Green Mountain und KMW Gaskraftwerk soll Notstrom für „FRA-Mainz“ in Mainz sichern

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Neuigkeiten von der Baustelle des Rechenzentrums von Green Mountain und KMW in Mainz: Statt eines Wasserstoff-Kraftwerks sichert künftig eine Gasanlage die Notstromversorgung. Das ursprünglich geplante Zukunftskraftwerk liegt vorerst auf Eis.

Der Campus von Green Mountain und KMW entsteht auf der Ingelheimer Aue in Mainz, direkt am Rhein.(Bild:  Green Mountain)
Der Campus von Green Mountain und KMW entsteht auf der Ingelheimer Aue in Mainz, direkt am Rhein.
(Bild: Green Mountain)

Grund für den Kurswechsel bei der Notstromversorgung ist eine fehlende verbindliche Energiestrategie auf Bundesebene, insbesondere für kostenintensive Wasserstoffprojekte. Das führen laut Frankfurter Allgemeine Zeitung viele Kraftwerksbetreiber als Ursache an.

Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) hatten ursprünglich ein „Zukunftskraftwerk“ geplant, das mit grünem Wasserstoff klimaneutral Strom erzeugen sollte. Dieses Vorhaben ist zunächst pausiert. Statt des 250-Megawatt-Blocks ist der Bau einer kleineren 54-Megawatt-Anlage mit zwölf einzeln zuschaltbaren Motoren genehmigt worden. Das Kraftwerk sei „H2-ready“, also grundsätzlich für den späteren Betrieb mit Wasserstoff ausgelegt.

Die KMW bezeichnen das Rechenzentrumsprojekt auf ihrer Webseite als „Green Rocks“. So heißt auch das gemeinsam mit Green Mountain gegründete Joint Venture. Green Mountain wiederum verwendet für den Standort die Bezeichnung „FRA-Mainz“.

Notstrom für drei Gebäude

Das Gaskraftwerk soll zusammen mit einer bereits vorhandenen Anlage auf der Ingelheimer Aue im Störfall die Notstromversorgung für „Green Rocks“ übernehmen. Das Rechenzentrum besteht aus drei Bauwerken mit einer Gesamtkapazität von 54 Megawatt und rund 18.000 Quadratmetern White-Space-Stellfläche. Das erste Gebäude soll zum Jahresende in Betrieb gehen, der gesamte Campus bis 2028 fertiggestellt sein. Laut KMW ist „Green Rocks“ bereits vollständig vermietet.

Über die reine Notfallfunktion hinaus soll das Motorenkraftwerk bis zu 2000 Stunden pro Jahr Strom in das deutsche Netz einspeisen, und zwar dann, wenn Wind- und Solarstrom nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Der Wirtschaftsminister von Rheinland-Pfalz Michael Ebling (SPD) habe die Anlage bei einem Besuch der Energiezentrale als notwendigen Baustein für die Versorgungssicherheit bezeichnet. Moderne, flexible und grundsätzlich wasserstofffähige Kraftwerke seien hierfür erforderlich. Eine dieselbetriebene Notstromtechnik wäre aus seiner Sicht die schlechtere Alternative gewesen.

Kühlung mit Rheinwasser und das Fernwärmekonzept

Für den laufenden Betrieb setzt Green Rocks auf erneuerbaren Strom aus dem KMW-Portfolio sowie auf eine Kühlung mit Rheinwasser. Die Abwärme der Gebäude soll in das Mainzer Fernwärmenetz eingespeist werden, das perspektivisch bis zu 20.000 Haushalte in der Stadt versorgen könnte. Am 95 Jahre alten Standort, an dem KMW derzeit mit rund 500 Mitarbeitern Strom, Dampf und Fernwärme bereitstellt, soll zudem ein Batteriespeicher entstehen.

Die Baukosten für das Rechenzentrum werden auf rund 600 Millionen Euro beziffert. Für die zusätzlich benötigte IT-Infrastruktur sollen laut Angaben nochmals rund 1,5 Milliarden Euro erforderlich sein. KMW ist ein gemeinsames Tochterunternehmen der Stadtwerke Mainz und der ESWE Versorgungs und hat sich für das Projekt mit dem norwegischen Betreiber Green Mountain zusammengeschlossen.

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