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Interview mit Scott Crenshaw von Red Hat

„9 von 10 Public Clouds basieren auf Open Source“

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Aber alle Public-Cloud-APIs sind proprietär.

Scott Crenshaw: Ja, sie sind proprietär, aber die meisten haben einen Open-Source-Kern. Und bei den Private Clouds erst recht. Wir erleben eine neue Ära für Open Source; es ist schon in der Entstehungsphase eines Industrie omnipräsent.

Wer sich auf proprietäre Anbieter einlässt, ist für immer bei ihnen gefangen. Die Cloud-Welt wird den Anwendern noch stärker vor Augen führen, was die Vorteile von Open Source sind.

Wie steht denn Red Hat zu den Werten der Open-Source-Welt im Cloud Computing?

Scott Crenshaw: Wir stehen zu Werten wie Offenheit, Wahlfreiheit, Community, Kompatibilität. Wir sind die einzige große IT-Firma, die 100 Prozent Open Source ist. Wir sind die erste Open-Source-Firma, die eine Milliarde Dollar Jahresumsatz geschafft hat. Wir glauben an das Open-Source-Modell. In Sachen Cloud besteht unser Ziel darin, dass alles offen sein soll.

Vor zweieinhalb Jahren gehörte Red Hat zu den Erst-Unterzeichnern des Open Cloud Manifesto. Aber der vor gut drei Monaten entstandenen Open Cloud Initiative, OCI, ist Red Hat nicht beigetreten. Warum?

Scott Crenshaw: Es gibt hunderte Cloud-Organisationen. Wir können nicht überall mitmachen.

Aber die OCI hat genau die technischen Bedingungen formuliert, die eine offene Cloud benötigt.

Scott Crenshaw: Mit dem konkreten Fall bin ich nicht vertraut. Mehrere Organisationen nehmen in Anspruch, Open Clouds zu fördern. Wir unterstützen lieber Communities, die tatsächlich Code produzieren. Darauf kommt es an.

Von Red Hat kommt die heutige Apache Deltacloud. Ist dies ein Mittel gegen die proprietäre API-Welt?

Scott Crenshaw: Ja. Deltacloud ist so populär, weil es ein fundamentales Cloud-Problem löst: Wie fasst man verschiedene Arten von Computing-Kapazität so zusammen, dass sie sich homogen darstellen. Es geht darum, verschiedene Anbieter von Hard- und Software zusammen zu bringen.

Scott Crenshaw: "Open Source ist schon in der Entstehungsphase einer Cloud-Industrie omnipräsent." (Bild: Red Hat)
Scott Crenshaw: "Open Source ist schon in der Entstehungsphase einer Cloud-Industrie omnipräsent." (Bild: Red Hat)
Das übersteigt die Möglichkeiten eines einzelnen Anbieters, das kann nur die Open-Source-Community schaffen. Deltacloud bringt den Anwendern die Flexibilität, die sie brauchen, um dem Vendor-Lock-in zu entgehen. Wir werden das Deltacloud-Projekt massiv unterstützen, damit Applikationen in der Cloud portierbarer werden.

Red hat bietet Cloud Forms für IaaS und Open Shift für PaaS an. Und was ist mit SaaS?

Scott Crenshaw: Wir liefern vor allem die Basistechnologie für Cloud Computing. Wir werden kein SaaS-Provider werden. Wir werden auch kein Cloud-Provider im traditionellen Sinne, der virtuelle Maschinen im Zeittakt verkauft.

Wir bieten mit Open Shift PaaS an als die Grundlage, darauf Applikationen zu betreiben. Unser Ziel heißt: Wenn Leute Applikationen für die Cloud entwickeln, sollen sie die auf einer offenen Plattform aufsetzen.

Red Hat hat sich bei der fundamentalen Technik des Cloud Computing, der Virtualisierung, auf KVM festgelegt, die Open Virtualization Alliance ins Leben gerufen und damit eine klare Front zu VMware, Citrix und Microsoft aufgebaut.

Scott Crenshaw: Ja. Wir haben die Open Virtualization Alliance gegründet, um der Welt KVM bekannter zu machen, ihr zu zeigen, wie erfolgreich die Technik ist, was die besten Anwendungsmethoden sind. Und wir wollten eine Anbieter-Community um KVM schaffen. Wir sind an einem Punkt, wo sich Anwender von VMware verabschieden.

Das ist ein sehr wichtiger Moment für die Industrie. Das proprietäre Lock-in bei der Virtualisierung zerbricht.

weiter mit: Was kommt für Red Hat nach Makara? Vielleicht ein Cloud-Management?

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