Hardware-Unterstützung und Projektintegrationen für Cloud-native Applikationen Xena, die 24. Version von OpenStack

Redakteur: Ulrike Ostler

Gestern hat die OpenStack-Community „Xena“ veröffentlicht, die 24. Version der eigenen Open-Source-Cloud-Infrastruktur-Software. Den Angaben zufolge gehören zu den Highlights dieser Version neue Hardware-Funktionen, eine verbesserte Integrationsmöglichkeiten. Außerdem ist die Software ein paar Altlasten losgeworden.

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Laut Wikipedia wurde am 21. Oktober 2003 ein transneptunisches Objekt entdeckt, das zunächst die Bezeichnung 2003 UB313 erhielt. Die Arbeitsgruppe nannte es jedoch „Xena“ und den dazugehörigen Trabanten „Gabrielle“. Seit dem 13. September 2006 aber heißt das Objekt Eris und der Trabant Dysnomia, hier aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop im Jahr 2006.
Laut Wikipedia wurde am 21. Oktober 2003 ein transneptunisches Objekt entdeckt, das zunächst die Bezeichnung 2003 UB313 erhielt. Die Arbeitsgruppe nannte es jedoch „Xena“ und den dazugehörigen Trabanten „Gabrielle“. Seit dem 13. September 2006 aber heißt das Objekt Eris und der Trabant Dysnomia, hier aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop im Jahr 2006.
(Bild: / CC BY NaN)

Die OpenStack-Implementierungen bewegen sich nach Angaben der Nutzerumfrage 2021 in einer eine Größe von mehreren Hundert bis zu sechs Millionen CPU-Kerne erreicht. Nach Angaben der Open Infrastructure Foundation sind in den vergangenen 18 Monaten über 100 neue OpenStack-Clouds aufgebaut worden, wodurch die Gesamtzahl der CPU-Kerne unter OpenStack-Management auf insgesamt mehr als 25.000.000 gestiegen ist.

Hinweis:Die Ergebnisse der Nutzerumfrage werden noch vor den „Openinfra Live“-Keynotes verfügbar sein. Diese finden am 17. und 18. November statt und dort werden mehrere Anwender Details zu den wachsenden OpenStack-Anwendungsfällen in der Produktion erläutern.

Über OpenStack

OpenStack ist eines der aktivsten Open-Source-Projekte der Welt, das von einer lebendigen und engagierten Entwickler-Community global unterstützt wird. Innerhalb von nur 25 Wochen haben über 680 Mitwirkende aus über 125 verschiedenen Organisationen fast 15.000 Code-Änderungen in das Xena-Release eingepflegt.

Kendall Nelson, Upstream Developer Advocate für OpenStack bei der Open Infrastructure Foundation, sagt: „Nach 24 Releases sehen wir immer noch eine wachsende, lebendige, globale Community, die zu OpenStack beiträgt. Die Community gehört weiterhin zu den am aktivsten entwickelten Open-Source-Projekten der Welt, mit durchschnittlich über 130 durchgeführten Änderungen pro Tag.“

Ergänzendes zum Thema
Die Open Infrastructure Foundation

Die Open Infrastructure Foundation baut Nutzergemeinden auf, die Open-Source-Infrastruktursoftware für die Produktion entwickeln. Mit der Unterstützung von über 110.000 Personen in 187 Ländern beherbergt die Open Infrastructure Foundation praktische Open-Source-Projekte und Nutzergemeinden, darunter KI-Infrastruktur, Container-native Anwendungen, Edge-Computing und Clouds für Rechenzentren. Der Erfolg beruht auf der Unterstützung von über 70 Mitgliedsunternehmen; das jüngste Mitglied: Microsoft.

Vor zehn Jahren hat OpenStack beim Konzept der offenen Infrastruktur Pionierarbeit geleistet. Seitdem hat sich das Projekt zum Standard der offenen Infrastruktur als Dienst (IaaS = Infrastructure-as-a-Service) entwickelt. In jüngster Zeit haben neue Anwendungsfälle wie KI, ML, Edge-Computing und IoT dazu geführt, dass das Projekt neue Prozessor-Architekturen, skalierbare Automatisierung bis hin zu reinen Hardware-Systemen sowie die Integration mit unzähligen Open-Source-Komponenten unterstützt.

OpenStack ist mittlerweile die Basis von mehr als 100 öffentlichen Cloud-Rechenzentren und Tausenden von privaten Clouds mit einer Größe von mehr als 25 Millionen Rechnerkernen. OpenStack ist eine Infrastrukturplattform, die speziell für die Implementierung unterschiedlicher Architekturen geeignet ist: Bare Metal, virtuelle Maschinen (VMs), Grafikprozessoren (GPUs) und Container.

Die Xena-Highlights

Die Erweiterungen im aktuellen Xena-Release unterstreichen die flexiblen Projektintegrationsfunktionen von OpenStack. Wichtige Beispiele liefert die Integration der Projekte „Cyborg“, „Neutron“ und „Nova“.

