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Wie trennt man sich vom Großrechner? TUI hat's geschafft und gibt nun Tipps Bye, bye Mainframe! – Ein langer Abschied

| Autor / Redakteur: Wolfgang Schwedhelm / Ulrike Ostler

Mainframes leisteten Jahrzehnte gute Arbeit, doch dem Stand der Technik entsprechen sie in Zeiten von Mobile- und Cloud-Konzepten nicht mehr. Trotzdem fällt die Trennung schwer. Dafür sorgen nicht nur Lizenzkündigung, Abbau und Entsorgung, sondern vor allem die vielen Altanwendungen. Sie sind selten gut dokumentiert. Das sorgt für manche Überraschung. Was tat TUI?

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Der König des Rechenzentrums fällt. TUI Infotec setzt den Maiframe schachmatt.
Der König des Rechenzentrums fällt. TUI Infotec setzt den Maiframe schachmatt.
(Bild: Andrea Danti/Fotolia.com)

Der Abschied von den verlässlichen, hochverfügbaren und insbesondere für transaktionsorientierte Systeme perfekt ausgelegten Großrechnern ist kein leichter Schritt. Er wird jedoch nicht nur deshalb nötig, weil ihr Betrieb im Vergleich zu virtualisierten Server-Architekturen immer teurer wird. Es gibt auch immer weniger IT-Personal, das sich mit der Mainframe-Welt auskennt – qualifizierte Fachkräfte werden zum Problem.

Doch die Hürden sind hoch: Viele der Anwendungen auf Mainframes werden allein deshalb im Betrieb gehalten, um Migrationsprobleme- und Kosten, aber auch Rechtsunsicherheiten zu vermeiden.

Je komplexer und unternehmenskritischer die Systeme auf einem Mainframe sind, desto mehr Geduld und Vorsicht erfordert die Ausmusterung. Meist gehen mehrere Jahre ins Land, bis „der Stecker gezogen“ werden kann.

Die Erfolgsfaktoren

Am Anfang eines solchen Projekts kommt es vor allem auf eine Dokumentation aller Anwendungen und Schnittstellen an, denn die Anwendungen müssen auf Server-Basis neu angebunden werden. Insgesamt gilt sowohl für interne IT-Abteilungen als auch für Dienstleister: Der Abschaltungsprozess sollte so gestaltet werden, dass der Anwender so gut wie nichts davon mitbekommt. Zudem sind eine zentrale Steuerung, am besten mit einem zentralen Ansprechpartner beim Kunden, permanente Transparenz und genaue Kenntnis der Prozessreihenfolgen wesentliche Erfolgsfaktoren.

In der Regel sind die Kosten neben dem Wunsch nach Modernisierung der stärkste Treiber für eine Mainframe-Ablösung. Dazu zählen Lizenzkosten und Hardware, Schnittstellen hin zu Speichereinheiten und der Kostenblock des Personals, das die Mainframe-Systeme administriert und Schnittstellen weiterentwickelt.

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