Der nächste Baustein im Europa-Kurs... Microsoft steckt Milliardenbetrag in Mistrals GPU-Kapazitäten

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Tausende Nvidia-„Vera Rubin“-GPUs, ein mehrstelliger Milliardenbetrag und der Anspruch auf mehr Souveränität: Microsoft und Mistral bauen ihre Partnerschaft massiv aus. Was zu den Hintergründen bekannt ist.

Nach geplatzem Oracle-Deal aufgrund von US-Sicherheitsauflagen kauft sich Microsoft bei Mistral in Europa ein.(Bild:  Gemini / Paula Breukel / KI-generiert)
Nach geplatzem Oracle-Deal aufgrund von US-Sicherheitsauflagen kauft sich Microsoft bei Mistral in Europa ein.
(Bild: Gemini / Paula Breukel / KI-generiert)

Microsoft und das französische KI-Unternehmen Mistral erweitern ihre bestehende Partnerschaft um ein Infrastrukturprojekt, das die Rechenzentrumslandschaft in Europa betrifft: Und zwar baut Mistral seine Kapazitäten an Grafikprozessoren (GPU) aus, die für das Training und den Betrieb von KI-Modellen nötig sind. Microsoft sichert sich davon einen Teil und zahlt laut Mitteilung dafür einen Betrag im mehrstelligen Milliardenbereich.

Tausende Nvidia-Vera-Rubin-GPUs für Training und Inferenz

Für den Ausbau setzt Mistral auf mehrere Tausend Grafikprozessoren des Typs „Vera Rubin“ von Nvidia. Die zusätzliche Kapazität soll laut den Unternehmen sowohl Mistral als auch Microsoft-Kunden zugutekommen, etwa für großskalige Trainings- und Bereitstellungsvorhaben.

Für Microsoft fügt sich die Mistral-Kapazität in eine Ausbaustrategie, die der Konzern seit Monaten verfolgt: Bereits 2025 kündigte Präsident Brad Smith an, die europäischen Rechenzentrumskapazitäten bis 2027 gegenüber 2023 mehr als zu verdoppeln, allein innerhalb von zwei Jahren um 40 Prozent.

In Großbritannien hat Microsoft im Herbst 2025 eine Investition von runt 30 Milliarden Dollar in Cloud- und KI-Infrastruktur angekündigt. In Deutschland treibt Microsoft parallel vier Standorte im Rheinischen Revier voran, wo Kommunen kritisch auf Flächen-, Strom- und Gewerbesteuerfragen blicken.

Die Mistral-Vereinbarung erweitert dieses Muster um eine neue Variante: Statt selbst zu bauen oder anzumieten, kauft sich Microsoft über eine Kapazitätsvereinbarung in die GPU-Infrastruktur eines Partners ein. Das ähnelt dem Modell, das der Konzern zuletzt bei Oracle in den USA verfolgen wollte, dort aber an unterschiedlichen Sicherheitsanforderungen für Behörden-Workloads scheiterte.

Microsoft ordnet den Deal explizit den 2025 verkündeten „European Digital Commitments“ zu und positioniert Mistrals Modelle im eigenen „Sovereign Cloud“-Portfolio. Ziel der Microsoft-„Sovereign Cloud“ soll es sein, den europäischen Kunden mehr Kontrolle über Daten und Betrieb zuzusichern.

Mistral-Modelle sind in Microsofts Plattformen verfügbar

Neben dem Infrastrukturausbau vereinbarten beide Unternehmen auch eine tiefere Integration auf Software-Ebene: Die Modelle „Mistral Medium 3.5“ und „OCR 4“, ein auf die Verarbeitung von Dokumenten spezialisiertes Modell, stehen künftig in Microsofts Entwicklungsplattform „Foundry“ bereit.

„Mistral Medium 3.5“ ist auch in „Copilot Studio“ integriert, mit dem Unternehmen eigene KI-Assistenten bauen. Beide Seiten kündigten außerdem einen gemeinsamen Vertriebsansatz an, der unter anderem finanzierte Pilotprojekte und Workshops für Kunden in regulierten Branchen wie Finanzwesen, Fertigung und Gesundheitswesen umfasst.

Microsoft gibt an, dass sich über „Azure“ und „Azure Local“ die Mistrals Modelle künftig wahlweise vollständig in der Cloud, in einer cloudverbundenen Umgebung oder komplett getrennt vom Internet betreiben lassen.

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