Extreme Networks und Rosenberger OSI im Nervensystem des Amsterdamer Internet-Austauschknotens

AMS-IX verbessert und spart mit neuer Verbindungstechnik

| Autor / Redakteur: Martin Farjah / Ulrike Ostler

Aktive Netzwerktechnik von Brocade und passive von Rosenberger OSI erlauben dem Internet-Exchange-Knoten AMS-IX zu wachsen.
Aktive Netzwerktechnik von Brocade und passive von Rosenberger OSI erlauben dem Internet-Exchange-Knoten AMS-IX zu wachsen. (Bild: Rosenberger OSI)

Der Internet-Knoten Amsterdam Internet Exchange (AMS-IX) ist einer der größten. Die Nachfrage nach erhöhter Bandbreite und Netzwerkskalierbarkeit steigt und doch sollen Netzwerkkomplexität und Betriebskosten abnehmen. Wie das in einem Projekt seit 2016 gelungen ist, beschreibt diese Geschichte aus dem Hause Rosenberger OSI und Brocade.

In den frühen 1990er-Jahren als gemeinnützige Organisation gegründet, ist AMS-IX ein neutraler und unabhängiger Internet-Hub mit Sitz in Amsterdam. Derzeit verbindet er über 900 Netzwerke und betreibt sieben Knotenpunkte weltweit. AMS-IX bietet professionelle IP-Austauschdienste an, auch als Peering-Dienstleistungen bekannt. Diese ermöglichen Netzwerkanbietern, ihren Endbenutzern und Geschäftskunden stabile, schnelle und kostengünstige Internet-Dienstleistungen bereitzustellen.

Womit sich ein Internet-Austauschknoten beschäftigt ist, zeigt der Auszug aus der AMX-IX-Grafik.
Womit sich ein Internet-Austauschknoten beschäftigt ist, zeigt der Auszug aus der AMX-IX-Grafik. (Bild: AMS-IX)

Zusätzlich zu Festnetz- und herkömmlichen Internet-Dienstanbietern bedient AMS-IX eine vielfältige Mischung von Internet-Firmen, darunter internationale Netzbetreiber, Mobilfunkbetreiber, Anbieter von Programminhalten, Hosting- und Cloud-Unternehmen, Anwendungsdienstleister, TV-Sender, Spiele-Unternehmen und diverse Unternehmen aus verwandten Sparten. AMS-IX hostet außerdem auch die weltweit ersten mobilen Internet-Knoten: die Global GPRS Roaming Exchange (GRX), die Mobile Data Exchange (MDX) und die erste Interconnection von IPX-Netzwerken (Inter-IPX).

Der Projektstart

In Amsterdam ist AMS-IX aktuell auf 13 unabhängige Rechenzentren im Großraum der Stadt verteilt ist. Jedes Zentrum ist mit einem oder mehreren Zugangsgeräten ausgestattet, um die Verbindung zur AMS-IX-Kerninfrastruktur zu gewährleisten. Die Netzwerke sind über einen oder mehrere Ports mit entweder 1 Gigabit Ethernet (GbE), 10 GbE oder 100 GbE mit den Zugangsgeräten verbunden. Der Kern des Netzwerks basiert auf „MLX“-32-Switch-Systemen von Brocade Networks.

Im September 2016 wurde jedoch beschlossen, die Core-Switches im AMS-IX-Netzwerk in Amsterdam durch „Brocade-SLX-9850“-Switches zu ersetzen [Anm. der Redaktion: Extreme Networks hat im vergangenen Jahr die Produktfamilie SLX von Brocade übernommen]. Denn mehrere der existierenden Core-Switches hatten ihr Limit von 64 x 100-GbE-Schnittstellen zur Zusammenschaltung mit den auf die diversen Rechenzentren verteilten Edge-Switches erreicht. Darüber hinaus stellte die neuere Technik eine 4-mal höhere Schnittstellenzahl für Verbindungen auf einer wesentlich kleineren Standfläche zur Verfügung.

Ergänzendes zum Thema
 
Über Rosenberger OSI

Die Migration der ersten vier MLXe-32-Core-Switches zum SLX 9850 wurde während des ersten Quartals 2017 durchgeführt. Dabei gab es folgende Herausforderungen:

  • Eine bedeutende Verringerung der Netzwerkkomplexität zwischen den AMS-IX-Knoten und verschiedensten Rechenzentren
  • Eine signifikante Steigerung der Skalierbarkeit des Core-Netzwerks
  • Die Senkung der Betriebskosten

Neben einer signifikanten Steigerung der Skalierbarkeit und Leistung des Core-Netzwerks mit dem neuen Brocade-Switch wollte AMS-IX die Netzwerkkomplexität erheblich verringern, um die Betriebskosten weiter zu senken. Dies hatte bedeutende Auswirkungen auf die bestehende Glasfaser-Infrastruktur und erforderte eine effizientere Auslastung der Dark-Fiber-Infrastruktur zwischen den Core- und Access-Switches.