Das 'X' im Logo der jüngsten OpenStack-Version steht für „Xena“, nicht etwas für das zehnte Release. Tatsächlich ist es das 24. Update.
Das 'X' im Logo der jüngsten OpenStack-Version steht für „Xena“, nicht etwas für das zehnte Release. Tatsächlich ist es das 24. Update.
(Bild: Open Infrastructure Foundation)

In Xena hat Nova eine Patch-Serie integriert, die Unterstützung für die Erstellung von Nova-Servern mit Neutron-Ports bietet, die von Cyborg verwalteten PCI-Geräten (so genannte SmartNICs) unterstützt werden. Diese neue Funktion bietet die gleiche Anwendererfahrung hinsichtlich der Verlagerung von netzwerkbezogener Arbeitslast auf ein PCI-Gerät.

Der Betrieb erfährt durch die Verwendung eines externen Verwaltungsdienstes (Cyborg) eine Vereinfachung der Konfiguration. Darüber hinaus unterstützt der „libvirt“-Treiber von Nova jetzt alle PCI-Geräte, die das „VFIO-mdev“-Virtualisierungs-Framework verwenden: also nicht nur virtuelle GPUs, sondern auch Netzwerkadapter oder so genannte Berechnungsbeschleuniger.

Weitere Beispiele für die Integration zwischen Projekten:

  • „Blazar“ hat die OpenStackClient-Unterstützung zu „python-blazarclient“ hinzugefügt, wodurch Nutzer mit Blazar über OpenStack-Reservierungsbefehle interagieren können. So haben die Anwender eine ähnliche Befehlszeilenschnittstelle wie bei der Interaktion mit anderen OpenStack-Projekten.
  • „Glance“ hat Unterstützung für einheitliche Datenträgerkontingente mit „Keystone“-Limits hinzugefügt.
  • „OpenStack-Ansible“, das beliebteste Deployment-Tool (gewählt von 47 Prozent der Teilnehmer der OpenStack-Nutzerumfrage), wurde um eine Rolle für „Freezer“-Installationen erweitert.
  • Manila hat die Funktionsparität zwischen dem Shell-Dienstprogramm „manila-client“ und dem vereinheitlichten OpenStack-Client deutlich erhöht und dadurch die Nutzerfreundlichkeit der API für verteilte Dateisysteme verbessert.

Ein weiteres wichtiges Thema unter den Xena-Erweiterungen ist die Unterstützung für moderne Hardwarefunktionen; Novas Unterstützung für SmartNICs (wie oben beschrieben) führt eine Liste von Beispielen an, darunter die folgenden:

  • In „Cinder“ haben viele aktuelle Backend-Speichertreiber jetzt zusätzliche Unterstützung für Funktionen, die über die erforderlichen Treiberfunktionen hinausgehen. Dazu gehört das simultane Anhängen eines Datenträgers an mehrere Instanzen („Multi-Attach“) und die Möglichkeit, Backend-Optimierungen zu nutzen.
  • „Ironic“ bietet erhebliche API-Verbesserungen bei der Abfrage von Knoten-Listen, Unterstützung für „boot_mode“ und „secure_boot“ auf einem physikalischen Rechner sowie die Möglichkeit, diese Zustände als API-Aktionen zu setzen.
  • Laut Aussagen der Teilnehmer der OpenStack-Benutzerumfrage ist die Nutzung von „Kolla“ in Produktion von 17 Prozent im Jahr 2020 auf 28 Prozent im Jahr 2021 gestiegen. Im Xena-Zyklus fügte das Kolla-Team eine Integration mit „Hashicorp Vault“ für „Control-Plane-Secrets“ hinzu.
  • „Neutron“ unterstützt nun ECMP-Routen. Mehrere Routen mit derselben Zieladresse werden nun zu einer einzigen ECMP-Route zusammengefasst.
  • In „Manila“ hat unterstützt der Netapp-Treiber nun Dateisysteme im Petabyte-Bereich, für "nur-lesbare" Replikation von Freigaben sowie Replikation im 'DR'-Stil (Disaster Recovery). Nutzer können auf solche schreibgeschützten Kopien ihrer Freigaben über Verfügbarkeitszonen hinweg zugreifen. Dabei bleibt der Lese-/Schreibzugriff auf die primäre Freigabe erhalten.

Darüber hinaus bot der Xena-Zyklus die Gelegenheit, ein paar 'technische Schulden' abzubauen, die sich bei den früheren Versionen der Plattform angesammelt hatten. Wichtige Beispiele sind:

  • Cinder: hat die veraltete Block Storage API Version 2 entfernt.
  • Cyborg: bietet eine überarbeitete Dokumentationsstruktur, einschließlich der API-Dokumente, des Benutzerhandbuchs und des Handbuchs für Entwickler.
  • „Horizon“: und alle seine Plugins unterstützen jetzt „nodejs14“, die aktuelle LTS-Version von nodejs.
  • Neutron: hat einen neuen „Quota“-Treiber - „Dbquotanolockdriver“ - hinzugefügt. Dieser Treiber erzeugt keine globale Sperre - pro (resource, project_id) - mehr. Diese können zu einem Stillstand der Datenbank führen, wenn die Anzahl der Serveranfragen die Anzahl der aufgelösten Ressourcenerstellungen übersteigt.
  • OpenStack-Ansible: verwendet nun „ceph-ansible 6.0“ (Pacific), und die Ansible-Version ist auf „ansible-core 2.11“ aktualisiert.

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