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Kostenvorteile sind schwer kalkulierbar
Ob der Wechsel zu neuen Plattformen wirklich wirtschaftlich ist, lässt sich allerdings schwer quantifizieren. Auf dem Weg zur Abschaltung ergeben sich in der Regel vielfältige Entscheidungen, die geplante Kosteneinsparungen sprengen – an anderen Ecken kann es hingegen besser laufen als geplant.

Die Weltraumbehörde NASA beispielsweise hat ihren letzten Mainframe „IBM z9“ im Jahr 2012 abgeschaltet. Man hatte das Gerät noch behalten, um Applikationen zu betreiben, die ohnehin auf Sicht „in Pension“ gehen sollten. „Es war kosteneffizienter, die bestehende Architektur zu behalten, als auf eine Server-Umgebung zu migrieren“, schrieb NASA-CIO Linda Cureton in einem Blog und ließ auch ein bisschen Sentimentalität durchschimmern.
Im Vordergrund für eine Abschaltung sollte vor allem die strategische Entscheidung für eine modernere Plattform stehen. Wer nicht mit der Zeit geht, läuft irgendwann in eine Sackgasse: Zeitgemäße Applikationen machen es einfacher, neue IT-Mitarbeiter zu finden und erschließen neue technologische Möglichkeiten.
Die Reste abräumen
Als besonders aufwendig erweisen sich in der Regel die restlichen Applikationen, die auf dem Mainframe zurückbleiben, nachdem die wichtigsten Anwendungen in der neuen Umgebung laufen. Unter den Resten sind teilweise jahrzehntealte Dienste, von denen niemand mehr Kenntnis hat und deren Dokumentation fehlt.
Der Aufwand, diese Anwendungen zu analysieren, steht kaum im Verhältnis zur möglichen Risikominimierung. Doch von Big-Bang-Aktionen kann hier nur abgeraten werden. Die Praxis zeigt, dass tatsächlich immer wieder vitale Nervenstränge getroffen werden, wenn auf gut Glück Dienste abgestellt werden.
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