Die Verkabelung

AMS-IX verlässt sich bereits seit einiger Zeit auf Rosenberger OSI, wenn es um die Bereitstellung von Physical-Layer-Infrastrukturen inklusive Glasfaser-Verbindungskabeln geht. Daher lag die Entscheidung nahe, sich auch in Bezug auf die Verbesserung und Optimierung der vorhandenen Fiber-Netzwerk-Infrastruktur an Rosenberger OSI zu wenden.

Die verjüngte Switch-Technik und die neue Verkabelung erlaubt eine Vervierfachung der verfügbaren Anzahl von 100 GbE-Schnittstellen.
Die verjüngte Switch-Technik und die neue Verkabelung erlaubt eine Vervierfachung der verfügbaren Anzahl von 100 GbE-Schnittstellen. (Bild: Rosenberger OSI)

Rosenberger OSI verfeinerte daraufhin seine „Pre-Connect-Octo“-Kabel, die dem OM4-Industriestandard entsprechen. Octo wurde für das 40/100 GbE-SR4 paralleloptische Protokoll und/oder Glasfaser-Verbundstoff-4x16/4x32-Übertragungen entwickelt und verwendet acht statt zwölf Fasern eines „MTP“-Steckverbinders.

Die Verwendung des MTP-Steckverbinders machte eine alternative, kostenintensive Installation von MTP-Kassetten in 19-Zoll-Panels überflüssig. Umgekehrt waren dank der geringeren Anzahl an Fasern und der Abschaffung der Kassetten waren erhebliche Kosteneinsparungen sowie Dämpfungsreduktion auf den paralleloptischen Übertragungskanälen möglich.

Das System umfasst MTP-Trunk-Kabel (männlich), Verbindungskabel (weiblich) sowie Typ-B-Adapter für Multimode und Typ-A-Adapter für Singlemode in SMAP-G2-Panels.

Wirtschaftliche Vorteile

  • Eine Vervierfachung der verfügbaren Anzahl von 100 GbE-Schnittstellen
  • Eine zukunftssichere und skalierbare Netzwerkinfrastruktur, die mit den wachsenden Anforderungen an Bandbreite und Netzwerkverkehr Schritt halten kann
  • Eine Optimierung der Kapitalrentabilität der neuen Hochleistungs-Switching-Technik durch die genau auf dieses System zugeschnittene Verkabelungslösung
  • Eine vereinfachte Migration, da das Netzwerk mithilfe der Plug-and-Play-Verkabelungslösung nach der Integration neuer Komponenten sofort und ohne Einschränkung verwendet werden kann
  • Eine signifikante Reduzierung der Gesamtbetriebskosten durch die Einsparung von Platz, Strom und Dark-Fiber-Infrastruktur

Henk Steenman, Technischer Direktor von AMS-IX, äußert sich zufrieden: „Die Umsetzung dieses wichtigen Projekts steht im Einklang mit unseren üblichen hohen Standards und Anforderungen. Durch den Einsatz optischer Hochgeschwindigkeit-Netzwerklösungen inklusive 100 GbE haben wir die AMS-IX-Infrastruktur zukunftsfähig gemacht. Wir sichern so nicht nur stetiges Wachstum, sondern bedienen auch die anhaltende Nachfrage nach mehr Bandbreite zur Verarbeitung des steigenden Datenverkehrs. Gleichzeitig sind wir in der Lage, unseren Betrieb effizienter und kostengünstiger abzuwickeln.“

Denn bei der Migration der ersten vier Brocade-MLX32-E-Switches auf den neuen SLX-Brocade-9850-Switch gab es keinerlei Probleme. Innerhalb der ersten drei Wochen Laufzeit nach der in nur drei Monaten durchgeführten Migration, verarbeitete die neue Infrastruktur erfolgreich 1,6 Terabit pro Sekunde an Datenverkehr.

Anmerkung Wenn Sie der Meinung sind, dass Rosenberger OSI den diesjährigen Insider-Award in der Kategorie „Rechenzentrums-Verkabelung“ verdient hat, können Sie für das Unternehmen stimmen. Mit im Rennen um dieses Auszeichnung sind: Siemon, Panduit, Commscope,TDE, Leoni, R6M, Corning, Nexans und Dätwyler.

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