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Anbox Cloud: Ubuntu und Android Canonical containerisiert Workloads mithilfe von Android

| Redakteur: Ulrike Ostler

Canonical, Herausgeber vom OpenSource-Betriebssystem „Ubuntu“, bringt „Anbox Cloud“ auf den Markt. Diese Plattform containerisiert Workloads mithilfe von Android als Gastbetriebssystem. Das ermöglicht etwa Nutzern älterer oder mobiler Endgeräte, die geplagt sind durch Ressourcenbeschränkungen, grafikintensive Anwendungen zu nutzen, weil sie diese aus der Cloud streamen.

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Canonical macht Android skalierbar - in der Cloud
Canonical macht Android skalierbar - in der Cloud
(Bild: Canonical)

Es geht also insbesondere um mobile Anwendungen, die Unternehmen und Dienstanbieter in größerem Maßstab sicherer und unabhängig von den Funktionen eines Geräts bereitstellen können. Anwendungsfälle für Anbox Cloud sind Cloud Gaming, Softwaretests, Unternehmensanwendungen am Arbeitsplatz und die Virtualisierung mobiler Geräte.

Anbox Cloud basiert auf Canonical-Technologien und läuft unter Android auf dem Ubuntu 18.04 LTS-Kernel. Die Container werden von sicheren und isolierten LXD-Systemcontainern bereitgestellt.

LXD-Container beanspruchen wenig Speicher und haben im Vergleich zur Android-Emulation in virtuellen Maschinen mindestens die doppelte Containerdichte - abhängig von der Streaming-Qualität und / oder der Komplexität der Arbeitslast. Das ist entscheidend, weil eine höhere Containerdichte die Skalierbarkeit verbessert und die Kosten pro Einheit senkt.

Weitere Bestandteile

MAAS“ wird für die Bereitstellung der Infrastruktur aus der Ferne verwendet und „Juju“ bietet Automatisierungs-Tools für die einfache Bereitstellung, Verwaltung und Reduzierung der Betriebskosten. Das „Ubuntu Advantage Support“-Programm ist in der Anbox Cloud inbegriffen mit kontinuierlichem Support und Sicherheits-Updates für bis zu zehn Jahre.

Canonical kooperiert zudem mit Packet, Anbieter von Cloud-Computing-Infrastruktur, um optional die Bereitstellung von Anbox Cloud vor Ort (On-Premise) oder an Edge-Zielstandorten auf der ganzen Welt anzubieten. Ferner optimiert Canonical mit den Chip-Herstellern Ampere (ARM) und Intel (x86) deren jeweilige Hardware für Ambox Cloud, um die beste Dichte, GPU-Modelle und Kosteneffizienz bereitstellen zu können. Kunden, die Services entwickeln wollen, die auf der Anbox Cloud aufbauen, sollen so die Markteinführungszeit verkürzen können.

Das Auslagern von rechen-, speicher- und energieintensiven Anwendungen in die Cloud (mit x86 und ARM-Prozessoren) versetzt Benutzer in die Lage, grafikintensivere Apps auf einem ressourcenbeschränkten oder älteren Gerät ausführen zu können. Dafür streamen sie die Workloads direkt auf ihr Gerät.

Entwickler wiederum bietet dies die Gelegenheit, eine On-Demand-Anwendungserfahrung über eine Plattform bereit zu stellen, die einige entscheidende Vorzüge aufweist. So erlaubt sie eine bessere Kontrolle über die Leistung und die Infrastrukturkosten. Außerdem reagiert sie flexibel auf die Anforderungen der Anwender.

