung. Vor dem Download wird angezeigt, was die Apps kosten. Viele Apps stehen aber auch kostenlos zur Verfügung (siehe: Abbildung 7).

Sobald die Apps installiert sind, werden sie in die Web-Oberfläche eingebunden. Nach der Installation des Servers und dem Durchgehen des Einrichtungsassistenten, steht das Dashboard des Servers zur Verwaltung zur Verfügung (siehe: Abbildung 8).

ClearOS verwalten

Die zentrale Verwaltung des ClearOS-Servers und dessen Komponenten erfolgt im Dashboard. Dieses kann von jedem Arbeitsplatz aus mit der URL https://<Servername>:<Port> aufgerufen werden. Die IP-Adresse und der Server-Name sind auf dem Bildschirm des Servers an der Konsole zu sehen.

Wenn Anwendungen auf dem Server installiert wurden, wird das Dashboard-Menü auf der linken Seite erweitert. Erfordern Komponenten, zum Beispiel der E-Mail-Server, ein eigenes Verwaltungswerkzeug, kann das über den entsprechenden Bereich automatisch gestartet werden.

Viele Server-Dienste, wie der E-Mail-Server, erfordern die Konfiguration anderer Dienste, zum Beispiel des Verzeichnisdienstes für die Anmeldung oder die Konfiguration der Zertifikate. Dies wird in der Web-Oberfläche angezeigt und die Einrichtung kann mit dem entsprechenden Programm erfolgen. Außerdem kann jeder Server-Dienst auf seiner Verwaltungsseite beendet und neu gestartet werden, wenn es zum Beispiel zu Problemen kommt.

In den meisten Fällen handelt es sich bei den Verwaltungsprogrammen der einzelnen Server-Dienste ebenfalls um Web-basierte Oberflächen, die über den Browser aufgerufen werden. Diese Oberflächen werden oft über einen eigenen Port angesprochen. Das ermöglicht es zum Beispiel, die Verwaltung des Druck-Servers für andere Administratoren freizuschalten, als die Verwaltung des Rest des Servers.

Benutzer verwalten

Ein zentraler Bereich bei der Verwaltung eines Business-Servers sind die Benutzerkonten. Über den Menüpunkt „System\Accounts“ können Benutzer und Gruppen angelegt werden, die wiederum für die Zuteilung der Berechtigungen auf die Serverdienste konfiguriert werden. Wenn bestimmte Server-Dienste es notwendig machen, dass bereits beim Anlegen des Benutzers Einstellungen vorgenommen werden, zum Beispiel für E-Mails oder zur Verwaltung des Drucker-Servers, wird das beim Anlegen des Benutzerkontos angezeigt.

Die Einstellungen lassen sich jederzeit anpassen. An dieser Stelle werden auch die Gruppen verwaltet. Die Mitgliedschaften in Gruppen werden nach dem Anlegen festgelegt.

*Der Autor, Thomas Joos, schreibt IT-Fachartikel und Fachbücher sowie auf Datacenter-Insider seinen eignen Blog: „Toms Admin-Blog

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