Wie trennt man sich vom Großrechner? TUI hat's geschafft und gibt nun Tipps

Bye, bye Mainframe! – Ein langer Abschied

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Keine Aufschreie

Im TUI-Projekt wurde das Datenbankumfeld völlig gekapselt. Diese Umgebung haben wir erst abgeschaltet, als keine Anwendung mehr produktiv auf dem Mainframe lief – als letzte Tat. Erstaunlich wenige Probleme ergaben sich hingegen mit dem gesamten Daten-Output, darunter Vakanz-Listen, Stammdaten und Reisebüro-Abfragen.

Für viele Anwender, aber auch Administratoren und Kalkulatoren ist die Abschlatung von Mainframes ein Schreckgespenst. Doch bei TUI blieben Auf- und Angstschreie aus
Für viele Anwender, aber auch Administratoren und Kalkulatoren ist die Abschlatung von Mainframes ein Schreckgespenst. Doch bei TUI blieben Auf- und Angstschreie aus
(Bild: chrisharvey/Dotolia.com)

Anders als erwartet, gab es keinerlei Aufschrei in den Fachbereichen. Rund ein Jahr wurde konkret mit Akribie und Aufmerksamkeit am Abräumen der Reste gearbeitet. Dabei waren die Mainframe-Administratoren und zwei Datenbankadministratoren involviert, ebenso wie Anwendungsentwickler und eine Arbeitssteuerungstruppe.

Was zu bedenken ist

Eine nicht unerhebliche Hürde besteht darin, auf der Applikationsseite den Ablauf der Lizenzen und deren Kündigung genau zum richtigen Zeitpunkt zu timen. Viele Lizenzgeber lassen sich nicht auf eine Vergabe für nur drei oder vier Monate ein.

Im TUI-Projekt ging es beispielsweise allein um rund 24 größere Lizenzgeber mit gut 53 Verträgen. Wer ein gutes Lizenz-Management-System hat, ist hier klar im Vorteil. Doch häufig haben die Unternehmen im besten Fall die moderneren Anwendungen automatisch katalogisiert.

Ansonsten gilt es, sich manuell einen Überblick zu verschaffen. Es gehört zu den größten Sisyphus-Aufgaben herauszufinden, welche Verträge und Lizenzen bestehen und was im Laufe der Jahrzehnte eingekauft wurde. Viel Zeit sollte auch dafür eingeplant werden, die jeweiligen Unternehmen anzuschreiben, die in Teilen mittlerweile unter ganz anderen Namen firmieren. Einige Lizenzgeber tun sich zudem schwer mit der Umsetzung von Kündigungen: Obwohl die Kündigungsbestätigung bereits vorliegt, kommen weiterhin Rechnungen ins Haus geflattert.

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