Doch Stephan Fabel, Director of Product bei Canonical, denkt noch weiter: „Über die im Aufbau befindlichen 5G-Mobilfunknetze und das Edge Computing werden Millionen von Anwendern Zugang zu funktionsreichen on-Demand Android-Anwendungen auf einer Plattform ihrer Wahl bekommen. Unternehmen können damit High-Density-Computing mit reduziertem Stromverbrauch für alle Geräte wirtschaftlich aus der Ferne bereitstellen.“

Die Einsatzbereiche von „ Anbox Cloud“ sind Cloud Gaming, Virtualisierung mobiler Endgeräte, Bereitstellung von Unternehmens-Applikationen an Arbeitsplatz und Software-Tests.
Die Einsatzbereiche von „ Anbox Cloud“ sind Cloud Gaming, Virtualisierung mobiler Endgeräte, Bereitstellung von Unternehmens-Applikationen an Arbeitsplatz und Software-Tests.
(Bild: Canonical)

Jacob Smith, Mitgründer und Chief Marketing Officer von Packet, sagt: „Mit der Anbox Cloud bringt Canonical ein disruptives Produkt auf den Markt, das sowohl leistungsstark als auch einfach zu konsumieren ist. Da kleine Geräte mit geringem Stromverbrauch unsere Welt überschwemmen, eröffnet das Auslagern von Anwendungen auf nahe gelegene Cloud-Server eine Vielzahl von Möglichkeiten, sowohl was die Effizienz als auch Funktionalität der Anwendungen angeht. Wir unterstützen das Anbox Cloud-Team bei seinem Wachstum parallel zur weltweiten Einführung von 5G.“

Cloud Gaming ist ein großes Geschäft und gewinnt täglich neue Nutzer – und immer breitere Akzeptanz. Der Schlüssel dazu ist ein ungestörtes Spielerlebnis, was aber nur gewährleistet werden kann mit einem ultraschnellen Antwortverhalten und einer ultraniedrigen Signalverzögerung (Latenz). Das erwarten die Gamer.

Anbox Cloud könne hier die zentrale Schaltzentrale sein, die grafik- und speicherintensive mobile Spiele an eine große Anzahl von Nutzern streamt und dafür sorgt, dass die hohen Erwartungen der Mobile Gamer nicht enttäuscht werden, so der Anbieter. Mithilfe des Canonical-Angebots soll das lokale Herunterladen eines Spiels auf ein Gerät überflüssig sein und Spielentwicklern einen geschützten Vertriebskanal für Inhalte bieten.

Lynn Comp, Vice President, Data Platforms Group und General Manager of the Visual Cloud Division bei Intel, bemerkt: „Durch die Integration der Intel Visual Cloud Accelerator Card - Render in die neu eingeführte Anbox Cloud-Lösung von Canonical wird die Bereitstellung verbesserter Cloud- und Mobile-Gaming-Funktionen auf Android-Geräten möglich, was eine aktuell aufstrebende Industrie unterstützt sowie die bevorstehende 5G-Ära.”

Vom Gaming bis zu Arbeitsplatzanwendungen

Doch Anbox Cloud soll auch Unternehmen bei der digitalen Transformation unterstützen. Arbeitsplatzanwendungen lassen sich direkt auf die Endgeräte der Mitarbeiter übertragen und gleichzeitig den Datenschutz und die Einhaltung der Compliance-Richtlinien gewährleisten. Unternehmen können ihre internen Kosten für die Anwendungsentwicklung senken, indem sie eine einzige Anwendung bereitstellen, die für verschiedene Formfaktoren und Betriebssysteme verwendet werden kann.

Entwickler können Anbox Cloud auch im Rahmen ihrer Anwendungsentwicklung verwenden, um Tausende von Android-Geräten in verschiedenen Testszenarien zu emulieren und in CI / CD-Pipelines zu integrieren.

Außerdem könne Anbox Cloud in der Public Cloud praktisch mit unbegrenzter Kapazität, hoher Zuverlässigkeit und Elastizität oder in einer privaten Cloud-Edge-Infrastruktur gehostet werden, in der niedrige Latenz und Datenschutz Priorität haben, so Canonical. Public und Private Cloud-Dienstanbieter können Anbox Cloud für die Bereitstellung mobiler Anwendungen in einem PaaS- oder SaaS-Modell in ihr Angebot integrieren. Telekommunikationsanbieter können für ihre LTE- und 5G-Mobilfunkkunden auch innovative Mehrwertdienste auf Basis virtualisierter Mobilgeräte erstellen.

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